Maschinenbau

Bessere Geschäfte

Der ostdeutsche Maschinenbau ist zuversichtlich
Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost, sieht eine Stabilisierung des ostdeutschen Maschinenbaus auf einem guten Niveau. (Foto: VDMA)
Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau zeigt sich weiterhin stabil. Zwar gingen zu Jahresbeginn die durchschnittliche Kapazitätsauslastung, der Auftragsbestand und die Umsatzrendite leicht zurück. Die Geschäftsaussichten und Personalplanungen zeigen jedoch nach oben, sagt der VDMA Ost.

Eine aktuelle Konjunkturumfrage unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ergab ein zuversichtliches Bild über die Lage des ostdeutschen Maschinenbaus. Zwar waren für zunehmend mehr Unternehmen die vergangenen Monate von Ungewissheit geprägt: „Die Kunden sind aufgrund der anhaltenden Euro- und Finanzmarktkrise verunsichert. Sie zögern Investitionsentscheidungen hinaus und verschieben zum Teil bereits geplante Projekte. Dies und Finanzierungsschwierigkeiten der Kunden wirken sich nachteilig auf den Auftragseingang und die Kapazitätsauslastung unserer Unternehmen aus“, erläutert Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Die Kapazitätsauslastung lag weiter über dem langjährigem Durchschnitt mit 89,9 Prozent im ersten Quartal des Jahres; sie lag damit 1,5 Prozent unter der des vierten Quartals 2011, aber erneut deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von reichlich 86 Prozent.

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Der durchschnittliche Auftragsvorlauf ging minimal auf 4,9 Monate zurück. Auffallend ist hierbei die Bandbreite zwischen den Firmen: So stieg im Vergleich zum Vorquartal sowohl die Zahl der Unternehmen mit einer Auftragsreichweite von mindestens einem halben Jahr als auch die Zahl derer mit einem Vorlauf von maximal einem Monat. Die Investitionszurückhaltung der Kunden und der schwankende Auftragseingang schlagen sich auch in der Umsatzrendite nieder, dem prozentualen Anteil des Gewinns am Umsatz eines Unternehmens. So sank zu Jahresbeginn merklich die Zahl der Firmen mit einer Umsatzrendite über fünf Prozent.

Fachkräfte dringend gesucht

Neben der unbeständigen, kurzfristigen Auftragsvergabe sehen sich die Maschinen- und Anlagenbauer wie schon in den vergangenen Monaten mit einem starken Wettbewerb, langen Lieferzeiten der Zulieferer und stetig steigenden Material- und Energiekosten konfrontiert. „Weiterhin im Fokus stehen auch die demografische Struktur des Personalbestandes und die damit verbundene Suche nach geeigneten Fachkräften und Auszubildenden“, so Pätz. Dennoch schaut der Großteil der befragten Unternehmen dem zweiten Quartal 2012 hoffnungsvoll entgegen: 86 von 100 Firmen erwarten gleichbleibende oder bessere Geschäfte. Im Vergleich zum Vorquartal gehen dabei bedeutend mehr Unternehmer von einer besseren Geschäftslage aus – im ersten Quartal 2012 zeigten sich 28,1 Prozent der Befragten optimistisch, im Quartal zuvor waren es nur 15,9 Prozent.

Mehr als ein Drittel der Unternehmen will außerdem im kommenden halben Jahr die Zahl der Beschäftigten erhöhen. Gleichzeitig wollen weniger Firmen als bisher Personal abbauen. „Dies lässt den Schluss zu, dass keine Negativ-Trendwende abzusehen ist. Vielmehr sehe ich eine Stabilisierung auf einem guten Niveau“, betont Pätz. pb

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