Elektrostapler

Die Individuellen

Elektrostapler für zwei bis fünf Tonnen
Wie kann man sinnvoll Energie sparen? Der Hersteller verweist auf die große Varianz der neuen Staplerbaureihe. Denn die Wahl des passgenauen Staplers für die individuelle Anwendung entscheidet über den Energieverbrauch. (Fotos: Linde)
Zur diesjährigen Cemat stellt Linde Material Handling eine neue Elektro-Staplerbaureihe im Traglastbereich von zwei bis fünf Tonnen vor. Mit unter 19 verschiedenen Standard-Modellvarianten lässt sich für unterschiedliche Einsatzbedingungen das passgenaue Fahrzeug finden.

Mehr als ein Dutzend technische Innovationen zielen auf einen sparsamen Energieverbrauch, hohe Produktivität, Fahrersicherheit und Komfort. In der Traglastklasse von zwei bis 3,5 Tonnen wird der Elektrostapler ab Mai 2011 verfügbar sein, in den höheren Traglastklassen von 3,5 bis fünf Tonnen ab Herbst 2011. Mit seiner Markteinführung erhielt die Elektrostaplerbaureihe bereits zwei Designpreise, den red dot und den iF product design award 2011.

Flach, hoch, lang, kompakt

Die Kunden haben eine große Auswahl unter verschiedenen Varianten. Sie sollen nur das bezahlen, was sie wirklich brauchen, meint der Hersteller aus Aschaffenburg. Viele Modelle sind sowohl in hoher Ausführung mit einem Lastschwerpunkt von 600 Millimeter für eine bessere Sicht über die Last als auch in flacher Ausführung mit einem Lastschwerpunkt von 500 Millimeter für niedrige Durchfahrthöhen, Containereinsätze oder Kommissionierarbeiten mit häufigem Ein- und Aussteigen verfügbar. Innerhalb der hohen oder flachen Ausführung kann der Kunde nochmals zwischen langer oder kompakter Bauweise wählen. Die langen Modelle haben eine größere Batterie und stellen zusätzliche Energiereserven zur Verfügung, ermöglichen aber auch die Verwendung von Standard-Poolbatterien. Die kompakten Modelle indes empfehlen sich für enge, schmale Arbeitsbereiche oder für weniger harte Einsätze.

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Der Schlüssel zur höchsten, installierten Leistung in dieser Stapler-Klasse ist der Zwei-Motoren-Frontantrieb. Beide Drehstrommotoren treiben das Fahrzeug mit jeweils neun beziehungsweise 11,9 Kilowatt an, wodurch das Gerät schnell reversiert und in kürzester Zeit auf maximal 20 Stundenkilometer beschleunigt. Einen weiteren wichtigen Performance-Beitrag leistet die aktive Lenkunterstützung in Kombination mit der hoch angelenkten Kombi-Lenkachse, die dem Vierrad-Stapler den Wenderadius und die Manövrierfähigkeit eines Dreiradstaplers verschafft. Der Stapler dreht mittig auf der Vorderachse. Erreicht wird dies durch einen Lenkwinkelsensor, der beim Einschlagen der Hinterräder ab einem bestimmten Winkel dem kurveninneren Motor den Befehl gibt, das betreffende Vorderrad gegenläufig anzutreiben. Durch diese aktive Steuerung schiebt das Fahrzeug nicht über die Hinterräder, sondern dreht innerhalb der Fahrzeugkontur. Das Ergebnis sind hohe Wendigkeit und Drehfreudigkeit, hohe Kippstabilität in Kurven, ein geringer Reifenverschleiß, weniger Anfahrschäden an Regalen sowie sparsamer Energieverbrauch.

