Rückverfolgung

Einträglicher Blick über die Grenzen

Aus der multinationalen Rückverfolgung lässt sich für Unternehmen Gewinn erzielen.

Um wirtschaftliche Vorteile zu erreichen, benötigen internationale Unternehmen eine einheitliche Datenerfassung und lokales Know-how. Dabei rücken Verfolgbarkeit und Sichtbarkeit in den Mittelpunkt.

Globalisierung bietet der Wirtschaft viele Vorteile. Waren werden kostengünstig produziert und auf internationalen Märkten verkauft. Dies macht aber eine transparente Sicht über die verschiedenen Stationen innerhalb der Supply Chain notwendig. Global agierende Unternehmen behalten dank Rückverfolgungslösungen den Überblick in der Lieferkette. Eine einheitliche Datenerfassung und einheitliche IT-Plattformen sind Voraussetzung für wirtschaftliche Vorteile und helfen, die Kosten im Zusammenhang mit dem Liefermanagement zu kontrollieren.

Ständige Verfügbarkeit von Informationen

Zulieferer benötigen Verfolgbarkeit, um die Effizienz, Qualität und Sichtbarkeit der Logistik zu fördern. Wenn die Daten im richtigen Format zum richtigen Zeitpunkt erfasst werden und dem restlichen Unternehmen zur Verfügung stehen, ist es möglich, von diesen jederzeit verfügbaren Informationen zu profitieren. So entsteht ein Frühwarnsystem zur Reduzierung von Bestandslücken, Schrumpfungs- oder Lieferproblemen und für gezielte Rückrufe. Datenerfassungssysteme verbinden nicht nur die internationalen Glieder des ERP-Systems, sie schaffen auch Sichtbarkeit und machen Entscheidungen sicherer.

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Das Interesse des Verbrauchers an Verfolgbarkeit wird durch den Wunsch nach Informationen über das Produkt bestimmt, um sich über die Echtheit und die Herkunft der Rohstoffe zu vergewissern. Das liegt zum Teil auch daran, dass die Globalisierung bei Herstellern dazu führen konnte, zu „Markeninhabern“ zu werden, die ihre Produktion aber aus Kostengründen in Entwicklungsländern haben.

Profit durch einheitlichen Ansatz

Unternehmen, die auf internationaler Ebene Datenerfassungssysteme einführen, verfolgen vielschichtige Ziele. Zum einen ist dies ein Bemühen um verbesserte Produktivität und Datengenauigkeit als Fundament für effektive ERP-Systeme. Bei globalen Unternehmen folgen, sobald die Datenerfassung in einem Land organisiert ist, andere Länder nach. Selbst in Regionen, in denen die Investition in Auto-ID-Technologie nicht vorrangig vom Wunsch bestimmt wird, die Lohnkosten zu senken, diktieren betriebliche Einheitlichkeit und die Qualität des Vertriebs das Muster. Diese Erfahrung machte zum Beispiel das Einzelhandelsunternehmen DIA, das zur Carrefour-Gruppe gehört und die sprachgesteuerte Kommissionierung einführte, um Prozessverbesserungen zu erreichen und die variablen Kosten zu kontrollieren. Heute arbeiten bei DIA über 2.900 Mitarbeiter in 38 Lagerhäusern weltweit mit Voice-Technologie. Zetes begann in Europa mit der Einführung, bald folgten zwei weitere Kontinente, in denen die technische Umsetzung mit lokalen Partnern abgeschlossen wurde. In Asien und Lateinamerika waren zwar die Lohnkosten kein Problem, sehr wohl aber die Einheitlichkeit und Genauigkeit der Daten, da dies Auswirkungen auf die Bestandskontrolle und Kundenzufriedenheit hatte. Sprachgesteuerte Kommissionierung bot eine ideale Lösung und wurde hinzugefügt, um die Bearbeitung von Bestellungen zu verbessern.

Zulieferermanagement verbessert Kostenkontrolle

Die Investitionen, die zur Einführung von Datenerfassungssystemen in mehreren Regionen erforderlich sind, können schnell wachsen. Unternehmen müssen die Notwendigkeit von lokalem Management-Input und internem Engagement abwägen und kulturelle Sensibilität und lokale technische Unterstützung auf Unternehmensebene berücksichtigen, um von der Beschaffung aus einer einzigen Quelle, zentraler Sichtbarkeit und einheitlicher Umsetzung innerhalb des Projektrahmens zu profitieren.

Eine zentral konzipierte Datenerfassungsstrategie, die von lokalen Teams angepasst, umgesetzt und unterstützt wird, ist für Kunden günstiger und bietet zahlreiche Vorteile – etwa eine schnellere Projektumsetzung, da einmal gelernte Lektionen wieder angewendet werden. Das Servicemanagement ist in den verschiedenen Regionen einheitlich und ermöglicht einheitliche KPI (Key Performance Indicator) und optimale Effizienzniveaus. Und da weniger interne Ressourcen erforderlich sind, um die Zuliefererbeziehungen zu verwalten, sind auch die Kosten niedriger.

Für Unternehmen kann ein Technologiepartner, der in der Lage ist, einen standardisierten Ansatz mit kollektiver Kaufkraft und lokaler kultureller Sensibilität, Projektumsetzung und Unterstützungskapazitäten in Einklang zu bringen, von erheblichem Nutzen sein.

Jan Vermersch/bw

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