Special Motek

Drei Jahrzehnte treu

IEF Werner ist auf der Motek Aussteller der ersten Stunde
Einer der ersten: IEF-Messestand im Jahr 1984. (Fotos: IEF Werner)
Der Automatisierungsspezialist IEF Werner aus Furtwangen im Schwarzwald ist in diesem Jahr bereits zum 30. Mal auf der Motek, der internationalen Leitmesse für Montage-, Handhabungstechnik und Automation (10.–13.10. in Stuttgart) – und damit von Anfang an dabei. Seitdem hat sich nicht nur die Motek entwickelt, auch bei IEF Werner hat sich so einiges in Sachen Entwicklung und Innovation getan.

Was 1982 im kleinen beschaulichen Rahmen in Sindelfingen in der Nähe von Stuttgart begann und später in Sinsheim rasch an Größe und Bedeutung gewann, findet heute als wegweisendes Branchenereignis auf der Messe Stuttgart statt. Von Anfang an dabei: IEF Werner. „Diese Fachmesse ist für uns ein ausgezeichnetes Schaufenster der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Montage- und Automatisierungstechnik“, sagt Ulrich Moser, Leiter Vertrieb und Marketing bei IEF Werner. Die Motek hat sich für den Schwarzwälder Spezialisten sehr schnell zum Messe-Highlight des Jahres entwickelt. Auf der ersten Motek stellten rund 35 Unternehmen aus. „Als Veranstaltungsort stand uns damals eine bessere Festhalle zu Verfügung“, schmunzelt Moser. „Wir stellten dort den Prototyp unserer ersten eigenentwickelten Linearachse aus. Diese frästen wir damals noch aus dem Vollen.“

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IEF Werner hatte bis 1987 hauptsächlich motorisch angetriebene Lineareinheiten mit Schrittmotorsteuerung im Programm. Diese bestanden im Wesentlichen aus zwei freitragenden Rundwellen. Das bewegliche Schlittenteil wurde mittels geschlossener Kugelbuchsen entlang der Rundwellen durch einen Zahnriemen bewegt. „Diese Art der Konstruktion stieß bei größer werdenden Hüben allerdings schnell an ihre Grenzen“, erklärt Moser. „Denn die Steifigkeit wurde immer schlechter.“
1987 wurde bei dem Schwarzwälder Unternehmen die Idee geboren, eine Lineareinheit mit vollständig unterstützten Führungswellen zu entwickeln. Bei dieser neuen Lineareinheit setzte IEF Werner weitere Funktionsmerkmale um. Dazu gehörten zum Beispiel ein innenliegender Zahnriemen, integrierte induktive Endlagenschalter, eine patentierte Zahnriemenspannvorrichtung, Standard-Zahnriemen-Getriebe zum Anbau von Schrittmotoren sowie die einfache und flexible Möglichkeit, Lineareinheiten durch Klemmpratzen zu befestigen. Die Führungswellen wurden unter dem Aspekt „möglichst große Führungsbasis“ angeordnet. Deshalb saßen sie außen am Aluminiumprofil. Die offenen Kugelbuchsen wurden so angebracht, dass der Schlitten von allen Richtungen mit der gleichen Kraft belastet werden konnte.

Strangpressprofil mit regem Innenleben

IEF Werner stellte Ende der 80er Jahre ein aus dem Vollen gefertigten Prototypen einer Linearachse aus, der bei den Messebesuchern auf reges Interesse stieß. Danach entwickelte das Unternehmen ein Strangpressprofil, das alle oben genannten Funktionen „on board“ hatte. „Damit konnten wir Lineareinheiten mit Hublängen von 5.600 Millimeter umsetzen. Dieses Strangpressprofil konnten wir auch für Lineareinheiten mit integrierter Kugelrollspindel verwenden“, erklärt Moser. Die Messe wuchs, und der Messeveranstalter Paul E. Schall kam zu dem Ergebnis, dass Sindelfingen für die Motek einfach zu klein ist. 1990 wurde sie deshalb nach Sinsheim verlegt. IEF Werner erweiterte in dieser Zeit sein Produktprogramm mit der Baugröße Modul 142 und Modul 68. „Diese Produkte fassten wir unter der Rubrik „basic class“ zusammen“, so Moser. „Bei diesen Entwicklungen stand ein Baukastensystem im Vordergrund, mit dem die verschiedenen Baugrößen untereinander kombiniert werden können. In Verbindung mit unserer Steuerungstechnik konnten wir komplette Achskonfigurationen aus einer Hand anbieten.“

