Wirtschaftsförderung

Freistaat ganz vorn

Vier Säulen tragen Sachsens dynamische Wirtschaft
Mikro, Auto, Bio, Maschine. Dieser Vierklang beschreibt Sachsens wirtschaftliche Stärken und Ambitionen. Mit Fug und Recht darf Sachsen von sich behaupten, dass hier die Wiege des deutschen Maschinenbaus steht. Chemnitz war vor 150 Jahren das sächsische Manchester. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und der damit einhergehende Ausbau der Infrastruktur äußern sich noch heute im dichtesten Eisenbahnnetz Deutschlands.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten viele Firmen nach West-Deutschland und sorgten dort mit für das bundesdeutsche Wirtschaftswunder. Was zurückblieb, war immer noch stark genug, um maßgeblichen Anteil am industriellen Erstarken der DDR und des gesamten, von der damaligen Sowjetunion beherrschten Wirtschaftsraumes zu haben.

Autoland Sachsen

Sachsen ist seit mehr als 100 Jahren Autoland. August Horch errichtete sein erstes Werk 1904 in Zwickau, später baute er ein zweites auf, übersetzte dafür seinen Namen in den lateinischen Imperativ: „Audi“. Der in der DDR hergestellte Kleinwagen Trabant baute auf diese Traditionen auf, während Audi nach dem Krieg im bayerischen Ingolstadt neu begann. Aufgrund einer bereits 1987 gelegten Kooperation wurde der Volkswagen-Konzern auf den Automobilstandort aufmerksam und engagierte sich nach der Wiedervereinigung Deutschlands wie kein anderes westdeutsches Großunternehmen. Heute unterhält VW in Sachsen fünf Motoren- beziehungsweise Automobilwerke mit 7.000 Mitarbeitern, darunter ist auch die „Gläserne Manufaktur“ in Dresden, wo die Premium-Marke Phaeton unter den Augen von Käufern und Touristen montiert wird. Mit weiteren Werken von Porsche und BMW in Leipzig sowie Neoplan in Plauen mit mehr als 450 Zulieferern, einer einzigartigen Landschaft an Forschung und Entwicklung und heute rund 65.000 Beschäftigten entstand das „Autoland Sachsen“.

Anzeige

Neues Feld „Retrofitting“

Gleichwohl rangiert der ebenso wiedererstarkte Maschinenbau gleich dahinter. Dieser kann heute auf eine Tradition von mehr als 175 Jahren verweisen und ist neben der Automobil- und Zulieferindustrie immer noch eine der Schlüsselbranchen der sächsischen Industrie. Etwa 34.000 Beschäftigte in rund 450 überwiegend kleinen und mittleren Maschinenbau-Unternehmen erzielen einen Gesamtumsatz von circa fünf Milliarden Euro. Davon werden rund 2,1 Milliarden im Ausland umgesetzt, womit die Exportquote 42 Prozent beträgt. Der Maschinenbau in Sachsen weist heute die höchste Produktivität in Ostdeutschland auf und erwirtschaftet die Hälfte des Branchenumsatzes der fünf neuen Bundesländer. Dass der sächsische Maschinenbau weltweit, insbesondere in Osteuropa und den GUS-Staaten, ein ungebrochen gutes Image hat, spiegelt sich ebenfalls in der hohen Exportquote wieder. Namhafte und traditionsreiche Unternehmen des Werkzeugmaschinen-, Druckmaschinen-, Textilmaschinen- sowie des Anlagenbaus, wie Trumpf, Starrag Heckert, Niles-Simmons, Union, Hörmann-Ravema, Barmag Spinnzwirn, Karl Mayer Malimo, Schönherr Textilmaschinenbau, Koenig & Bauer (KBA), MAN Roland Druckmaschinen, MAN Takraf Fördertechnik, Linde, Von Ardenne Anlagentechnik und Siemens produzieren in Sachsen. Insgesamt ist der sächsische Maschinenbau durch den Mittelstand geprägt. Die kleinen und mittleren Unternehmen überzeugen durch ihre Innovationskraft und ihre Fähigkeit, sich den rasch wandelnden Marktbedingungen anzupassen.

Viele der heutigen sächsischen Mittelständler sind Technologie-Erben von einst großen DDR-Betrieben, die damals Tausende von Maschinen an „den großen Bruder“ UdSSR gesandt haben. Hier eröffnet sich heute das wirtschaftlich hoch interessante Feld des „Retrofitting“, das sächsische Betriebe mit zunehmendem Erfolg besetzen.

