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Arena of Innovation„Bastelbude Motek“

Arena of Innovation auf der Motek: Erfinden – live auf der Messe
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Arena of Innovation: „Bastelbude Motek“
Die Motek bringt ein Show-down kreativer Entwicklungen. Arena of Innovation nennt sich ein Ideenpol, der live auf der Messe im Eingangsbereich stattfinden wird. Unternehmen und Privatleute haben hierfür Aufgaben gestellt, Tüftler aus anderen Unternehmen, Institute, Studenten oder andere freie Entwickler lösen diese Aufgaben unter dem Zeitdruck der Messe. Initiiert vom Veranstalter Schall, dem Fraunhofer IPA und dem Kompetenznetzwerk Mechatronik BW sollen im Zusammenwirken durchaus unkonventionelle Gedanken umgesetzt werden. Netzwerk-Geschäftsführer Volker Schiek erläutert das Messehighlight.


handling: Action auf der Motek: Mit der Arena of Innovation AoI als Ideenpark hält ein neues Element Einzug auf der Messe. Erleben wir dort eine Revolution der Entwicklungstätigkeit?
Volker Schiek: Mehr Kreativität bei der Entwicklung wäre zu wünschen. Wir sollten nicht mehr nur als PowerPoint-Ingenieur methodisch an Aufgaben herangehen, sondern das bessere Querdenken etablieren. Wir benötigen viele kreative Menschen, die querdenken und in Verbindung zueinander neue, bessere Lösungswege finden. Wir wollen durch Kreativität schneller zu den besseren Lösungen kommen. Die finalen Entwicklungsschritte müssen dann in bewährter Weise in dem etablierten Prozess erfolgen, den wir heute bereits nutzen.

handling: Welche Idee genau steckt denn hinter der Arena?
Volker Schiek: Produkte und Dienstleistungen sind in der Entwicklung nach meiner Überzeugung heute so komplex, dass ein Einzelner sie nicht mehr allein bewältigen kann. Die Lösung heißt Vernetzen, Kompetenzen und Kreativität. Gerade in Deutschland sind wir in den entscheidenden Technologien sehr gut aufgestellt und besetzen die vorderen Plätze der TopTen. Deswegen können und müssen wir das kreative Erleben einer Innovation öffentlich zeigen. Dabei wollen wir Erfinder, Wissenschaft, Entwickler und Unternehmer zu einem Team zusammenbinden.

handling: Sie haben wörtlich angekündigt: „Am Eingang machen wir ein Riesenchaos.“ Was um Himmels willen erwartet uns in Stuttgart?
Volker Schiek: Es gibt unterschiedliche Innovationstypen. Es gibt solche, die geniale Ideen haben, aber nie zu einem marktfähigen Produkt kommen. Daneben stehen die Unternehmertypen, die ökonomisch verwerten und sehr schnell wirtschaftlichen Erfolg haben. Wir suchen jetzt den Daniel Düsentrieb, den Albert Einstein, der keine Schranken sieht und nur von der Vision geleitet wird. Wir möchten die Plattform ohne Grenzen schaffen, die die Freidenker auf ein Ziel eint. Das Ganze ist natürlich organisiert und gecoacht. Chaos deswegen, weil die Akteure andere Typen mit anderen Arbeitsweisen sind. Deren Schreibtisch sieht absolut anders aus. Die benötigen eine Bastelbude.
handling: Vermittelt diese Arena damit nicht den Eindruck, dass der Motek Innovation fehlt?
Volker Schiek: Das kann ich mir absolut nicht vorstellen. Die Motek ist die Leitmesse Europas in den Bereichen Roboter, Automatisierung, Handling. Aber auch Messen müssen innovativ sein und neue Wege gehen. Die Arena of Innovation AoI ist eine Fortführung der Motek auf anderer Ebene – und eine zukunftsweisende Weiterentwicklung.

handling: Das bedeutet, die Arena of Innovation wird fortgesetzt?
Volker Schiek: Das ist beschlossene Sache und für nächstes Jahr in trockenen Tüchern.

