Minileiter für Special Automotive

Materialströme erfolgreich optimiert

Für das BMW-Werk im österreichischen Steyr ist die rationelle Produktion inklusive eines optimalen Materialflusses von großer Bedeutung. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, beauftragte der Automobilbauer Witron Logistik mit der Modernisierung seines automatischen Hochregallagers.

Die Sanierung eines bestehenden Hochregallagers ist ein komplexes Projekt. Das galt auch für das BMW-Werk in Steyr. Neben der kompletten Erneuerung aller Steuerungen und der Anbindung an das Standard Lagerverwaltungssystem (SLS) von BMW ersetzten die Logistiker aus Parkstein als gesamtverantwortlicher Generalunternehmer auch die Paletten-Fördertechnik und die Paletten-Regalbediengeräte des Hochregallagers. „Witron hat sich im strengen Auswahlverfahren durchgesetzt, da das Unternehmen durchgängig Logistik-, Software- und Steuerungs-Know-how aus einer Hand anbieten konnte“, erklärt Christian Tschurtschenthaler, Leiter Logistik und Planung im BMW-Werk Steyr. Das Hochregallager stellt in Steyr das Herzstück der Produktion dar. Um die zugehörigen Abläufe weiter zu optimieren, bestand ein wichtiger Projektauftrag auch darin, sämtliche Prozessschritte zu automatisieren.

Neben der eigentlichen technischen Modernisierung gehörte es zu den besonderen Herausforderungen dieses Projekts, den laufenden Produktionsbetrieb während der Sanierung unterbrechungsfrei mit Waren aus dem Lager zu versorgen: „Abgesehen davon, alle Schnittstellen und die Integration in unsere Systeme zu schaffen, musste die Sanierung bei laufender Produktion erfolgen. Das ist wie eine Herztransplantation bei einem Sportler während eines Marathonlaufes“, sagt Logistik-Experte Tschurtschenthaler.

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Sanierung ohne Ausfall

Für die Sanierung musste das bestehende Lager aber komplett leer sein. Deshalb wurde das externe Lager eines Dienstleisters über eine Förderbrücke an das BMW-Werk angebunden. Diese physische und datentechnische Anbindung ermöglichte die Produktion ohne Ausfälle. In der zweiten Stufe wurden die Materialflüsse im Hochregallager automatisiert. Die gesamte Prozesskette von der Palettenanlieferung im Wareneingang, über die Ein- und Auslagerung im Hochregallager bis hin zur Bereitstellung an den Produktionslinien erfolgt heute über automatische Fördertechnik-Anbindungen.

Nach der Datenerfassung der eingegangenen Waren werden die Teile in das Hochregallager vereinnahmt. Eingebaute Scannersysteme identifizieren die Ware und ermöglichen gleichzeitig die Warenverfolgung. Nicht identifizierbare Waren, beispielsweise bei Falschlieferungen oder Mengenabweichungen, werden auf einen Fehlerplatz ausgeschleust. Angekommen am Einlagerkreislauf wird die Ware erneut identifiziert und mit Regalbediengeräten (RBG) zum definierten Stellplatz im Hochregallager transportiert. Für die Auslagerung entnimmt das RBG die Gitterbox aus dem Hochregal und stellt diese auf den Auslagerungskreislauf. Nach erneuter Identifikation werden die Teile entsprechend des Fertigungsziels zur Diesel- oder Benzin-Montage oder zur Rohteilefertigung befördert. Insgesamt bewegen sich täglich heute über eine Million Teile im BMW-Motorenwerk Steyr.

Lagersystem integriert

Eine wesentliche Neuerung für das Werk bildete der erstmalige Einsatz des Standard Lagersystems der BMW AG, das von Witron in die bestehende Softwareumgebung voll integriert werden musste. Die Entwicklung eines internen Standards bringt für BMW die Vereinheitlichung aller Lagerverwaltungssysteme mit dem Vorteil von Synergien im laufenden Betrieb und der Wartung. Witron hat als Generalunternehmer die Einbindung umgesetzt. Die Nahtstellen in die Steuerungsebene sowie in die SAP-Ebene mit dem Warehouse Management funktionierten von Anfang an. (ms)

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