Staplerflottenmanagement

Im Kriechgang nach dem Schock

Staplerflottenmanagement verbessert Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Mehr denn je spielen Kostenfaktoren im Lager beim Management von Flurförderzeugen eine wichtige Rolle. Dabei macht die Anschaffung neuer Geräte nur zirka zehn Prozent der Gesamtkosten aus. Worauf es ankommt, sind die laufenden Kosten, die über die gesamte Lebensdauer der Maschinen anfallen - also alle Aspekte der späteren Nutzung, die gemeinhin als "Total Cost of Ownership" bekannt sind.

Flottenmanager stehen täglich vor Fragen wie Flottengröße, Auslastung, Schulungen oder Schadenskosten. Sie werden dabei an vielen Herausforderungen gemessen - zum Beispiel, ob es ihnen gelingt, die Kosten infolge von Gewaltschäden zu reduzieren und die Sicherheit im Lager zu erhöhen. Oder ob sie die Produktivität zu steigern vermögen und dabei gleichzeitig den Treibstoff- und Energieverbrauch ihrer Flotte reduzieren können. Die Voraussetzung für derartige Optimierungen sind aussagekräftige Daten. Sie müssen einen Echtzeitüberblick über die gesamte Flottensituation liefern, bedienerfreundlich aufbereitet und jederzeit verfügbar sein. Die Implementierung des Systems, das unterm Strich stehen dann im Idealfall optimierte Gesamtbetriebskosten, eine deutlich verbesserte Produktivität, mehr Sicherheit und Effizienz. Ist das Wunschdenken oder schon Realität?

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Mit Toyota I_Site stellt Toyota MH Kunden ein onlinegestütztes Management-Instrument zur Verfügung, das sämtliche Leistungsdaten von Flurförderzeugen abbildet und so alle notwendigen Informationen für eine Optimierung der Flotte liefert - unabhängig von Standort, Flottengröße und Staplermarke. Die Informationen, die das System zur Verfügung stellt, stammen zum einen aus der europaweiten Servicedatenbank von Toyota Material Handling. Sie versorgt Kunden mit vertragsgenauen Details, einer Übersicht über die gesamten Kosten und sicherheitsrelevanten Kennzahlen. Zum anderen liefern die Maschinen selbst Input, indem sie die Betriebsdaten "wireless" übermitteln. Die Grundlage hierfür bildet ein On-Board-Informationssystem, das - ausgestattet mit einer Black Box, einer GSM-Antenne und einer PIN-Tastatur - alle nötigen Funktionalitäten für eine Fahrerzugangskontrolle, Fahrerverwaltung und Überwachung von Kollisionen bietet.

Kennzahlen nur einen Klick entfernt
Über ein passwortgeschütztes Web-Interface kann der Kunde die Daten dann in Form von Auslastungs- oder Schockberichten analysieren und verwalten. Das übersichtliche Portal ist über einen gesicherten Login jederzeit verfügbar - ob im Büro, daheim, während Präsentationen oder auf einem mobilen Endgerät direkt im Lager. Die wichtigsten Kennzahlen können sofort eingesehen werden. Ein Blick auf die Startseite, die sich individuell konfigurieren lässt, genügt. Auch tiefergehende Analysen sind von hier aus nur einen Klick entfernt. Neben den technischen Möglichkeiten, die Toyota I_Site bietet, ist die Beratung durch Spezialisten ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Flottenmanagement-Lösung. Auf Wunsch suchen sie in regelmäßigen Abständen den jeweiligen Standort auf, um die aktuelle Situation und Analyse zu diskutieren und die Effizienz weiter zu steigern.

Präzises Bild der Einsatzzeiten
Die Vorteile, die das System bietet: I_Site liefert zum Beispiel genaue Daten über die Geräteauslastung. Durch die Dokumentation der Aktivitäten erhalten Flottenmanager ein präzises Bild der tatsächlichen Einsatz- und Nutzungszeiten. Nicht ausgelastete Maschinen, Fehlbelastungen oder Engpässe werden so frühzeitig erkannt, so dass der Betrieb der Flotte zum Beispiel durch den kurzfristigen Ausgleich von Bedarfsspitzen über Mietgeräte entsprechend optimiert werden kann. Auch in der Sicherheit ermöglicht das System Verbesserungen. Dank integrierter Zugangskontrolle können die Geräte nur von ausgebildeten und autorisierten Fahrern bedient werden. Die notwendigen Berechtigungen vergibt der Administrator vom Computer aus. Ein neues Feature ist der so genannte "Pre-Operational Check" zur Protokollierung von Sicherheitsüberprüfungen: Über ein Display an der Maschine führt der Bediener bei Arbeitsbeginn vordefinierte Sicherheitschecks durch. Diese können dann vom Fuhrparkverantwortlichen zentral über das Web-Portal eingesehen und verwaltet werden.

Schocksensoren gegen Kollisionen
Wesentlicher Bestandteil der Lösung ist auch die Überwachung von Kollisionen über so genannte Schocksensoren, denn viele Fahrer sind nicht immer in einem angemessenen Tempo in der Lagerhalle unterwegs. Das Unfallrisiko ist entsprechend hoch und ebenso die Folgekosten. Hier kommen die Schocksensoren ins Spiel; sie messen die Schwingungsintensität und senden ein Signal an die Steuerungselektronik, sobald ein vorprogrammierter Grenzwert überschritten wird. Das Tempo des Staplers wird dann automatisch auf Schrittgeschwindigkeit reduziert. Psychologische Aspekte sind nicht zu unterschätzen: Der Fahrer muss sich an eine autorisierte Person wenden, um den Kriechgang wieder aufheben zu lassen. Dabei handelt es sich üblicherweise um einen Vorgesetzten, mit dem er den Fall und die Folgen diskutieren sowie alle erforderlichen Sicherheitsprüfungen durchführen kann. Erfahrungen zeigen, dass allein dieses Prozedere schon zu einer deutlichen Sensibilisierung führt. Außerdem lässt sich so zusätzlicher Schulungsbedarf für den Fahrer ermitteln.

Verbessertes Monitoring
Ein weiterer Pluspunkt ist das Vertrags-Monitoring. Die zugrundeliegende Frage ist hier, inwieweit die aktuellen von den vertraglich fixierten Betriebsstunden des jeweiligen Geräts abweichen. Auf der Basis der über Toyota I_Site erhobenen Daten kann die Auslastung der Stapler besser gesteuert und mögliche Abweichungen vermieden werden. Weitere Konsequenzen können die Anpassung des Servicebedarfs oder der Vertragsgrundlage selbst sein. Es spielt dabei keine Rolle, ob nur ein Standort oder mehrere im Fokus stehen - das System ist flexibel genug. Hervorzuheben sind zudem die Möglichkeiten für ein verbessertes Batteriemanagement: Toyota I_Site überwacht die Ladezyklen der Batterien automatisch und hilft so, die Lebensdauer von Batterie und Fahrzeug deutlich zu verlängern. Durch die optimierte Nutzung sind weniger Reparaturen notwendig, und auch die CO2-Emissionen über den Produktlebenszyklus hinweg werden reduziert.

Die nächsten Schritte
In den kommenden Monaten wird das System weiter verfeinert. Geplant ist zum Beispiel die Integration eines Kartensystems (kompatibel mit 95 Prozent aller gängigen Chiptypen) als Alternative für den Zugang zu den Geräten via Pin-Code-Eingabe. Außerdem entstehen weitere Optionen für eine flottenbezogene Kostenanalyse. Diese können bald ohne externen Support und mit nur wenigen Klicks eingesehen werde.

Marcus Fritz/bw

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