Automotive

Materialfluss aus dem Baukasten

Systemlösungen mit flurfreier Fördertechnik
VW Emden: Krane aus dem KBK-Aluline-Programm als Träger für Manipulatoren
Mit dem modularen Kranbaukasten KBK bietet Demag Cranes & Components ein System an, mit dem sich flurfreie Transportaufgaben in vielen Varianten realisieren lassen. Dabei sind linienförmige Verbindungen zwischen zwei Punkten ebenso möglich wie eine flächendeckende Bekranung. Das KBK-System wird auch als Tragsystem für Handlingsgeräte und Manipulatoren eingesetzt. Neben dem klassischen System aus Stahlprofilen bildet die Ausführung in Aluminium eine Alternative in Gewicht und Design. Beide Varianten zeichnen sich durch kurze Montagezeiten aus. Zudem kann der Anlagenbetreiber mit ihnen durch einfache Anpassungen auf Änderungen im Produktionsablauf flexibel reagieren.

KBK classic-Programm

Ein umfangreiches Programm an Profilen, Fahrwerken und Komponenten bietet der Kranbaukasten KBK Classic. Grundelement des KBK-Systems ist ein kaltgewalztes Laufbahnprofil mit hoher Festigkeit und Steifigkeit bei geringem Eigengewicht. Die Tragfähigkeiten der verschiedenen Profiltypen reichen von 125 kg (KBK 100) bis 3.2 t (KBK III). Dazu wird eine Variante mit innenliegender 5-poliger Stromzuführung angeboten.

Durch die Entwicklung der neuen Kranaufhängung X wird die Montage des Systems vereinfacht und die Installationszeiten werden weiter verkürzt. Die Aufhängung X, als Verbindung des Kranträgers mit dem Fahrwerk in der Kranbahn konzipiert, erhöht die Wartungsfreundlichkeit und steigert die Sicherheit der KBK-Hängekrananlage.

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Der wesentliche Vorteil besteht in der wartungsarmen Ausführung der Bauteile: Die turnusmäßigen Kontrollen beschränken sich auf die obere Verbindung mit dem Fahrwerk und auf die Schraubverbindung mit dem Kranträger. Das Gelenklager ist wartungsfrei.

Krane für individuelle Materialflusslösungen

Als Einschienen-Hängebahnen kann die Linienführung von der einfachen, handbetriebenen Geraden bis zur weit verzweigten automatischen Ringbahn realisiert werden. Das KBK-System ermöglicht zudem Kranlösungen in Ein- und Zweiträger-Bauweise. Dazu werden die Kranbahnen direkt an der Hallen- oder Dachkonstruktion abgehängt, zusätzliche Stützen sind nicht erforderlich. Durch die Installation eines Hubwerks zwischen den Kranträgern von Zweiträgerkranen wird eine größere nutzbare Hubhöhe erzielt.

Für seine neue Generation wassergekühlten Motorenreihe mit Leistungen bis 250 Kilowatt stattete die Deutz AG ihre Montagehalle mit einem flächendeckend installierten KBK-System aus. Die Krane in Ein- und Zweiträger- sind dabei ein wesentlicher Bestandteil des fördertechnischen Gesamtkonzepts und nehmen neben Hebezeugen auch Manipulatoren und Handlingssysteme auf. Zudem führen die von einem Stahlhimmel abgehängten Kranprofile Medien wie Strom und Druckluft zu den Bearbeitungsstationen.

Ausschiebekrane vergrößern Wirkungsradius

Wenn die zu fördernden Lasten auch außerhalb der Kranträgers bewegt werden sollen, bietet sich die Installation von Ausleger- oder Ausschiebekranen an. Diese Kransysteme können auf der mittleren Schiene möglichst nahe an den jeweiligen Einsatzpunkt fahren, also sowohl die seitliche Materialzone abdecken als auch bis zur Mitte der gerade zu montierenden Fahrzeugeinheit fahren.

