Handling regional Sachsen/Thüringen

Kleine Lösungen für große Ansprüche

Messtechnik aus dem „Optical Valley“ Jena
Eines der wirtschaftsstärksten Gebiete in Mitteldeutschland ist die Region Jena. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Unternehmer Carl Zeiss die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft erkannt. Im Physiker Ernst Abbe, dessen 100. Todestag in diesem Jahr begangen wurde, fand er den Partner, der die Optikentwicklung auf eine mathematisch-physikalische Grundlage stellte. Die in der Folge intensiv gepflegte Zusammenarbeit zwischen Industrie und Universität begründete den Weltruf der Erzeugnisse von Carl Zeiss Jena.

Im Zuge der Privatisierung von Carl Zeiss Jena entstanden neben den Großunternehmen Carl Zeiss Jena, Schott Jenaer Glaswerk und Jenoptik etwa 150 kleinere und mittlere High-Tech-Unternehmen, die den Wirtschaftsstandort prägen. Das gute Image der Region, zu dem auch die Universität, die Fachhochschule und zahlreiche Forschungseinrichtungen beitragen, brachte ihr den Beinamen „Optical Valley“ ein.

Eine der Zeiss-Ausgründungen ist die Firma Numerik Jena, ein inzwischen am Markt sehr gut platzierter Hersteller von Positionsmess-Systemen. Die Firma startete 1998 mit 27 Beschäftigten und konnte die Mitarbeiterzahl seitdem mehr als verdoppeln. Auf der Basis neuester Erkenntnisse in der Mikroelektronik und Sensortechnik stellt sie extrem kleine Mess-Systeme her zur Erfassung von Längen und Winkeln mit hoher Genauigkeit und Auflösung.

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Besondere Bedeutung erlangen die Mess-Systeme in Verbindung mit Direktantrieben (Linearantriebe, Torquemotoren) für hochdynamische Mess- und Positionieraufgaben. Zahlreiche Patente sichern die Marktposition. Typische Einsatzfelder der Numerik-Erzeugnisse sind Fertigungs- und Messeinrichtungen der Halbleiterindustrie, Leiterplatten-Bestückungsautomaten, Messmikroskope sowie Koordinatentische und -messgeräte. Weitere Anwendungsgebiete sind Lineareinheiten und -antriebe, Präzisions-Bearbeitungsmaschinen sowie Positionier-und Messeinrichtungen in der Medizintechnik.

Auflösungen im Mikrometerbereich

Die Neu- und Weiterentwicklungen der Mess-Systeme von Numerik Jena erfüllen die zum Teil konträren Forderungen der Anwender nach hoher Wegauflösung, hoher Messgeschwindigkeit und -genauigkeit sowie kleinem Einbauquerschnitt. Dank einer neuen Interpolationselektronik, die im Messkopf oder im 15-poligen D-SUB-Stecker integriert ist, lassen sich jetzt Auflösungen bis zu 0,05 Mikrometer ohne Zusatzelektronik erreichen. Die zulässige Verfahrgeschwindigkeit konnte auf zehn Meter je Sekunde bei Sinus- beziehungsweise auf 1,6 Meter je Sekunde bei Rechteck-Signalausgang mit 0,1 Mikrometer Auflösung gesteigert werden. Die kurzperiodischen Positionsabweichungen wurden signifikant reduziert durch Einführung einer elektronischen Kompensation von Amplituden- und Offsetschwankungen der Rohsignale, die in allen Geschwindigkeitsbereichen schleppfehlerfrei funktioniert. Derartige Schwankungen werden beispielsweise durch Anbaufehler und Maßstabverschmutzung verursacht. Den mechanischen Anbau erleichtert eine LED, die durch ihre Helligkeit über den Justierzustand des Messkopfes informiert.

Diese Neuerungen sind sowohl in der neuen Baureihe LIA mit den Abmessungen und Anbaubedingungen der Standard-Meßsysteme LIE 5 und LIE 12 als auch in den extrem kleinen Messköpfen der Kompaktbaureihe LIK integriert. Die bekannten Features wie Doppelfeldabtastung, integrierte Schaltsensoren und Möglichkeit des elektronischen Signalabgleiches bleiben selbstverständlich erhalten. Als Maßstäbe stehen die vom LIE bekannten, selbstklebenden Singleflex- und Doubleflex- Maßbänder in Genauigkeitsklassen bis plus/minus ein Mikrometer zur Verfügung.

Dank eines globalen Vertriebsnetzes von Amerika über Europa bis Asien und Australien sowie von Skandinavien bis Israel – der Exportanteil beträgt etwa 40 Prozent – kann man die Erzeugnisse von Numerik Jena weltweit in Präzisionsgeräten finden. (gm)

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