Marktstudie

Mehr Einfluss für Zulieferer

Solides Wachstum für die Automobilbranche bis 2025 erwartet – mit Verschiebungen nach Asien. F&E, Produktion und Vertrieb optimieren, Innovationskraft verbessern, flexible Strukturen und schlanke Organisationen zu schaffen, Segmententwicklungen verstehen und Wachstumsfelder identifizieren: Automotive bewegt sich bis 2025 trotz kräftigen Wachstums in einem dynamischen Spannungsfeld, das nicht ohne Auswirkungen auf die automobile Produktion bleiben wird, wie die Studie FAST 2025 darlegt.

Die Automobilbranche erfährt einen starken strukturellen Wandel durch zunehmende Modell- und Variantenvielfalt bei kürzeren Produktlebenszyklen, hohe Dynamik beim Einsatz neuer Technologien im Auto und die Elektromobilität. Darüber hinaus hat die Bedeutung von Schwellenländern wie China oder Indien als Absatz- und Produktionsmärkte stark zugenommen. Entsprechend investieren dort die Automobilhersteller und -zulieferer zunehmend in den Auf- und Ausbau von Produktions-, Vertriebs- und Entwicklungsstandorten in diesen Ländern. Dazu forcieren individuelle Kundenwünsche die Vielfalt von Fahrzeugmodellen und -optionen. Bei gleichzeitig immer kürzeren Produktlebenszyklen treibt dies nicht nur die Kosten, sondern auch die Komplexität von unternehmensinternen Strukturen und Prozessen.

Innovationsbestrebungen der OEMs gelten künftig weniger dem Komfort, sondern vor allem Umweltfreundlichkeit und Effizienz. Gerade die Themen Elektromobilität und Leichtbau stehen im Fokus und werden drastische Wertverschiebungen nach sich ziehen. Der Kostendruck hält an. Kunden wünschen immer höherwertigere Fahrzeuge, Gesetzgeber fordern immer effizientere Fahrzeuge. Höhere Fahrzeugpreise aber lassen sich angesichts des starken Wettbewerbs kaum oder überhaupt nicht durchsetzen.

Anzeige

Laut „FAST 2025“, einer gemeinsamen Studie von Oliver Wymann und dem VDA, ist für die weltweite Automobilindustrie bis 2025 mit einem insgesamt soliden Wachstum von jährlich rund drei Prozent zu rechnen. Nach 840 Milliarden Euro im Jahr 2012 wird die globale automobile Wertschöpfung ohne Aftermarket auf 1.250 Milliarden Euro steigen. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch China und Indien. So wird das Reich der Mitte mit rund 300 Milliarden Euro Wertschöpfung bis 2025 seine Position als wichtigstes Produktionsland weiter ausbauen. Europa bleibt führender F&E-Standort.

Eine Verschiebung tritt auch in der Arbeitsteilung zwischen OEMs und Zulieferern auf. Insgesamt wird laut FAST-Studie der Anteil der OEMs an der globalen F&E-Wertschöpfung von heute 60 auf 47 Prozent in 2025 sinken, während sich der Anteil der Zulieferer von 32 auf 36 Prozent erhöht und die Engineering-Dienstleister ihren Anteil von neun auf 17 Prozent fast verdoppeln. Im Produktionsbereich verstärken die Zulieferer ihre Position; der Wertschöpfungsanteil steigt von 65 auf 71 Prozent. Entsprechend wird der Wertschöpfungsanteil der OEM auf 29 Prozent zurückgehen.

Bezogen auf die Fahrzeugmodule werden die OEMs beim Outsourcing künftig selektiver und modulspezifischer vorgehen. Die größte Verschiebung hin zu den Zulieferern erfolgt bei elektrischen Antrieben. Die Hersteller werden zwar in diesem Bereich weiterhin Schlüsseltechnologien kontrollieren, doch ihr Anteil an der automobilen Wertschöpfung dieses Moduls wird bis 2025 auf neun Prozent sinken, da die Produktion nur in geringem Umfang selbst durchgeführt wird.

Im Bereich Verbrennungsmotoren und Aggregate werden sich OEMs künftig noch stärker auf Montage und Systemkompetenz fokussieren. Ihr Anteil an der Wertschöpfung geht auf 32 Prozent zurück. Auch beim Exterieur, traditionell von den OEMs dominiert, geht der Trend hin zu den Zulieferern. Das stärkste Wachstumsfeld in der Produktion werden die elektrischen Antriebe sein. Die Wertschöpfung für dieses Modul steigert sich bis 2025 - getrieben durch die anhaltend hohen Preise für entsprechende Komponenten und Systeme - pro Jahr um mehr als 20 Prozent. Verglichen damit nimmt die weltweite Produktionswertschöpfung von 2012 bis 2025 jährlich um gut drei Prozent zu - von 730 auf 1.100 Milliarden Euro. bw

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Montage

Die beiden Roboter machen das!

Montage von Führungshülsen für Kopfstützen. Die Montage von Kunststoff-Führungshülsen für die Kopfstützenverstellung der SUV-Baureihen eines deutschen Premiumherstellers stellt hohe Ansprüche an die Automation.

mehr...

Ausströmerpaket für Audi

Luft für die Limousine

Fischer hat für die neue Audi A6 Limousine ein Ausströmerpaket entwickelt. Es beinhaltet einen Breitbandausströmer, der sich über die Instrumententafel erstreckt, es wurde in einer innovativen Spritzgusstechnologie hergestellt.

mehr...
Anzeige

Drehmomentschlüssel

Arbeiten unter Spannung

Branchenübergreifend werden Spezialwerkzeuge für das Arbeiten an spannungsführenden Bauteilen. Gedore führt in seinem Sortiment der schutzisolierten Werkzeuge unter anderem den VDE-Drehmomentschlüssel 4508-05.

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

FMB 2018: Innovationen für Maschinenbau und Produktion
Vom 7. bis 9. November 2018
finden Sie auf der 14. FMB – Zuliefermesse Maschinenbau in Bad Salzuflen die neusten Technologien, Produktinnovationen und Automatisierungslösungen in den zentralen Bereichen Konstruktion, Fertigung und Montage. Hier treffen Sie Branchenpartner und Entscheider mitten im Spitzencluster für intelligente technische Systeme.

Zum Highlight der Woche...

Hubsäulen

Lasten positionieren

Hubsäulen sind unentbehrlich für viele Anwendungen in der Medizintechnik, Verpackungsindustrie, Logistik oder Pkw-Produktion. Darüber hinaus tragen sie als Bestandteil ergonomischer Arbeitsplatz-Systeme zur Effizienz-Steigerung in vielen Unternehmen...

mehr...