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ZukunftsforschungZukunft aus der Vogelperspektive

Fraunhofer-ISI definiert Themenfelder der Zukunft
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Zukunftsforschung: Zukunft aus der  Vogelperspektive
Die Globalisierung sowie der Trend zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft verlangen, dass neue Impulse für den Forschungs- und Produktionsstandort Deutschland gesetzt werden. Diese Themen wollen definiert sein. Das BMBF beauftrage Fraunhofer-ISI federführend mit der Identifizierung derartiger Bereiche.

Das Fraunhofer ISI gemeinsam mit dem Fraunhofer IAO und andere haben gemeinsam für das Berliner Ministerium für Bildung und Forschung den Foresight-Prozess durchgeführt. Ziel ist es, die Innovationsfähigkeit des Forschungs- und Bildungsstandortes Deutschland nachhaltig zu sichern. Es wurden relevante Entwicklungen mit einer langfristigen Zukunftsperspektive von zehn bis 15 Jahren und darüber hinaus erkundet.

Im Zentrum der Arbeiten standen etliche Problemstellungen: Welche Forschungsthemen werden langfristig maßgeblich zu Nachhaltigkeit, Lebensqualität und wirtschaftlicher Entwicklung beitragen? Welche Themen versprechen herausragenden Erkenntnisgewinn in Wissenschaft und Technologie oder erhebliche Impulse in vielen Bereichen? Welche dieser Themen können in Deutschland adäquat angegangen werden, weil sie an die Kompetenzen des vorhandenen Innovationssystems anknüpfen?

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Der Prozess hatte vier Ziele, deren direkte Ausstrahlung auf industrielle Produktions- und Entwicklungsprozesse evident ist, denn die vorausschauende Ausrichtung und Gestaltung von strategischen Entscheidungsprozessen in Forschung und Entwicklung ist ein Schlüssel für die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit: Identifizierung neuer Schwerpunkte in Forschung und Technologie; die Benennung von Gebieten für Forschungs- und Innovationsfelder-übergreifende Aktivitäten; eine Potenzialanalyse für mögliche strategische Partnerschaften in ausgewählten Technologie- und Innovationsfeldern und die Ableitung prioritärer Handlungsfelder für Forschung und Entwicklung. Zur Beantwortung dieser Fragen nutzte das Foresight-Team unter Leitung des Fraunhofer ISI eine Methodenkombination aus Zukunftsforschung und Monitoring.

In einem strukturierten Austausch mit mehr als 6.000 nationalen und über 40 Experten eines internationalen Monitoring Panels sowie weiteren Entscheidungsträgern bewertete das ISI die Zukunftsthemen. Das brachte den Vorteil, dass abseits nationaler Themen auch international aufkommende Schwerpunkte identifiziert werden konnten. Die anschließende Zusammenführung sowie die Spiegelung an den Herausforderungen der Zukunft ergaben dann die zukunftsrelevanten Gebiete für Forschungs- und Innovationsfelder-übergreifende Aktivitäten.

Sieben „Zukunftsfelder neuen Zuschnitts“ wurden erarbeitet: Mensch-Technik-Kooperation:

Die integrierte Forschung von Human- und Technikwissenschaften soll für ein dichteres Zusammenspiel von Mensch und Technik nach menschlichem Zuschnitt sorgen.

Das Altern entschlüsseln: Es umfasst die Forschung für ein besseres Verständnis des Alterns als zentraler multifaktorieller Prozess über die gesamte Lebensspanne hinweg. Zukunftsfähige Lebensräume befasst sich mit Infrastrukturen für Lebensräume der Zukunft.

Produzieren/Konsumieren 2.0 bedeutet systemische Innovationen für zukunftsfähige Formen des Produzierens und Konsumierens.

Transdisziplinäre Modelle und Multiskalensimulation soll die Simulation technischer, biologischer und gesellschaftlicher Systeme zur Bewältigung der Komplexität in Natur- und Geisteswissenschaften umfassen.

Zeitforschung: Das Erschließen zeitabhängiger Technologien und zeitkritischer Prozesse in neuer Tiefe.

Zukunftsfähige Energielösungen kümmern sich um die frühzeitige strategische Bündelung von Beiträgen verschiedener Forschungsfelder für die zunkünftige Erzeugung und Nutzung von Energie.

„Wir haben eine Vogelperspektive quer über die Forschungslandschaft eingenommen und auf diese Weise übergreifende Zukunftsfelder identifiziert, die die Brennpunkte der Zukunft in den Blick nehmen“, so Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl, Institutsleiterin des Fraunhofer ISI.

Die Projektleiterin des BMBF-Foresight-Prozesses Dr. Kerstin Cuhls erklärt: „Dazu wurden von uns auch Empfehlungen formuliert, wie ihre Realisierung umgesetzt werden kann. Zusätzlich haben wir analysiert, wer heute die relevanten Akteure sind und welche es in der Zukunft sein können. Damit bieten wir einen guten Ausgangspunkt für die weitere Auseinandersetzung innerhalb des deutschen Forschungs- und Innovationssystems“.

Das Ergebnis des Prozesses ist in einer umfangreichen Broschüre niedergelegt, die mit dem Titel „Foresight-Prozess im Auftrag des BMFB – Etablierte Zukunftsfelder und ihre Zukunftsthemen“das Themenfeld anschaulich und verständlich auf mehr als 280 Seiten aufbereitet. bw

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