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Intralogistik„Potenzial beim Prozess“

psb-Geschäftsführer Werner Klein möchte mit der Intralogistik stärker in die Produktionsprozesse vordringen
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Intralogistik: „Potenzial beim Prozess“
Die Cemat ist wieder einmal der richtige Zeitpunkt, um Innovationen in den weltweiten Markt zu tragen. Werner Klein, psb Geschäftsführer und Gesellschafter, beschreibt anlässlich der Messe in Hannover Zukunftsmärkte, Herausforderungsprofile und Unternehmensziele des Pirmasenser Unternehmens.

handling: Konjunktur und Intralogistik, wie passt das in der jüngeren Vergangenheit und in der Gegenwart zusammen? Steht die Branche mittlerweile auf der Sonnenseite?
Werner Klein: Das letzte Jahr war, was Auftragseingänge betraf, defensiv. Deswegen würde ich nicht sagen, wir stehen auf der Sonnenseite. Aber wir sind aus dem Schatten herausgetreten. Die Konjunktur ist auch bei uns angekommen.

handling: Der Maschinenbau profitiert ja schon länger. Woher kommt denn das „Time lag“ in der Intralogistik?
Klein: Es muss ein breites Wachstum in der produzierenden Wirtschaft geben, damit die Intralogistik anspringt. Deswegen hat es in unserer Branche etwas länger gedauert.

handling: Gibt es Bereiche, die besonders günstige Zukunftsaussichten vermitteln?
Klein: Ganz sicherlich der gesamte Internethandel. Vor allem müssen sich viele auf althergebrachten Vertriebswegen aufgestellte Unternehmen, die diese Vertriebsform noch gar nicht auf dem Bildschirm haben, damit künftig zwangsläufig auseinandersetzen. Wir verlassen deswegen allerdings nicht unsere Zielbranchen, wie die Mode oder Elektronik, die wir weiterhin bedienen. Nur werden auch diese Felder stärker vom Thema „E-Commerce“ besetzt. Das B2C-Geschäft fasst auch in den klassischen Branchen, die wir abdecken, immer stärker Fuß. Das bedeutet vor allem, der Kunde erwartet Lieferungen innerhalb von 24 Stunden und nicht innerhalb einer Woche. Kunden setzen voraus, dass sie die Ware zurückgeben können. Diese Rückläufer müssen in den Unternehmen gehandelt werden.

handling: Verlangt das B2C-Geschäft nach eigenen Lösungen?
Klein: Wir haben für dieses hochflexible Geschäft Lösungen in Modulform entwickelt, die wir als Baukasten multifunktional anbieten können. Das sind zum Beispiel Rotapick und Variosprinter, die als Systemlösung mit Shuttles und Kommissioniereinheiten modular zur Verfügung stehen.

handling: Wie sieht es denn konkret bei psb aus?
Klein: psb hängt ganz klar an der Entwicklung des Investitionsgütergeschäfts. Wir haben die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2009 deutlich zu spüren bekommen. Geholfen hat uns allerdings ein Auftragsüberhang aus den Jahren zuvor. Die Krise haben wir für Entwicklungen genutzt. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres spüren wir am Auftragseingang, dass dies die richtigen Produkte waren.

handling: Wann werden die Löcher, die die weltweite Wirtschaftskrise gerissen hat, gestopft sein?
Klein: Wir hoffen doch, bis zum Ende des Jahres wieder auf dem Niveau des Jahres 2008 angekommen zu sein.

handling: Welche großen Themen bestimmen gegenwärtig die Intralogistik?
Klein: Für uns steht die Herausforderung Internethandel ganz vorne. Daneben haben wir uns Effizienz-Themen auf die Fahne geschrieben. Dabei zählen nicht nur wirtschaftliche Punkte wie Kosten und Personaleinsatz, sondern vor allem auch der notwendige Energieeinsatz.

handling: Hat das Thema Energie-Effizienz die Kunden bereits erreicht?
Klein: Die Kunden kalkulieren mit dem Energieverbrauch der Anlagen. Wir haben vermehrt Installationen verkauft, die darauf fokussieren, wie viel Energie eine Anlage einspart. So steht als Thema der TCO nicht nur die Hotline oder die Wartung im Fokus, sondern auch die energetischen Betreiberkosten. Modularität und Skalierbarkeit sind zudem Themen, die sich bei uns stark in den Vorderrund geschoben haben.

handling: Wird die Bedeutung der Intralogistik in der produzierenden Wirtschaft richtig eingeschätzt?
Klein: Leider noch nicht genug. Die Intralogistik wird noch nicht direkt mit einem Gesamtkonzept verbunden. Die Vision, die mit einem Intranet zur Bewegung der gesamten Daten in einem Unternehmen verbunden war, ist noch nicht auf die Betrachtung des betrieblichen Gesamtprozesses übergesprungen. Hier besteht noch ein tolles Entwicklungspotenzial. Die größten Chancen bestehen in den Produktionsprozessen. Jahrzehntelang haben die Unternehmen auf die reinen Produktionsprozesse geachtet. Der Materialfluss wurde vernachlässigt. Dort bieten sich noch sehr viele Möglichkeiten der Optimierung. Und hier „ernten“ wir bereits.

handling: Sie haben sich an der Logimat 2011 beteiligt und sind auf der Cemat vertreten. Zahlreiche Unternehmen haben den Doppelauftritt vermieden – was sind Ihre Gründe für Ihre Präsenz auf beiden Messen?
Klein: Auf der Cemat erreichen wir mehr internationales Publikum. Das veranlasst uns, dort „Systemlösungen in Bewegung“ zu zeigen. Diesen Aufwand wollen wir auf einem Branchentreff mit kürzerem Zyklus, wie beispielsweise die Logimat, nicht betreiben. Dennoch ist es kontraproduktiv, wenn zwei Messehighlights in so einem kurzen Abstand im Markt platziert werden.

handling: Sie haben vor einigen Monaten Teile der insolventen Gärtner Transporttechnik übernommen. Wie läuft es mit diesem Engagement?
Klein: Wichtig ist, dass wir Kunden mit Ersatzteilen und bei Anlagenerweiterungen versorgen können. Außerdem werden wir das Gärtner-Produktspektrum im weniger automatisierten Bereich anbieten. Gärtner ist im Bereich der Trolleybahnen gut aufgestellt. Wir sind heute soweit, dass wir diese Produkte auf unsere Plattform gezogen haben. Damit ergänzen wir unser Portfolio in der Hängefördertechnik „nach unten“. Interview: Bernd WaßmannHalle 27, Stand F32

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Das B2C-Geschäft fasst auch in den klassischen Branchen immer stärker Fuß.
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