Makers in Motion

Wachstumskurs unter neuem Namen

Eingeladen hatte SKF Motion Technologies, doch am Stand auf der Motek prangte dann ein anderer, noch unbekannter Name in der neuen Leitfarbe sonnengelb: Ewellix. Die Ende 2018 verkaufte Lineartechniksparte des SKF-Konzerns folgt nun unter neuem Name ihrem eigenen Kurs. Anlässlich der Umbenennung sprach handling auf der Motek mit Ewellix-CEO Daniel Westberg über Hintergründe und Zukunftspläne.

Ewellix-CEO Daniel Westberg nutzte die Motek, um den neuen Namen und die neue Marke des Linearspezialisten der Öffentlichkeit vorzustellen. © WBM

handling: Herr Westberg, warum Ewellix?
Daniel Westberg: Ewellix: Makers in Motion, so heißt der Name vollständig, drückt die Werte unseres Unternehmens aus: Commitement, Collaboration, Agility oder auf Deutsch: Engagement, Zusammenarbeit und Beweglichkeit. Es war ein längerer Prozess, an dem auch unsere Mitarbeiter stark beteiligt waren. Insgesamt waren 80 Namen im Spiel. Am Ende konnte sich Ewellix durchsetzen. Ein Name, mit dem wir auch im Wettbewerb hervorstechen.

handling: Ewellix gehört seit dem 3. Dezember 2018 einigen Investment-Fonds, die von Triton Investments Advisers LLP gemanagt werden. Wie wirken sich die Trennung von SKF und die neue Eigentümerstruktur aus?
Daniel Westberg: Das sind zwei Fragen. Zunächst einmal. Wir können uns nun viel besser auf die anstehenden Aufgaben und unsere drei wichtigsten Sektoren fokussieren: Medizintechnik, Industrie und Mobile. Als eigenständiges Unternehmen können wir jetzt noch besser auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen. Der neue Eigentümer Triton Partners wiederum ist sehr daran interessiert, dass wir deutlich wachsen. Wir haben derzeit 1400 Mitarbeiter. Tendenziell sollen das mehr werden. Wir suchen derzeit besonders Ingenieure, um weiter wachsen zu können.

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handling: Die Zeichen stehen aber auf Krise.
Daniel Westberg: Man muss genau hinschauen, wo die Probleme liegen und was die Ursachen sind. Bei der Automation ist der Grund, dass China im Augenblick schwächelt. Aber auf anderen Märkten sieht es deutlich besser aus.

handling: Welche Trends sehen Sie denn, die einer Krise entgegenwirken?
Daniel Westberg: Wir arbeiten zum Beispiel daran, Fluidtechnik durch elektromechanische Lösungen zu ersetzen. Elektromechanik ist der Hydraulik und der Pneumatik in den meisten Punkten deutlich überlegen, egal ob man sich nun die Leistung, die Umweltverträglichkeit, die Komplexität oder die Kosten ansieht.

handling: Sie zeigen am Stand in der Tat neue Aktuatoren. Aber der Anschaffungspreis einer elektromechanischen Anlage ist doch immer noch höher als bei einer hydraulisch betriebenen Anlage?
Daniel Westberg: Das ist eine etwas verkürzte Sichtweise. Entscheidend sind ja die Kosten über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage und da haben sich die Mehrkosten dann sehr schnell amortisiert. Die neuen Aktuatoren-Reihen CASM und LEMC, die wir hier auf der Motek zeigen, machen das noch einmal sehr deutlich: Die CASM-Reihe haben wir beispielsweise für anspruchsvolle Einsätze in der automatisierten Hochgeschwindigkeits- und Großserienproduktion entwickelt. Diese Aktuatoren können Pneumatikzylinder in bestehenden Produktionsanlagen ersetzen. Sie sind modular aufgebaut und in allen Standardgrößen erhältlich und sie können mit verschiedenen Motortypen betrieben werden.

Die neuen Aktuatoren der LEMC-Serie sind für Anwendungen mit höherer Belastung ausgelegt und verwenden eine Planetenrollenspindel statt einer Kugelrollspindel. Damit verfügt der Aktuator über eine höhere Leistungsdichte als herkömmliche Ausführungen und ist unempfindlicher gegen starke Vibrationen aus der Einsatzumgebung.

handling: Sprechen wir zum Schluss noch von der deutschen Schlüsselbranche, der Automobilindustrie. Was planen Sie hier im Bereich Handling und Montage?Daniel Westberg: Die Automobilindustrie befindet sich mit dem Verschwinden des Verbrennungsmotors in einer Übergangsphase. Entscheidend sind jetzt Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Jedes Werk sollte heute in der Lage sein, mehrere Modelle auf einer einzigen Produktionslinie herzustellen – ganz gleich ob SUV oder Elektrofahrzeug. Auch die Umrüstzeiten wollen wir beschleunigen helfen. Um Anwender dabei zu unterstützen, hat Ewellix flexibel einsetzbare Car Transfer Units (CTUs) entwickelt. Hersteller haben mit diesen Positioniersystemen ihre Montagelinie gegenüber herkömmlichen Lösungen um bis zu 85 Prozent schneller umgerüstet: Sie können in weniger als zwei Wochen in die Produktionsline integriert und in Betrieb genommen werden. dsc

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