Zur Sache

Erst lesen, dann schreiben

Aktuelle Buchtipps rund ums Schreiben
Ob in der Ausbildung oder im Berufsleben: Ums Schreiben kommt heute niemand mehr herum. Weil man dabei manches falsch machen kann, sind gute Schreibtipps hilfreich. Im Folgenden habe ich aktuelle Buchempfehlungen für unterschiedliche Ansprüche zusammengestellt. Ob technisch oder kreativ, ob wissenschaftlich ausführlich oder kurz und schnell: für jeden Leser/Schreiber dürfte etwas dabei sein. Wenn Sie das eine oder andere Buch interessiert, können Sie es bequem bestellen über http://www.handling.de, Reiter „Fachwissen“, Link „Fachliteratur“. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen Gunthart Mau

Richtig schreiben

Speziell an Ingenieure richten sich die „Schreibtipps für Studium, Promotion und Beruf“. Die Autoren beleuchten vor allem die Herangehensweise bei der Vorbereitung und Anfertigung größerer schriftlicher Arbeiten. Dabei schlagen sie drei Durchgänge vor: Konzipieren, Strukturieren, Formulieren. Ein Abschnitt über Schriftbild und Seitengestaltung ist ebenso vorhanden wie Erläuterungen zu Formelzeichen und Einheiten. Das Ansinnen der Autoren ist sehr lobenswert, durch direkte Ansprache des Lesers „die Trockenheit des Stoffes“ zu vermindern. Folgerichtig haben haben sie „Sünden wider den guten Schreibstil“ den Kampf angesagt. Damit sprechen sie mir sehr aus dem Herzen, sind doch Schreibsünden leider die übliche Praxis. Die „Schreibtipps“ stellen keine Anleitung für das Schreiben kreativer Prosa dar, sondern beantwortet die Frage „Wie schreibe ich (technisch) richtig?“. Sehr erfreulich fand ich die Internet-Verweise, unbedingt wichtig die Korrekturzeichen, sehr nützlich auch die Windows-Sonderzeichen sowie die Indizes für Formelzeichen. Ein Anhang mit allgemein verständlichen Beispielen aus der Elektrotechnik, dem Lehrgebiet der Autoren, ergänzen dieses hilfreiche Buch.

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Schreibtipps für Studium, Promotion und Beruf in Ingenieur- und Naturwissenschaften. Von Wolfgang Grieb und Andreas Slemeyer. 6. Auflage, 296 Seiten, 2008, VDE-Verlag, EUR 23,50. ISBN 978-3-8007-2934-0.

Kreativ schreiben

Das „Schreibbuch“ hat seinen Schwerpunkt deutlich auf dem kreativen Aspekt des Schreibens. Die wichtigste Aussage las ich gleich zu Beginn des ersten Kapitels: „Sie schreiben… bessere Texte, wenn Sie sich in Ihren Leser hinein versetzen.“ Weiter geht es mit jeder Menge guter Tipps aus der Praxis: aktiv statt passiv, positiv statt negativ, kurz fassen, Füllwörter vermeiden und recht (richtig) schreiben. Der Leser erfährt, wie man einen guten Einstieg findet, die gelungene Überschrift formuliert, den passenden Ausdruck und Stil trifft, unnötige Anglizismen vermeidet und Schreibblockaden überwindet. Weitere Kapitel widmen sich der Unternehmenskommunikation und dem Schreiben von Pressemitteilungen. Am Ende jedes Kapitels stehen Literaturtipps und Internetlinks zum Weiterlesen. Apropos Internet: Die Herausgeber haben die Autoren für das „Schreibbuch“ über das Internet gefunden. So wundert es nicht, dass man schließlich auch erfährt, wie Teaser und Blogtexte verfasst werden. „Das Handbuch für alle, die professionell schreiben“ – so der Untertitel – ist nicht nur professionell geschrieben, sondern auch professionell hergestellt: lesefreundlich layoutet und auf augenfreundlichem Papier gedruckt. Sehr nützlich, sehr empehlenswert. Unbedingt kaufen und lesen!

Das Schreibbuch. Das Handbuch für alle, die professionell schreiben. Von Dirk Lehmanski und Michael Braun (beide Hrsg.) 2008, ISB-Verlag, Waltrop. EUR 21,80. ISBN 978-3-936083-08-8.