Kunden stellten jedoch immer höhere Anforderungen an Dynamik, Genauigkeit und Tragfähigkeit. Die Kugelbuchsen stießen immer häufiger an ihre Leistungsgrenze, so dass IEF Werner über eine neue Generation von Lineareinheiten nachdachte. „Bei den Linearführungen mit Kugelrollspindeln brachten wir die Baureihe profiLine auf den Markt“, sagt Moser. Diese Baureihe zeichnet sich beispielsweise durch innenliegende Profilschienenführungen und hohe Ablaufgenauigkeit aus. Erreicht wird dies durch bearbeitete Strangpressprofile. Weitere Merkmale sind eine hohe Tragfähigkeit sowie eine innenliegende schmutzgeschützte Spindel. Die profiLine Baureihe verfügt heute über fünf Baugrößen.

Bei den Lineareinheiten mit Zahnriemenantrieb entwickelte IEF Werner die Premium Class. Dabei entschied sich der Automatisierungsspezialist für innenliegende Profilschienenführungen, leistungsstarke Zahnriemen sowie steife Strangpressprofile. Durch die verwendeten Komponenten ließen sich diese Einheiten auch für hochdynamische Applikationen in der Handhabung einsetzen. Die Gruppe besteht aus fünf Baugrößen. Bei den Handlingsystemen für Kleinteile, bei denen eine sehr hohe Dynamik und Reproduzierbarkeit im Mikrometer-Bereich gefordert sind, entwickelte IEF Werner die Produktfamilie euroLine. Das ist eine kompakte Lineareinheit mit Direktantrieb und Direktwegmessung. Für Applikationen, bei denen noch höhere Auflösungen gefordert werden, kann dieses System auch mit einem piezokeramischen Antrieb ausgestattet werden. In Verbindung mit einem hochauflösenden Messsystem lassen sich Auflösungen von 0,1 Mikrometer erreichen.

2007 zog die Motek nach Stuttgart. Die Messe hatte jetzt 40 Prozent mehr Ausstellungsfläche und damit knapp 200 Unternehmen mehr am Start. Diese beiden Zahlen machen deutlich, wie notwendig der Standortwechsel von Sinsheim nach Stuttgart war. „Dieses hochmoderne Messegelände ist das ideale Umfeld, um die neuesten Produkte und Entwicklungen der Montage- und Handhabungstechnik zu präsentieren“, sagt Moser. Zu diesen Entwicklungen gehört bei IEF Werner aktuell die Vertikalachse vom Typ 55 ZOM. Bei dieser ist der Motor nicht an der Vertikal-, sondern an einer Horizontalachse fest angebracht. Damit wird das Eigengewicht der Vertikalachse so gering wie möglich gehalten. Das Ergebnis: eine hohe Dynamik sowohl in der Horizontal-, als auch in der Vertikalachse. Außerdem werden bei diesem System keine Motorkabel bewegt, was die Energieführung wesentlich vereinfacht. Das spart zusätzliche Kosten ein. „Die Motek ist für uns heute mehr denn je die wichtigste Plattform, um unseren Bestandskunden und potenziellen Neukunden unsere Innovationen vorzustellen. Und das wird sie in dieser innovativen Branche auch weiterhin bleiben“, betont Moser.

Klaus Schöffler/bw

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