Auf zwei parallelen Produktionslinien für die Rahmenfertigung setzt Volvo Trucks im Werk Göteborg KBK-Ausschiebekrane ein. Dazu wurde unter jeden KBK-Kran ein weiteres Profil eingehängt. An diesem zweiten Träger verfahren Kettenzüge DC-Pro mit Traglasten von 125 und 250 Kilogramm sowie andere Handhabungsgeräte.

Die Reihe der Profillösungen aus dem KBK-Baukasten wird dort vervollständigt durch installierte KBK I-Schienen: sie dienen als Führungsschiene für die Energieversorgung und als Tragkonstruktion für die Handschrauber.

Kombination der zwei Profilsysteme

Mit der Einführung des KBK Aluline-Prgramms wird eine Alternative für die bedarfsgerechte Handhabung von Lasten bis 1.000 kg angeboten. Neben der attraktiven Optik besteht der Vorteil im geringen Eigengewicht, das dem Bediener das Verfahren der Last erleichtert.

Dazu bietet Demag Cranes & Components Innenläuferprofile in zwei Baugrößen an, die einen Schutz vor Umgebungseinflüssen bieten.

Ein weiteres Merkmal des Kranbaukasten KBK ist die Kombinierbarkeit der beiden Systeme in Stahl- und Aluminiumausführung innerhalb einer Anlage durch den Einsatz von systemgleichen Komponenten.

Einfaches Handling mit KBK aluline

Der Einsatz von Manipulatoren stellt erhöhte Anforderungen an die Einzelkomponenten des Systems. Dazu bietet Demag Cranes & Components die Bauteile aus dem KBK ergo-Programm an, die der Schwerkraft entgegen gerichtete Kräfte zuverlässig aufnehmen.

Das modulare KBK-System ermöglicht flexible und zügige Anpassungen an geänderte Montagebedingungen, wie auch das Beispiel der VW-Endmontage im Werk Emden zeigt: Dort sind seit dem Start des aktuellen Passatmodells die Fertigungslinien mit ergonomischen Montageplätzen ausgestattet, an denen der Automobilhersteller die Front- und Heckklappen und deren Scharniere an das Fahrzeug anbaut. Die Handlingsgeräte an diesen Montagesektionen – auf Basis der Hubsäule der Zasche ergo GmbH – verfahren an Kranbahnen aus dem KBK Aluline-Programm. Um das vor kurzem vorgestellte Modell Passat CC auf derselben Fertigungslinie produzieren zu können, war eine Erweiterung einzelner Stationen notwendig. Hier wurde etwa das Kranbahnprofil an der Frontklappenmontage verlängert, so dass die Schienen des KBK Aluline Systems nun seitlich über die Montagelinie herausragen.
Damit lassen sich die Manipulatoren für beide Fahrzeugvarianten außerhalb der Strecke parken und für den jeweiligen Einsatz direkt in die Montagelinie einschleusen.

Die in der Montagelinie installierten Krane können ohne wesentlichen Kraftaufwand verschoben werden. Ebenso mühelos folgt die Zweischienenkatze dem sanften Druck des Bedieners. Nach oben und zur Seite gerichtete Kräfte und Momente werden dabei von den vier KBK Aluline 120 ergo Fahrwerken des Katzrahmens aufgenommen, der mit entsprechenden Führungsrollen ausgestattet ist. Zudem ist die Kranbahn am Stahlbau pendelnd aufgehängt. Damit wird der kontinuierliche Ablauf innerhalb der vorgegebenen Taktzeiten für das Montagepersonal garantiert.

In einem Fazit hebt der Betreiber das modulare Prinzip hervor, das den Kranbaukasten KBK auszeichnet. Denn vor dem Hintergrund, dass die Automobilindustrie ihre Fertigungslinien heute schon plant, bevor die Entwicklung der betreffenden Fahrzeuge abgeschlossen ist, kann man mit modularen Komponenten flexibel auf Änderungswünsche in den Montagelinien reagieren.

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