Special Medizintechnik

Krankheit kennt keine Krise

Medizintechnik weiterhin ein expansiver Markt
Hightech-Umsetzung ist Lebensqualität: Menschen, die sich einen Arm amputieren lassen mussten, gelingt der Weg zurück in den Alltag mit einer solchen „intelligenten“ Prothese, die sich über Gedanken ansteuern lässt. Maxon-Antriebe sorgen in dieser Entwicklung für präzise Hand- und Fingerbewegungen.
Fortschritte in der Medizin gibt es vor allem im Bereich der Technik. Die Zukunftsbranche verzeichnet seit langem überdurchschnittliches Wachstum und ist damit Zielmarkt für Handhabungstechnik, Automation und Roboter.

Two in one, beliebter Techniktrend bei der Haushaltselektronik zum Beispiel bei Mobiltelefonen mit Kamera, hat jetzt auch die Medizintechnik erreicht. Im Augenblick gilt dies als Mega-Trend in der bildgebenden Diagnostik. Ein Beispiel bildet die Kombination der Positronen-Emissionstomografie (PET) mit der Kernspin- oder Computertomografie. Sie nennen sich fachmännisch Hybridverfahren, und ihnen wird für die Diagnostik und Therapie viel Potenzial zugetraut. Auf Endoskope lassen sich beispielsweise Ultraschall-Köpfe aufstecken, mittels derer Ärzte im Zielgebiet eines Eingriffs zugleich auch einen Blick auf umgebende Organe werfen können. Ebenfalls neu im Markt ist die Kombination von MRT (Magnetresonanztomografie) und Ultraschall. Relativ neu ist auch die Technik des High-Focused-Ultraschall (HiFU). Sie wird eingesetzt, um Tumoren zu erhitzen und zu verkochen.

Der Markt für Medizintechnik ist innovativ und wird getrieben vom globalen Streben der entwickelten Länder, die Gesundheitsstandards der Bevölkerung weiter zu verbessern. Mit der Medizintechnik verbindet sich ein Forschungs- und Anwendungsfeld, das vor allem in Deutschland durch ein hohes Innovationspotenzial und qualitativ hochwertige Entwicklungen gekennzeichnet ist. Die Fortschritte in der Medizintechnik verändern Diagnose und Therapie von Erkrankungen regelmäßig und bringen damit erhebliche Verbesserungen sowohl für die Patienten als auch für die weiterführende Forschung. Eine Zukunftsbranche eben, die natürlich auch das gesteigerte Interesse der zuliefernden Unternehmen aus der Handling-, Roboter- und Automatisierungsszene gefunden hat, die zusehends in die Bereiche Reinraum und Steriltechnik vordringen kann und sich damit weitere wichtige Anwendungsoptionen eröffnet.

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Ein Hightech-Zweig eben, der sich nach der weltweiten Krise rasch erholt hat. Die deutsche Medizintechnik erreichte im Jahr 2009 einen Umsatz von 18,86 Millionen Euro. Sie ist damit nach den USA und neben Japan drittgrößter Anbieter von medizintechnischen Produkten. Der Weltmarkanteil allerdings bleibt hinter den USA deutlich zurück. Hier verzeichnen die Vereinigten Staaten satte 42 Prozent. Japan und Deutschland kommen je auf zehn Prozent, ermittelte die Deutsche Bank Research. Dieser Anteil wurde von etwa 1.200 Betrieben erwirtschaftet. Auch in der Krise zeigte sich die Branche relativ stabil, wenngleich Umsatzrückgänge in einer Größenordnung von etwa 1,5 Prozent zu verzeichnen waren. „Die Gründe, warum die Medizintechnik-Branche vergleichsweise unbeschadet die Phase der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise überstanden hat, sind vielfältig. Anzuführen sind beispielsweise staatliche Investitionsprogramme zur Stützung der Nachfrage und Verbesserung der Infrastrukturen“, führte Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, anlässlich der Medica wichtige Gründe für die positive Entwicklung an.

Schon vor der Krise hatte die Medizintechnik eine glanzvolle Umsatzkarriere hingelegt. Zwischen 1995 und 2007 lag das jährliche Wachstum bei sieben Prozent (vergl. Industrie plus vier Prozent). Getragen wurde diese Dynamik vom expansiven Auslandsgeschäft (plus zwölf Prozent p.a.). Demgegenüber lief das Inlandsgeschäft eher verhalten (plus zwei Prozent p.a.).

Auf mittlere Frist dürfte sich der Umsatztrend vergangener Jahre fortsetzen, prognostiziert die Deutsche Bank. Dabei braucht Medizintechnik aus Deutschland den Vergleich mit europäischen und überseeischen Konkurrenten nicht zu scheuen. „Allerdings muss das Innovationstempo beibehalten werden, fordert das Bankhaus und sieht Vorteile durch die die Deutschland eigene Anbieterstruktur: Kleine und mittlere Unternehmen auf der einen Seite und Global Player andererseits seien dabei von durchaus ein Vorteil, urteilen nämlich die Marktforscher und setzen auch weiterhin auf den Export, weil im Ausland zum Teil noch ein großer Nachholbedarf bestünde.

Dass dieser Bereich lukrativ ist, hat der Markt der Ausrüstungszulieferer lange erkannt. Medizintechnische Anwendungen versprechen einen Image-Übertrag auch in andere Bereiche. In der Medizintechnik sind höchste Verarbeitungsqualität und präzises Handling der Produkte Grundlage des Erfolgs. Ein durchdachtes Handling von Produkten in Fertigungsmaschinen erreicht so eine hohe Bedeutung. Deswegen ist der Markt nicht nur lukrativ sondern auch herausfordernd für die Branche.

Bernd Waßmann

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