handing: Nun haben die Teilnehmer nur knapp bemesse Zeit, etwas Kreatives zu entwickeln. Reicht das denn aus, Richtungsweisendes zu erfinden?
Volker Schiek: Wir haben durch einen Wettbewerb vier Themen identifiziert. Für zwei Probleme soll auf der Motek bereits ein Lösungsweg gefunden werden, möglicherweise bereits mit einem Prototypen. Für eine Aufgabe werden wir eine Machbarkeitsstudie vorlegen wollen. Eine Aufgabe wird über den Messetermin hinaus wirken. Auf der Motek 2011 wird dann der Prototyp gezeigt.

handling: Es entsteht eine Community für diese Aufgabe?
Volker Schiek: Das ist das erklärte Ziel.

handling: Vier Tage konzentrierte Arbeit, reicht das?
Volker Schiek: Nein, wir wollen auf einem Portal und an einer Präsentationswand bildlich die neuen Ideen und Visionen zeigen. Wir wollen Ideengeber und Entwickler motivieren, ihre Ideen bei uns an einer Empfangstheke abzuladen. Dazu wird es verschiedene Informationsstände geben, die diese Innovationsprozesse begleiten. Die Träger guter Ideen sollen also zu uns kommen. Dort werden sie kompetent beraten, betreut und wenn gewünscht auch gecoacht.

handling: Diese Ideenschmiede braucht Teilnehmer. Wer wird dort zu finden sein?
Volker Schiek: Die Kreativteams werden mögliche Lösungswege den Studenten zeigen, die dann händisch sofort etwas umsetzen. Wir benötigen natürlich noch Sponsoren, die uns die geeignete Hardware für die Aufgabenstellungen liefern. Wir werden Institute aus dem Forschungsbereich und wir wollen die Aussteller einbinden, damit sie zum Beispiel Ingenieure stundenweise für bestimmte Themenfelder zur Verfügung stellen. Dazu kommen mindestens zwei Business-Angels, die sich als Seniormanager mit all ihrer Erfahrung zur Verfügung stellen.

handling: Sie sprachen von vier Themen, die von der Wettbewerbsjury identifiziert wurden. Welche Problematiken erwarten uns?
Volker Schiek: Es geht um eine Lösung für eine feinfühlige automatisierte Mehrhandmontage, eine Türöffnungshilfe für Rollstuhlfahrer, ein Zugehörigkeitsnetzwerk für persönliche Gegenstände wie Schlüssel und ressourceneffiziente alternative Antriebe bis zur Marktfähigkeit.

handling: Die Initiatoren verbinden mit diesem Wettbewerb Hoffnungen. Welche stehen hinter der Arena?
Volker Schiek: Gute Ideen dürfen nicht in der Schublade verschwinden. Wir müssen uns öffnen. Das schließt auch das firmenübergreifende Innovieren ein. Die Notwendigkeit steigt mit der Komplexität der Produkte sowie mit der Verkürzung der zur Verfügung stehenden Entwicklungszeit. Und wir möchten dynamischere Innovationsprozesse im Sinne des wirtschaftlichen Umsetzungserfolges generieren. Das Hauptziel ist es, eine Community zu bilden, die die Lösungskompetenz und -methodik für alle diese verrückten Ideen bereitstellt und bereithält. Mit der Erfahrung dieser Community sollen Visionen professionell, sehr effizient und zielorientiert Wissen zu Geld machen.

handling: Seit der Ankündigung sind nun einige Wochen vergangen. Wie war die Resonanz?
Volker Schiek: Wir sind auf ein breites Interesse der Medien gestoßen, Politiker haben die Initiative aufmerksam zur Kenntnis genommen, und es gibt schon etliche namhafte Unternehmen, die sich aktiv beteiligen werden.

handling: Gibt es rechtlichen Schutz für die in Stuttgart präsentierten Ideen?
Volker Schiek: Eine sehr gute Frage. Man kann derartige Ideen, die auf der Messe präsentiert werden, für etwa drei Monate schützen. Genau für solche Fragen haben wir den Informationsstand „Patentberatung“ auf der AoI eingerichtet.

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Interview: Bernd Waßmann

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