Mikroelektronik-Cluster mit Weltgeltung

Auf einem Fundament des bereits vor mehr als 40 Jahren gegründeten Zentrums für Mikroelektronik Dresden und dem Kombinat Robotron konnte Sachsen in den 90er Jahren den Mikroelektronik-Standort aufbauen. Eine über Jahrhunderte währende Bergbauerfahrung und die Kenntnis über Metalle und andere Elemente führten im Raum Freiberg zu einer Wissenskonzentration, die unter anderem in die moderne Waferfertigung mündete. Heute ist die Region Dresden und Freiberg ein Mikroelektronik-Cluster mit Weltgeltung, das unter dem Begriff „Silicon Saxony“ firmiert, allen voran der Leuchtturm Advanced Micro Devices (AMD) und Infineon beziehungsweise Qimonda. Darum hat sich eine Wertschöpfungskette vom Silizium über die Wafer- und Chipproduktion bis hin zum Recycling heraus gebildet. Alle wichtigen Zulieferer gehören dazu wie Softwareentwicklung bis hin zu fertigen PCs und Rechnersystemen. Eine damit verwandte Sparte ist die Energie- und Solartechnik. Wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ist sie dabei, zur fünften tragenden Säule der sächsischen Industrie zu werden.

Wirtschaftsförderung Sachsen

Zur Ansiedlung von Investoren, zur Organisation von Beteiligungen an internationalen Messen, zur Anbahnung von Firmen-Kooperationen sowie für Unternehmerreisen mit und ohne politische Begleitung hat der Freistaat Sachsen als unternehmensnahe Tochter die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) gegründet. Eine weitere Aufgabe sind Werbung und Marketing für den Wirtschaftsstandort Sachsen mit allen Mitteln der Medienkommunikation. Für Freunde Sachsens gibt sie regelmäßig einen E-Mail-Newsletter mit wirtschaftsrelevanten Meldungen in deutscher und englischer Sprache heraus. Ute Pöhl

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Thüringen

Starke Mitte

Mitteldeutschland: Eine spannende Region, die läuftDie Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – das ist Mitteldeutschland. Es steht für Wissenschaft, Wohlfühlen, Wirtschaft, Wachstum. Auch Wein gibt es hier.

mehr...

Automatisierungslösungen

Es geht ganz leicht

Purtec in der Oberlausitz bietet komplexe Leistungen zur Optimierung und Gestaltung von Arbeitsplätzen, Logistikaufgaben sowie Handhabung und Automatisierung. Hierzu gehören kundenspezifische Lösungen sowie Standardkomponenten – Greifer, Hebezeuge,...

mehr...

Transportbänder

In Gotha in drei Schichten

Eine Steigerung des Jahresumsatzes von 3,8 (2011) auf 4,6 Millionen Euro 2012 und die Erhöhung der Mitarbeiterzahl von 50 auf 52 sind positive Botschaften von Ralf-Peter Kroschel, Geschäftsführer der IWB Industrietechnik.

mehr...

Montage- und Prüfanlage

Kontrollierte Montage

Bei H. J. Küpper im sächsischen Cunewalde ist eine Montage- und Prüfanlage von Symacon aus Barleben bei Magdeburg im Einsatz. Bei Küpper entstehen Lagergehäuse für die Automobilindustrie; bei der Montage und Prüfung sowie beim anschließenden...

mehr...
Anzeige

Maschinenbau rechnet mit Belebung

Im Osten wird's hell

Maschinenbau rechnet mit Belebung. Nach verhaltenem Jahresbeginn seien sonnige Aussichten im ostdeutschen Maschinenbau zu erwarten, sagt der VDMA Ost. 82 Prozent der Unternehmen gehen von gleichbleibenden oder besseren Geschäften im zweiten Quartal...

mehr...

Diodenlaser

Laser-Bearbeitung

Die Halbleiterlaser von Jenoptik sind Pumpquellen für Faserlaser und Scheibenlaser. Aufgrund ihres Wirkungsgrades von mehr als 70 Prozent mit geringen Strahldivergenzen garantieren sie hohe Ausgangsleistungen und eine hohe Brillanz bei langer...

mehr...

Kunststoffelemente

Magna fertigt in Meerane

Magna International expandiert mit dem Geschäftszweig Magna Exteriors & Interiors (MEI) und eröffnete einen Produktionsstandort im sächsischen Meerane. MEI siedelt sich mit dem neuen Werk nahe der Heimat von Volkswagen Sachsen an und beliefert...

mehr...