Innovationsförderung

Bürokratie abgenommen

Innovationsförderung durch ZIM wird durch Agenturunterstützung leichter. Fördergelder sind angenehm – aber nur durch Antragstellung zu erhalten. Das bedeutet bürokratischen Aufwand vor allem für die KMU – mit dem Risiko der Nichtgewährung. Professionelle Agenturen wir Innoscripta aus München werben im Firmenauftrag die Gelder für KMU ein. handling sprach mit dem Senior-Berater Nicolas Frank.

Projektverlauf eines Förderantrags bei Innoscripta: Bis zur Bewilligung vergehen etwa vier Monate. (Illustration: Innoscripta)

Innoscripta unterstützt KMU beim Finden von Fördertöpfen. Sie sind dabei als Beratungsagentur auf öffentliche Mittel spezialisiert. Wie läuft das ab?
Die Arbeit von Innoscripta gliedert sich grob in drei Phasen: Zunächst entwickeln wir in enger Zusammenarbeit mit unseren mittelständischen Kunden aus deren innovativen Ideen belastbare Projektkonzeptionen. Anschließend bemühen wir uns, ein schlagkräftiges Partnernetzwerk aus weiteren Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Selbstständigen zusammenzubringen, durch das alle benötigten Kompetenzen bestmöglich abgedeckt werden. Final folgt dann die Förderphase, in der wir für die jeweilige Situation entsprechend der technischen Richtung, der Entwicklungstiefe und des Finanzierungsaufwandes geeignete Fördermöglichkeiten evaluieren und hierfür bei der Antragstellung unterstützend tätig sind.

In welchem Stadium treten die KMU an Sie heran?
Nicht selten sind die Vorschläge in einem Entwicklungszustand, der irgendwo zwischen „unausgegoren“ und „halbwegs nachvollziehbar“ ist. Das liegt begründet darin, dass die kreativen Köpfe meist auch die Entscheidungsträger sind und daher schlicht vom Tagesgeschäft so vereinnahmt sind, dass ihnen eine ausführliche Konzeptentwicklung nicht möglich ist. Deswegen existieren in den seltensten Fällen bereits schriftliche Aufzeichnungen, Studien oder Prinzipskizzen.

Anzeige

Wer kommt denn da zu Ihnen?
Oftmals treten Geschäftsführer oder Technische Leiter mit ihren Ideen an uns heran. Unsere Aufgabe ist es, den Innovationsgehalt zu erkennen und die Ideen so zu strukturieren, dass sie ein stabiles Fundament für die Entwicklung eines Businessplans bilden. Nachdem wir den technischen Sachverhalt durchdrungen haben, gilt es, sich einen Marktüberblick zu verschaffen: Was macht die Konkurrenz? Haben andere Firmen ähnliche Probleme oder möglicherweise schon Lösungsansätze hierfür entwickelt? Gibt es patentrechtliche Einschränkungen, die die Entwicklung behindern könnten?

Das führt jetzt noch nicht direkt in die Förderung.
Nein, anschließend erstellen wir erst einmal eine klassische Entwicklungsroadmap. Die einzelnen Entwicklungsschritte werden identifiziert, Meilensteine definiert und eine Zeit- und Kostenschätzung durchgeführt. In diesem Zuge diskutieren wir mit unseren Kunden auch, welches Know-how möglicherweise nicht im Unternehmen vorhanden ist und zum Beispiel durch eine Kooperation von außen in das Projekt geholt werden muss.

Nicolas Frank; Konzeption first – nur dann klappt es auch mit der Förderung. (Foto: ZIM)

Wir sehen das eher als unternehmerische Aufgabe…
Nur wenn die grobe Konzeption und das Netzwerk stehen, macht es Sinn, sich ausführlicher mit dem Thema Fördermöglichkeiten zu beschäftigen. Angesichts der Fülle an verschiedenen Fördermittelgebern, -konditionen und -arten ist eine ausführliche und verständliche Beratung unserer Kunden sehr wichtig. Erst nachdem ein geeigneter Call oder ein passendes Programm gefunden wurde, kümmern wir uns darum, das Konzept in Antragsform zu bringen und unterstützen dabei auch bei allen rechtlichen und kaufmännischen Fragen.

