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Analysesoftware - Schneller graben im Datenberg

AnalysesoftwareSchneller graben im Datenberg

Analysesysteme für gesamte Prozesskette. Die Suche nach Schwachstellen in der Supply Chain ist eine große Herausforderung, denn gängige Analysetools können die ohnehin schon komplexen Prozesse nicht ganzheitlich erfassen. Die neue Process-Mining-Technologie ermöglicht hingegen Analyse und Visualisierung der gesamten Prozesskette.

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Analysesoftware: Schneller graben im Datenberg

Zulieferer für die Automotive-Branche verfügen über eine breite Produktpalette und ein weitläufiges Netzwerk aus Lieferanten, Produktionswerken sowie regionalen und lokalen Distributionscentern. Dieses Netzwerk ist die Basis einer umfangreichen Supply Chain, die aufgrund ihrer enormen Komplexität nicht immer vollständig transparent ist. Entsprechend aufwendig ist ihre Überwachung, Steuerung und Optimierung. Nur schwer erhält der Supply-Chain-Manager Einblick in die Prozesse einzelner Werke, Lager, Lieferanten und vor allem deren Zusammenspiel, das einen wesentlichen Teil der Wertschöpfungskette ausmacht. Dabei entstehen ineffiziente Prozesse, die beispielsweise für hohe Lagebestände und eine ungünstige Kapitalbindung sorgen oder genauso gut zu niedrigen Lagerbeständen führen können, was hohe Transportkosten und einen drohenden Produktionsstillstand mit sich bringen kann. Ein falsches Inventarmanagement, inneffiziente und zu lange Transportwege oder schlicht die Überbelastung von Produktionseinheiten bis hinab zur einzelnen Maschine können sich als Flaschenhals in der Supply Chain erweisen und für hohe Durchlaufzeiten und unnötige Prozess-Schleifen sorgen. Fällt dem Management bei einem Kundenauftrag – ohnehin meist nur durch Zufall – eine zu lange Lieferzeit auf, müssen die Mitarbeiter jedoch umständlich in mühsamer Handarbeit alle Einzelprozesse recherchieren, um auf die Ursache dieses einen Vorfalls zu stoßen. Dabei vergehen schnell mehrere Wochen, bis das Ergebnis vorliegt.

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Optimierung durch Prozessanalyse-Technologie
Klassische Analysetools zur Prozessoptimierung und Fehleranalyse sind in der Anwendung oft limitiert und zeitintensiv. Üblicherweise können sie nur einzelne Schritte oder Kennzahlen eines Prozesses wie etwa Fertigungsaufträge, Produktionskosten, Lagerbestände oder Bestellungen erfassen, deren Daten aus einem einzigen IT-System stammen und erst aufgearbeitet werden müssen. Dadurch ermittelt der Supply-Chain-Manager zwar, an welcher Stelle es im Prozess hakt, Ursachen und Optimierungspotenzial bleiben ihm aber oftmals verborgen, da zusammenhängende Informationen über die tatsächliche Prozesskette nicht abgebildet werden. Um derartige Szenarien zu vermeiden, setzen immer mehr Unternehmen auf Process Mining. Dabei handelt es sich um eine intelligente Lösung, mit der Zulieferer sämtliche Daten ihrer IT-gestützten Geschäftsprozesse nutzen können, um die notwendige Transparenz für eine Optimierung zu schaffen. Dazu greift Process Mining in Echtzeit auf große Mengen an Daten unterschiedlichster IT-Systeme zurück, die große Unternehmen wie ein Automobilzulieferer tagtäglich produzieren. Jeder Auftrag, jeder Lager- oder Logistikprozess, jeder Kontakt mit Kunden oder Lieferanten hinterlässt in den globalen IT-Systemen des Unternehmens eine digitale Spur, die dazu genutzt werden kann, die gesamte Prozesskette zu rekonstruieren und grafisch darzustellen. „Auf diese Weise behält der Supply Chain Manager den Überblick und kann Schwachstellen in der Prozesskette sofort identifizieren“, erklärt Alexander Rinke, Chief Product Owner und Mitgründer von Celonis, die die Process-Mining-Technologie entwickelt hat. Der Nutzer kann über einen Schieberegler im Interface die Prozesskomplexität erhöhen oder reduzieren. So stellt der sogenannte Prozessexplorer sämtliche Varianten dar, vom häufigsten Prozessablauf bis hin zur vollständigen Visualisierung aller momentan auftretenden Abläufe, wobei jederzeit alle zu Grunde liegenden Einzelbelege oder -vorfälle aufgerufen werden können. Darüber hinaus kann der Nutzer eigene Filter setzen, um zum Beispiel individuelle Materialflüsse oder Prozesse über ein spezielles Objekt wie etwa einem Produktionswerk zu verfolgen.

Intuitive Prozess-visualisierung in Echtzeit
Bei einem klassischen Analysetool muss der Nutzer mit einem Anfangsverdacht an sein Zahlenwerk herangehen. Nach und nach klopft er so die möglichen Ursachen zum Beispiel für zu lange Lieferzeiten ab – wie lange benötigt ein Lieferant, wie lange dauert die Produktion, was wird bevorratet. Process Mining hingegen bietet einen explorativen Ansatz, der es dem Nutzer erlaubt, von der übersichtlichen Prozesskette, Schritt für Schritt unterschiedlichen Prozessvarianten oder dem Verlauf zum Beispiel von bestimmten Teilen, Lieferanten oder Werken nachzugehen. Diese Darstellung ermöglicht ein intuitives Verständnis über die einzelnen Dynamiken in einem Prozess und kann mit der Einstellung eigener Kennzahlen und Filter genutzt werden, um schnell aussagekräftige Berichte für das operative Supply-Chain-Management zu erstellen. Celonis Process Mining ist SAP HANA zertifiziert und nutzt diese Plattform, um umfangreiche Big-Data-Szenarien in kürzester Zeit zu verarbeiten und daraus Prozesse über unterschiedliche IT-Systeme in Echtzeit auszuwerten. Anders als bei klassischen Analysetools, deren Ergebnisse nur eingeschränkten Einblick gewähren und auf Daten beruhen, die bereits ein paar Tage oder gar Wochen alt sind, können Supply-Chain-Manager mit Process Mining schneller und zielgerichteter auf Abweichungen und Probleme in Prozessen reagieren und somit unnötige Kosten vermeiden. „Process Mining ist eine neue Big-Data-Technologie, die es Unternehmen ermöglicht, das Potenzial ihrer eigenen Daten voll auszuschöpfen und so den Grundstein für mehr Transparenz und Optimierung zu legen“, sagt Celonis-Gründer Rinke. „Ob in der Lagerhaltung und Logistik, bei Order to Cash, Procure to Pay, oder auch bei Controlling, Compliance und IT-Management Prozessen – das Potenzial Kosten und Zeit einzusparen durch das Aufdecken von Schwachstellen und Ineffizienzen ist enorm.“ Beispielsweise ist es laut Rinke möglich, bei Bestellungen die Anzahl von zeitintensiven manuellen Eingriffen wie Rückbuchungen um 20 Prozent zu reduzieren. „Gerade in der Produktion und der Lieferung können optimale Prozessabläufe unnötige Durchlaufzeiten um bis zu 70 Prozent verringern“, so der Chief Product Owner. Die Zulieferer in der Automobilbranche erhalten mit Process Mining die notwendige Flexibilität in Produktion und Logistik. 

Marc Hankmann/bw

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