Sicherheit für den Fahrer

Im Blickpunkt des Linde-Projektteams aus Entwicklern, Marketing- und Vertriebsspezialisten, Servicetechnikern sowie Produktions- und Qualitätsverantwortlichen standen besonders Staplerfunktionen für die Sicherheit und Unterstützung des Fahrers. So wurde die Abkopplung der Antriebsachse weiter verbessert. Durch Federschwingen an der Antriebsachsaufhängung werden Stöße bei einem Stapler erstmals in gleicher Art und Weise abgefedert, wie man es von Motorrädern oder voll gefederten Fahrrädern kennt. Stöße, die von der Fahrbahn oder dem Hubgerüst kommen, werden abgefangen. Zudem haben die Modelle einen luftgefederten Sitz mit zusätzlicher Polsterung und breiterer Sitzfläche, um Humanschwingungen und Vibrationen möglichst vollständig vom Fahrer fernzuhalten.

Für hohe Stabilität und Verwindungssteifheit des Hubmastes sorgen die oberhalb des Fahrerschutzdaches angelenkten Neigezylinder. Die Hubmastprofile fallen dadurch schlanker aus und bieten eine bessere Sicht auf Last und Wegstrecke. Um auch die Profile der A-Säule schlanker ausführen zu können und dem Fahrer ein größeres Sichtfeld zu erschließen, werden die auf den Hubmast einwirkenden Kräfte bei der neuen E-Staplerbaureihe über eine spezielle Neigezylinderstütze abgeleitet.

Zur Benchmark der gesamten Flurförderzeugindustrie hat sich die Linde-Load-Control entwickelt. Der Zentralsteuerhebel zur Ansteuerung der Hubmastfunktionen wurde seit seiner Einführung 1998 optisch vielfach kopiert, die Funktionalität konnte aber bisher nicht erreicht werden. Denn nur durch die perfekte Abstimmung der elektronischen und hydraulischen Komponenten lassen sich Gabelzinken, Seitenschieber und Anbaugeräte millimetergenau mit den Fingerspitzen steuern. Weiterentwickelt wurde zudem die Armlehne mit integrierter Linde-Load-Control. Sie kann über eine Ein-Punkt-Verstellung am vorderen Ende gleichzeitig horizontal und vertikal justiert werden und enthält ein Aufbewahrungsfach für persönliche Gegenstände des Fahrers. Alternativ lässt sich in dieses Fach auch die Hardwareeinheit des Linde Fahrzeugdaten-Managementsystems (LFM) integrieren, das den Zugang zum Fahrzeug regelt sowie Fahrzeugdaten für die anschließende Auswertung zur Optimierung des Staplereinsatzes sammelt.

Jetzt mit Restfahrtanzeige

Um den Batteriestand exakt und fortdauernd zu messen und eine schädliche Tiefenentladung der Batterie zu verhindern, hat der Hersteller eine Restfahrtanzeige im Display entwickelt, die dem Fahrer minutengenau anzeigt, wie lange er mit dem Stapler noch fahren kann, bevor die Batterie gewechselt oder geladen werden muss. Für den Batterieladevorgang bei Staplern mit Vollkabine ist optional ein Elektrolüfter verfügbar, der die während des Ladevorgangs entstehenden Batteriegase kontrolliert nach hinten aus dem Gegengewicht leitet. Ein Öffnen der Türen oder der Batteriehaube während des Ladevorgangs ist somit nicht mehr nötig.

Für ein hohes Maß an Sicherheit und zuverlässige Bodenhaftung auch bei schlechter Witterung sorgt die erste serienmäßige Traktionskontrolle für Gabelstapler. Sie verteilt die Antriebskraft individuell auf beide Elektromotoren und sichert so die Zugkraft, selbst wenn ein Rad durchdrehen sollte. Für sicheres Halten an Rampen und Steigungen sorgt die automatisch einfallende Handbremse, die beim Absteigen des Fahrers sofort greift. pb

Elektrostapler

Linde Material Handling, Aschaffenburg, Tel. 06021/99-0, Fax 99-1570, http://www.linde-mh.de

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