Dann kann es ja losgehen, oder?
Im besten Falle folgt auf die Antragsphase dann die geförderte Entwicklungsphase. Hier nehmen wir unseren Kunden sämtliche anfallende Bürokratie ab, so dass sie sich auf das konzentrieren können, was wichtig ist – das Projekt erfolgreich zu verfolgen und erfolgreich am Markt einzuführen.

Es gibt zahlreiche Agenturen wie Innoscripta. Wo liegt der USP bei Ihnen?
Wir kümmern uns erst um die Konzeption und dann um die passenden Fördermittel und nicht anders herum, wie es viele Konkurrenten machen, die beispielsweise nur ein bestimmtes Förderprogramm im Fokus haben. Das wird auch deutlich an unserer heterogenen Teamzusammensetzung – unter unseren 14 Mitarbeitern ist alles vertreten vom Politikwissenschaftler bis zum Ingenieur und von der Germanistin bis zum Physiker. Außerdem entstammt unser Unternehmen ursprünglich selbst einem innovativen Umfeld aus der Medizintechnikbranche und kann sich daher bestens mit der Situation unserer Kunden identifizieren.

Der Förderantrag bedeutet ja noch keine Bewilligung. Fallen auch bei einer Ablehnung entsprechende Aufwendungen für Innoscripta an?
Von Vorteil ist, dass wir das volle Risiko übernehmen, das mit dem Einwerben von Fördermitteln einhergeht. Erstellt ein Unternehmen einen Antrag selbst und scheitert dieser, gehen allein durch die darauf verwendete Arbeitszeit einige tausend Euro verloren. Wir arbeiten rein erfolgsbasiert, das heißt, unsere Kunden zahlen uns nur dann eine Provision, wenn wir für sie erfolgreich waren.

Das hört sich risikolos an. Zumindest für die Antragsteller. Wie sieht das für Innoscripta aus?
Wir achten von Anfang an darauf, nur solche Ideen fördern zu lassen, die diese Förderung auch verdienen. Deshalb ist unser Versprechen, dass wir auch bei einer Ablehnung des Antrags nicht locker lassen und neue Wege evaluieren oder das Konzept weiter überarbeiten. Wenn wir uns zur Zusammenarbeit mit einem Kunden entschlossen haben, sind wir von seiner Innovationskraft auch überzeugt.

Sie kümmern sich dabei um die ganze Bandbreite der öffentlichen Förderungen für die KMU?
Die Förderlandschaft ist so vielfältig, dass es fahrlässig wäre, sich von vornherein einzuschränken. Wir haben bereits Projekte in EU-Programmen, auf Bundes- oder Landesebene oder auch von diversen Stiftungen betreut. Zweifelsohne ist jedoch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufen wurde, für kleinere mittelständische Kunden am interessantesten, denn es ist sowohl themenoffen als auch nicht an terminierte Calls gebunden. Außerdem ist es so designt, dass sich der bürokratische Aufwand für die Dokumentation des Projektfortschritts in Grenzen hält, was natürlich ebenfalls kleineren Unternehmen ohne eigene Buchhaltung entgegenkommt.

Gerade bei ZIM stehen ja bedeutende Änderungen ins Haus.
Leider herrscht momentan eine Art „ZIM-Loch“, denn nachdem die alte Richtlinie zum 31.12.2014 ausgelaufen ist, konnte die neue noch nicht rechtzeitig verabschiedet werden, so dass eine Beantragung erst ab April wieder möglich sein wird. Es sind aber bereits einige Neuerungen bekannt geworden. Freuen dürfte die Unternehmen, dass die Projekte mit jetzt 380.000 Euro Projektkosten pro teilnehmenden Partner etwas größer ausfallen dürfen und auch die Gehaltsgrenze deutlich angepasst wurde. Forschungseinrichtungen werden in Zukunft immer vollumfänglich gefördert.     bw

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

News

Preis auf der SPS

Ein neuer Innovationspreis der Automatisierungsindustrie wird auf der SPS IPC Drives in Nürnberg dieses Jahr erstmalig verliehen. Gefördert werden herausragende Leistungen junger Ingenieurinnen und Ingenieure mit einer Altersgrenze von 35 Jahren.

mehr...

News

OWL als Wegbereiter

In Ostwestfalen-Lippe (OWL) wächst ein Technologienetzwerk aus Wirtschaft und Wissenschaft, das weltweit Maßstäbe auf dem Gebiet „Intelligente Technische Systeme“ setzen will.

mehr...