"Technische Sauberkeit“

Sauberkeit: permanent dranbleiben!

Montage und Technische Sauberkeit – ein Gegensatz? Auf zwei Messen in Stuttgart – auf der Motek sowie der parts2clean im Oktober 2018 haben sich Vertreter des Cleaning Excellence Center Leonberg (CEC) zum Thema „Technische Sauberkeit“ (TecSa) umgesehen – mit unterschiedlichem Ergebnis.

„Das Auspacken ist der Knackpunkt bei der Bauteilsauberkeit". © Deutsche Messe AG

CEC-Vorsitzender Ralf Nerling hatte bei der Motek den Eindruck, dass das Thema TecSa „lästig“ ist, da die Berücksichtigung der VDA 19.2 in der Montagetechnik nur zusätzliche Kosten verursacht. In der VDA 19.2, dem Standardwerk für die Technische Sauberkeit, werden Empfehlungen gezeigt, die zur Erhaltung der Bauteilsauberkeit während der Montage von empfindlichen Baugruppen führt. Auf der Messe parts2clean (p2c) war die Bauteilsauberkeit das zentrale Thema. Das CEC hatte unter Mitwirkung des Messeveranstalters Deutsche Messe einen großen Prozessstand mit dem gesamten

Ablauf der Bauteilsauberkeit und deren Qualitätssicherung organisiert. Mitglieder des CEC hatten zwei Mindmaps „Reinigung“ und „Prüfung“ erstellt, die auf ein bemerkenswertes Interesse gestoßen sind – diese Systematik ist auf http://www.cec-leonberg.de herunterladbar.

Der Prozessstand war in drei Sektoren aufgeteilt: 1. Entgraten und Reinigen inklusive Prozesschemie, 2. Logistik mit Transport und Lagerung samt Schleusensystemen zum Sauberkeitslabor sowie 3. Prüfung der Bauteilsauberkeit und den dazugehörigen Einrichtungen wie Partikel-Extraktion, Filtertrocknung, Gravimetrie, Lichtoptische Analyse – alles im Reinraum ISO7.

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Aus Gesprächen mit Besuchern und Ausstellern ließ sich feststellen, dass die Punkte 1 und 3 intensiv und erfolgreich gehandhabt werden. Als Schwachpunkt in der ganzen Sauberkeitskette wurde von allen der Punkt 2 angegeben – also die Strecke zwischen dem Ende des Reinigungsvorgangs bis zur weiteren Verwendung des hoffentlich noch sauberen Bauteils.

Warum ist das so schwierig, den technologisch nicht so anspruchsvollen Bereich „Logistik“ im erforderlichen Maß mit einzubinden? Bei der Reinigung und auch bei der Verpackung wird ein großer Aufwand betrieben, der auf der Transport- und Lagerstrecke und insbesondere beim Entpacken wieder vernichtet wird. Die Schwierigkeit liegt an den vielen externen Positionen, wo unzureichend informierte und ungenügend ausgebildete Werker die Prozesse Transport, Lagerung und Entpackung betreuen.

Das Wissen um die Entstehung der Verunreinigungen, Vermeidung dieser und die Auswirkungen von Partikeln auf die Funktionalität der Endprodukte wäre sinnvoll. Die Schulung von Mitarbeitern und Beteiligten ist mit Kosten verbunden, was für manche Unternehmen ein Hinderungsgrund sein könnte. Hinzu kommt, dass eine einmalige Schulung nicht ausreicht – vielmehr sind fortwährende Einweisungen und Weiterbildungen für den Erhaltung eingeführter Standards unbedingt erforderlich.

Was ist die zukünftige Aufgabe, um den gesamten Prozess von der Entgratung bis zur Endmontage hinsichtlich der TecSa wirtschaftlich managen zu könne? Die Forderungen zur Bauteilsauberkeit sollte auf einem wirtschaftlich vertretbaren Level gehalten werden: den feinen und damit kostenaufwendigen Bereich bis 200 Mikrometer Partikelgröße möglichst meiden, 200 bis 400 Mikrometer als mittlerer Bereich mit Standardmaßnahmen erreichbar machen und 400 bis 600 Mikrometer als erstrebenswert erachten, da hier der Kostenaufwand am geringsten ist.

„Wissen um die Auswirkungen von Partikeln auf die Funktionalität der Endprodukte wäre sinnvoll“.

Weitere Maßnahmen: Die Produktionsumgebung, in der es um erhöhte Sauberkeit geht, sollte für den Normalverkehr unzugänglich gemacht werden, um Aufwirbelungen von Schmutzteilchen zu vermeiden. Luftzug durch offene Fenster und Tore ist zu verhindern, zum Beispiel durch Zufahrts- und Absperrschleusen. Diejenigen Personen, die an empfindlichen Orten tätig sind, sollten entsprechend der Sauberkeitsanforderungen passende Kleidung tragen. Und nicht zuletzt: Eine permanente Schulung der am Prozess der sauberen Produktion beteiligten Personen ist unabdingbar. CEC e.V./pb

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Das Kompetenzzentrum Industrielle Bauteile- und Oberflächenreinigung Leonberg e.V., kurz Cleaning Excellence Center (CEC), ist ein Kompetenznetzwerk für die Technische Sauberkeit (TecSa) mit Sitz in Leonberg (www.cec-leonberg.de). Das Netzwerk wurde im Juni 2011 mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, dem Messebetreiber der „parts2clean“ und der Stadt Leonberg gegründet. Zu den CEC-Mitgliedern zählen Technologieunternehmen sowie mittlere und kleine Betriebe aus allen Bereichen der Industriellen Reinigung. Vorsitzender ist derzeit Dipl.-Ing Ralf Nerling(nerling@t-online.de).

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