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Special Wirtschaftsregion MitteldeutschlandFrühlingserwachen im Osten

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Special Wirtschaftsregion Mitteldeutschland: Frühlingserwachen im Osten

Der VDMA Ost zeichnet in seinem Konjunkturbulletin vom März dieses Jahres ein verhalten optimistisches Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau Mitteldeutschlands. Lässt sich das auf Grund der dramatischen Entwicklungen der letzten Wochen - beispielsweise um den Euro und die horrende Staatsverschuldung vieler Länder - noch aufrechterhalten?

Pätz: Die Grundaussage gilt nach wie vor. Die Stimmung hat sich aufgehellt. Sowohl die Auftragslage als auch die Geschäftserwartungen der Firmen entwickeln sich positiv. Viele Unternehmen haben wieder Boden unter den Füßen, aber noch nicht das rettende Ufer erreicht, um das bildhaft zu formulieren. Auch die Nachfrage bei den VDMA-Mitgliedsfirmen ist deutlich gestiegen, ohne dass dies bereits immer mit Investitionsentscheidungen verbunden ist. Aber die Nachfrage belegt zumindest, dass viele Kunden unserer Branche wieder investieren wollen, sich für den Aufschwung in Stellung bringen. Und das stimmt uns schon optimistisch.

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handling: Wagen Sie eine Gesamtprognose für 2010?

Pätz: Durchaus. Für 2010 gehen wir von einem vergleichbaren Produktions- und Umsatzvolumen wie in 2009 aus - eine Konsolidierung, wenn auch auf niedrigem Niveau. Und: Langfristig wird der Maschinen- und Anlagenbau natürlich eine wichtige Wachstumslokomotive auch in Mitteldeutschland bleiben.

handling: Wo sehen Sie gegenwärtig die Hauptprobleme, die eine raschere wirtschaftliche Konsolidierung im mitteldeutschen Maschinen- und Anlagenbau verhindern?

Pätz: Das ist nicht so einfach zu beantworten, da hier viele Faktoren zusammenwirken. So führt beispielsweise die geringe Investitionsbereitschaft der Kunden zu einem Wettbewerb mit einem extremen Preis- und Kostendruck und einem damit einhergehenden starken Preisverfall. Problematisch gestalten sich darüber hinaus die Beziehungen zu den Lieferanten, die ebenfalls von Kurzarbeit und Insolvenzen betroffen sind. Lange oder nicht termingerechte Lieferzeiten, Engpässe in der Materialbeschaffung und erschwerte Zahlungsbedingungen folgen daraus. Aber auch das zögerliche Verhalten der Banken bei der Kreditvergabe, die drastisch verlängerten Bearbeitungs- und Entscheidungszeiträume oder die Nichtgewährung langfristiger Finanzierungen bremsen den Aufschwung.

handling: Was empfehlen Sie den Unternehmen für deren weitere wirtschaftliche Stabilisierung?

Pätz: Dafür gibt es keine Patentrezepte - auch nicht vom VDMA Ost. Grundsätzlich gilt es, die Krise auch als Chance zu begreifen und zu nutzen. Indem man beispielsweise über effiziente innerbetriebliche Umstrukturierungen nachdenkt oder die weitere Qualifizierung der Mitarbeiter voranbringt, um sie für die Zukunft des Unternehmens fit zu machen. Zudem sollte man prüfen, ob und wie neue Märkte erschlossen beziehungsweise neue Kunden gewonnen werden können. Auch Kooperationen mit Unternehmen einzugehen, die das eigene Produkt- und Dienstleistungsangebot erweitern, kann zur wirtschaftlichen Stärkung beitragen.

handling: Zum Abschluss: Was war für Sie als Geschäftsführer bislang die beste Nachricht im Jahr 2010?

Pätz: Dass unsere Unternehmen spüren, die Stimmung am Markt hat sich in der Tat verbessert. Dies zeigt sich nicht zuletzt in einem gestiegenen Auftragseingang. Vielleicht kann man von Frühlingserwachen sprechen. Dr. Bernd Bräuer

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