Technik (be)schreiben

Technik fasziniert, ist aber für den Laien meist erklärungsbedürftig. Technik als Gegenstand der Berichterstattung beleuchtet das Buch „Technikjournalismus“. Professor Andreas Schümchen stellte Beiträge unterschiedlicher Autoren zu dieser vergleichsweise jungen Sparte des Journalismus zusammen. Nach einem einleitenden Überblick sowie Beiträgen über Recherche und typische Darstellungsformen wird der Technikjournalismus (TJ) in den einzelnen Medien beleuchtet, darunter in Fachzeitschriften, Tageszeitungen und im Internet. Ein Kapitel widmet sich der Technik-PR. Besonders gefiel mir der Beitrag von Christian Keller. Der diplomierte Elektroingenieur und promovierte Medienwissenschaftler räumt mit der Illusion des hinterfragenden, investigativen und kritischen TJ auf. Er schreibt Klartext: „Immer häufiger wird... der Abdruck eines Artikels mit der Buchung einer Anzeige verknüpft...“ (S. 124) und „Solche Kooperationspartnerschaften haben kaum mehr etwas mit dem klassischen Journalismus... zu tun.“ Zudem richtet Keller kritische Bemerkungen an Werbeagenturen, denn nach seiner Meinung „... werden Fachzeitschriften, die in Fachkreisen hohes Ansehen genießen, zu Unrecht unterbewertet...“ (S. 128). Danke, Herr Dr. Keller, für diese klaren Worte! Fazit: Ein empfehlenswerter Sammelband für alle, die sich beruflich mit Technikkommunikation beschäftigen (wollen).

Technikjournalismus. Von Andreas Schümchen (Hrsg.). Reihe Praktischer Journalismus, Band 76. 328 Seiten, 2008, UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz. EUR 29,90. ISBN 978-3-86764-011-4.

Technisch denken und schreiben

In Anlehnung an eine bekannte Werbung habe ich manchmal den Eindruck, dass deutsche Techniker alles können – außer Schreiben. Das ist aber nur ein subjektiver Eindruck, gewonnen aus langjähriger Redakteurserfahrung. Sehr viel genauer wollte Daniela Vogler wissen, wie sich das Denken von Technikern auf die Gestaltung von Fachtexten niederschlägt. Dazu untersuchte sie in ihrer Dissertation Beiträge aus jeweils zehn deutsch- und englischsprachigen Fachzeitschriften der Werkstoffwissenschaft. Die Autorin stellte unter anderem eine ausgeprägte Verwendung des Passivs sowie eine hohe Frequenz von Abkürzungen, Formelzeichen und Symbolen fest. Bezüglich des Stils ermittelte sie eine geringe syntaktische (formale Ordnung), aber hohe kognitive (auf das Erkennen bezogene) Komplexität sowie damit in Verbindung stehende vage Zahlen- und Maßangaben. Zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Fachdenken und -sprache leistet das vorliegende Werk einen wichtigen Beitrag. Dass es auf hohem wissenschaftlichen Niveau geschrieben wurde, braucht sicher nicht extra betont zu werden. Daher empfohlen für Fortgeschrittene.

Der technikwissenschaftliche Denkstil in seiner sprachlichen Manifestation. Dargestellt am Beispiel der Werkstoffwissenschaft. Von Daniela Vogler. Angewandte Linguistik aus interdisziplinärer Sicht, Bd. 26,. Hamburg 2008, 481 Seiten, Verlag Dr. Kovac. EUR 98,00. ISBN 978-3-8300-4054-5.

Kurz schreiben

Das Mikroblogging-System „Twitter“ ermöglicht, SMS-artige Kurznachrichten bis 140 Zeichen Länge in die weite Internet-Welt „hinauszuflüstern“. Zugleich fungiert es als soziales Netzwerk. Nicht nur Privatleute sind begeisterte Nutzer. Auch PR-Profis, Eventveranstalter, Zeitschriften und Firmen nutzen es als Kommunikationswerkzeug. Mittlerweile gibt es im Fahrwasser von Twitter auch viele nützliche Zusatzapplikationen von Drittanbietern. Über 140 Zeichen ein ganzes Buch zu schreiben, ist echte Fleißarbeit. Anhand vieler Beispiele begleiten die Autoren den Leser bei seinen ersten Schritten im Twitterversum, erläutern sehr ausführlich die einzelnen Funktionen und bieten Anregungen für die eigene Nutzung – vom passiven Monitoring über die Suche bis zur aktiven Nutzung für PR und Kundendialog. Es wundert nicht, dass zahlreiche Blogger sich mittlerweile ganz dem Twittern verschreiben und vielen anderen via Twitter der Weg zum (Mikro-)Bloggen geebnet wurde. Das auch per Handy leicht zu bedienende System eröffnet dank seiner technischen Lösung und dem Zwang, sich kurz zu fassen, eine neue Dimension der Kommunikation. Kein Medium ist so direkt, so schnell und so weitreichend wie Twitter. Lassen auch Sie sich inspirieren, dieses Buch hilft Ihnen dabei.

Twitter. Mit 140 Zeichen zum Web 2.0. Von Nicole Simon und Nikolaus Bernhardt, 235 Seiten, 2008, Open Source Press, München. EUR 19,90. ISBN 978-3-937514-74-1.

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