Behälter-Intelligenz powert Kleinteilelager

Porsche gibt Gas bei Ersatzteilen

Insgesamt 168.000 Behälter und Tablare von Bito sind im AKL von Porsche in dessen zentralem Ersatzteillager in Sachsenheim im Einsatz. Sie sind standardisierte Basis für das Handling der Kleinteile in der globalen Ersatzteilversorgung.

Jörg Reinelt, Logistikplanung Ersatzteile, mit einem Tablar und vier aufgesteckten Fixierelementen; die Tablare weisen zum automatischen Ausheben des Fördergutes Rasterbohrungen auf, die auch zum Aufstecken der Fixierelemente dienen.

Vom zentralen Ersatzteillager in Sachsenheim aus versorgt Porsche circa 700 Händler weltweit mit Ersatzteilen. Über 70 Prozent der vorgehaltenen 80.000 Materialnummern sind behälterfähige Kleinteile. Für diese wurde vom Generalunternehmer Witron Logistik + Informatik ein AKL errichtet, das über rund 170.000 Stellplätze verfügt. Als Partner für den Stahlbau des Automatischen Kleinteilelagers (AKL) war Bito Lagertechnik Bittmann in das Projekt eingebunden. Nicht nur das Regallager selbst wurde von den Meisenheimern gefertigt und montiert, sondern auch die Peripherie in Gestalt von acht Sequenzertürmen, einer Stahlbaubühne, Schwerkraftrollenbahnen und schließlich Kommissionierplatz- und Regaleinheiten aus dem Lieferprogramm Bito-Ergo-Rohrsystem. Parallel zur Realisierung des AKL durch den GU beschaffte Porsche in Eigenregie die Behälter und Tablare mit der Grundfläche 600 mal 400 Millimeter. Die Wahl fiel auch hier auf Bito, nämlich auf die Behälterserie XL. Beschafft wurden 92.000 Behälter mit 270 Millimeter Bauhöhe und 45.000 Behälter mit 170 Millimeter Bauhöhe. Jörg Reinelt, der Planer des AKL bei der Porsche in Sachsenheim, sagte dazu: "Ziel war die Standardisierung auf eine einheitliche Behältergröße, um den Betrieb der Fördertechnik optimieren zu können. Aus ergonomischen Gesichtspunkten legten wir ein maximales Gewicht von 15 Kilogramm je Behälter fest. Dadurch konnten leichte Behälter ausgewählt werden, was den Mitarbeitern täglich entgegen kommt." Um die Lagerkapazität optimal auszunutzen, sind verschieden große Behälter im Einsatz.

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Für besondere Fälle

Die Behälter bestehen aus grauem PP (Polypropylen). An zwei exakt vorgegebenen Positionen sind Barcodes angebracht. Die Behälter verfügen über Grifföffnungen an den Schmalseiten, und die hohen Ausführungen sind mit Wasserablauflöchern versehen. Die Behälter werden nur für die Lagerung im AKL verwendet, ein Versand an andere Standorte erfolgt nicht. Für sehr schweres Material und Teile mit sehr geringem Bestand sind aber selbst die Behälter mit 170 Millimeter Bauhöhe noch zu groß. Aus diesem Grund kommen auch Behälter RL-KLT vom Typ 3147 (200 mal 300 Millimeter) und 4.147 (300 mal 400 Millimeter) zum Einsatz. Weil deren Grundfläche nicht zu den eingesetzten Standard-Behältern passt, wurden von Bito zusätzlich 31.000 Tablare geliefert. Diese nehmen je zwei oder vier KLT-Behälter auf. Auf den Einsatz von unterteilten Behältern wurde bewusst verzichtet, weil die einzelnen KLT sehr viele Vorteile im Handling mit sich bringen. Die Tablare verfügen über den gleichen Boden wie die Behälter und können mittels Fixierelementen so ausgerüstet werden, dass die KLT auch bei hohen Fördergeschwindigkeiten und beim Ausschleusen in ihrer Position bleiben. Und nicht nur das: Im Bereich der Kommissionierung und Warenausgangs-Verpackung kommen diverse Packmittel zum Einsatz, von der Papiertasche bis hin zu Kartons und Klappdeckel-Behältern. All diese Versandpackstücke werden auf den Tablaren transportiert und mittels einfachen sowie zugleich flexibel nutzbaren Standard-Fixierelementen in Position gehalten. Für Jörg Reinelt war dabei wichtig: "Die intelligente Lösung von Bito hat uns überzeugt, weil die Fixierelemente auch dann auf den Tablaren verbleiben können, wenn diese gestapelt werden. So können wir die Tablare ohne Probleme in einem automatischen Puffer einlagern, bis sie wieder für die Kommissionierung benötigt werden."

Porsche liebt es leise

Der detaillierte Auswahlprozess beinhaltete neben behälter- und fördertechnischen Aspekten sowie Detaillösungen auch Rollversuche im Witron-Technologiecenter in Parkstein auf der Original-Fördertechnik. Speziell dem geräuscharmen Betrieb, anders als bei den Sportwagen, wurde hierbei eine besondere Bedeutung zugemessen. Peter Kerth, Spezialist für die Behältertechnik im Hause Bito, führte dazu aus: "Wir gingen mit unseren XL-Behältern ins Rennen, und durch Änderungen am Rippenboden RX konnten wir das Laufgeräusch um vier Dezibel reduzieren. Ansonsten waren wir technisch absolut vorn und überzeugten vor allem auch durch die pfiffige Lösung bezüglich des Tablar-Konzepts."

Dass Qualität in allen Belangen immer auch einen starken Wettbewerbsfaktor darstellt, beweist nicht zuletzt auch dieses für alle Beteiligten sehr große Projekt. So konnte Bito nicht nur mit Technik und mit dem Beratungsservice überzeugen, sondern auch mit Detail-Lösungen an den Schwerlastrollenbahnen zur Versorgung der Packplätze (manuelle Rüttelvorrichtung, damit auch sehr leichte Behälter nicht stehenbleiben; einfache Fuß-Entriegelung zur Freigabe einzelner nachlaufender Behälter). Dasselbe gilt für die auf den Umzug ins neue Lager abgestimmte Belieferung mit individuell angepassten Chargen an Behältern und Tablaren. Um Doppel-Handling zu vermeiden, lieferte Bito jeweils termingerecht eine zuvor bestimmte Anzahl an Behältern direkt an die aufzulösenden bisherigen Lagerstandorte. Dort wurde die Ware aus Fachbodenregalen und Palettenlagern gleich in die dafür bestimmten Kunststoffbehälter gepackt und per Lkw ins zentrale Ersatzteillager Sachsenheim befördert. Während ein Rahmenplan die Liefermengen je Woche vorgab, wurden die Anlieferorte immer erst wenige Tage im Voraus entsprechend des Fortschritts beim Umzug festgelegt. Auch diese logistische Herausforderung bewältigte Bito Lagertechnik. bw

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