Sensorik + Messtechnik

Treiber der Technik

Sensoren als Schlüsselbranche, die technische Innovationen erst ermöglicht
AMA-Geschäftsführer Simmons rechnet mit einem satten Plus von 26 Prozent im Jahr 2011.
Schneller, höher, weiter, sicherer, genauer und berechenbar: Die Sensor- und Messtechnik hilft Ressourcen zu schonen, Erdbeben vorherzusagen, Automobile sicherer zu machen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Produkten erscheinen, die mit intelligenten Sensoren und Messtechniken ausgestattet werden. Besonders in der Produktionstechnik sind sie Grundlage für die Weiterentwicklung der Automatisierung und Flexibilisierung.

Der deutschsprachige Raum gilt als Wiege der Sensorik. Der Ursprung liegt in der Feinmechanik, die zum Beispiel aus der Uhrmacherkunst hervorging. Dies mag einer der Gründe sein, dass Deutschland heute zu den führenden Global Playern in der Sensor- und Messtechnik zählt. Im deutschsprachigen Raum werden 30 Prozent des weltweiten Marktes produziert.

Der AMA Fachverband für Sensorik ist seit seiner Gründung vor 30 Jahren der erste Ansprechpartner, wenn es um Informationen zur Schlüsselbranche technischer Innovationen, der Sensor- und Messtechnik, geht. Mit seiner Messe Sensor+Test fördert der AMA Fachverband die Vernetzung von Innovatoren, publiziert jährlich ein Branchenverzeichnis mit allen Mitgliedsinstituten und -unternehmen und lobt den Sensor-Innovationspreis aus. Darüber hinaus befragt der Verband regelmäßig seine Mitglieder zu Trends und wirtschaftlicher Entwicklung. Die Januar-Umfrage unter den Mitgliedern ergab einen deutlichen Aufwärtstrend und lässt auf ein Rekordjahr schließen. Das Ergebnis zeigt eine überwiegend positive Stimmung in der Sensor- und Messtechnik. Insbesondere die Umsatzentwicklung und die Investitionsbereitschaft in Innovationen stechen heraus. Die Anbieter der Sensor- und Messtechnik erstarken weiter. Dieser Wirtschaftszweig erreichte seinen Tiefpunkt Mitte 2009, konnte jedoch 2010 ein kontinuierliches Umsatzwachstum von 32 Prozent erreichen. Damit übertraf die Sensor- und Messtechnik noch vor der Jahreswende 2010/2011 das Vorkrisenniveau.

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Die positive Entwicklung beflügelt die Erwartungen der Mitgliedsunternehmen für das Jahr 2011. Rund 90 Prozent rechnen mit weiteren Umsatzsteigerungen im laufenden Jahr. Hochgerechnet auf die Branche ergäben sich weitere 13 Prozent Umsatzsteigerung. Damit nähme die Branche ziemlich genau die fortgeschrittene Entwicklung der Vorkrisenjahre wieder auf. Nach Berechnungen des AMA Verbands liegt der Umsatz der rund 2.300 Unternehmen der mittelständisch geprägten Branche im deutschsprachigen Raum bei etwa 35 Milliarden Euro pro Jahr. Hatte die Branche in den Jahren 2009/2010 sehr zurückhaltend investiert, zeigt sie sich durch die positive Umsatzentwicklung ermutigt und plant für 2011 wieder signifikante Investitionen.

Dr. Thomas Simmons, Geschäftsführer des AMA Verbands: „Wir gehen von einem regelrechten Investitionsschub in diesem Jahr aus. Laut Januar-Umfrage rechnen wir mit einem Plus von 26 Prozent im laufenden Jahr. Damit lägen wir rund 13 Prozent über dem Investitions-Rekordjahr 2008. Beruhigend ist es, wie zielstrebig sich die Branche jetzt wieder dem überdurchschnittlichen Wachstum von vor der Krise annähert.“ Simmons betont dabei, dass die Branche massiv in den eigenen Ausbau und in Innovationen investieren will. Die Kunden der Sensorik und Messtechnik, die im gesamten industriellen Spektrum aktiv sind, investieren ebenfalls in neue Entwicklungen.

Das bedeutet mehr Sensorik und Messtechnik für immer neue Anwendungen. Simmons: „Die fortgeführte Steigerungsrate ist ein guter Indikator für den bestehenden Innovationswillen der gesamten Industrie. Die spannendsten technologischen Entwicklungen sieht Simmons derzeit nicht so sehr in der Sensor- und Messtechnik selbst, sondern eher darin, zu welchen teilweise fundamentalen Innovationen sie in der Anwendung führt. Die Herausforderung – immer intelligentere technische Produkte mit immer ausgereifteren Funktionen – basiert meist auf Sensordaten. Das gilt für alle Industriezweige – ob Fabrikautomation, Prozesssteuerung, Antriebstechnik Energieerzeugung in der Medizintechnik bis hin zu Verbrauchergeräten. Einen deutlichen Trend für die Anwendungen der Sensorik in der Antriebssteuerung, im Maschinenbau und in der Prozessteuerung sieht der AMA Geschäftsführer in messender Sensorik, die die rein schaltende Sensorik mehr und mehr ablösen wird, sowie in der steigenden Kommunikationsfähigkeit und Eigenintelligenz der Sensoren. Pascale Taube/bw

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