Special Automatisierung in der Holz- und Möbelindustrie

Spanplatte wird Schlafzimmer

Das Panthel Möbelwerk stellt sich als ein seit mehr als 130 Jahren bestehendes Traditionsunternehmen vor, das am Standort Unnau im Westerwald heute etwa 120 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen hat sich auf die Produktion hochwertiger Schlafraumsysteme aus dem Naturprodukt Holz in variantenreichen Materialien und Formen spezialisiert. Prämisse ist es, Ästhetik mit Qualität und Umweltaspekt zu kombinieren. Dabei wird auf edle Furniere, exklusive Designs, durchdachte Raumkonzepte und einen hohen Servicelevel Wert gelegt. Panthel ist in der gesamten DACH-Region tätig und plant derzeit den Ausbau der Aktivitäten in den russischen und englischen Markt.

Konfektionär überfordert

Der Scherenhubtisch (1) dient zur Stapelbildung der Holzplattenzuschnitte. Er taktet je nach Holzplattenstärke ab, so dass der Werker die nächste Platte abstapeln kann. Er besitzt keine eigene Bedien- und Steuerungseinrichtung, sondern ist mit der Steuerung verbunden und wird mittels Lichttaster, der die Stärke erkennt, gelenkt. Für den motorgetriebenen Transport von Holzplattenzuschnitten wird der Schwerlastrollenförderer SRF89 (2) genutzt; zum manuellen Transport von Holzplattenzuschnitten dienen die Schwerlastrollenbahnen SRF89/100 (3) und SRB89/180 (4). Das Gestell (5) fungiert als Trägersystem für die zwei verschiedenen Anschlagsysteme.

Das Möbelwerk weist eine hohe Fertigungstiefe auf - vom Halbformat (der Spanplatte) bis zum fertigen Produkt. Im Laufe der vergangenen Jahre veränderte sich jedoch die Produktstruktur - neben bewährten Furniersystemen hat sich das Unternehmen heute auf Lackschlafzimmer fokussiert und greift damit Trends auf, um die Marktposition weiter ausbauen zu können. Dabei gilt es, eine stetig zunehmende Teilevielfalt bei niedrigeren Losgrößen zu handeln.

Dietmar Klask, Geschäftsführer bei Panthel, erklärt: "Wir haben mehrere Jahre mit einem Konfektionär zusammengearbeitet. Im Laufe der Zeit konnte er jedoch unsere steigenden Anforderungen an Fixmaße nicht mehr so ohne Weiteres abdecken. Daher entschlossen wir uns nach eingehender Analyse und unter Einbezug der zuständigen Mitarbeiter für die Einführung einer entsprechenden Maschine." Nach der Evaluierungsphase, in der mehrere Anbieter verglichen wurden, entschied sich das Unternehmen für ein Handlingsystem der AMI Förder- und Lagertechnik. Die Auswahlkriterien waren in erster Linie die schnelle Amortisationszeit sowie die regionale Nähe zu dem ebenfalls im Westerwald ansässigen Anbieter. Zum Einsatz kommt daher seit Sommer 2010 eine Stapel- und Transportanlage für Holzplattenzuschnitte. Das Handlingsystem befindet sich als teilautomatische Stapeleinrichtung hinter einer Plattenaufteilsäge. Die aus Halbformaten zugeschnittenen Fixmaße werden hier kommissioniert und in die Furnierpresse weitergeleitet. Handhaben kann das AMI-Konzept eine Länge von 800 bis 2.500 Millimeter (bei kürzeren Abschnitten wird mit einer Transportplatte gearbeitet) und eine Breite von 150 bis 1.000 Millimeter. Die Stapelhöhe beträgt maximal 1.200 Millimeter und das Transportgewicht zehn Kilonewton pro Meter.

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Im Detail funktioniert das System wie folgt: Der Scherenhubtisch dient zur Stapelbildung der Holzplattenzuschnitte. Er taktet je nach Holzplattenstärke ab, so dass der Werker die nächste Platte abstapeln kann. Er besitzt keine eigene Bedien- und Steuerungseinrichtung, sondern ist mit der Steuerung verbunden und wird mittels Lichttaster, der die Stärke erkennt, gelenkt. Für den motorgetriebenen Transport von Holzplattenzuschnitten kommt der Schwerlastrollenförderer SRF89 zum Einsatz, und zum manuellen Transport von Holzplattenzuschnitten dienen die Schwerlastrollenbahnen SRF89/100 und SRB89/180.

Von Anfang an stabil

Ein Gestell fungiert als Trägersystem für die zwei verschiedenen Anschlagsysteme. Insgesamt fünf Mitarbeiter von Panthel sind in diesem Bereich tätig. Zwei befinden sich an der Säge, ein Mitarbeiter führt die Online-Programmierung vom PC-Arbeitsplatz aus, und zwei weitere sind verantwortlich für die Logistik. Die Angestellten waren bereits im Vorfeld in die Planungsphase involviert und bewerten die neue Lösung als Entlastung. Sie konnten nach kurzer Einführung umgehend nach der Installation damit arbeiten.

Das Handlingsystem wurde innerhalb von drei Tagen (über das Wochenende) von AMI installiert und im Werk von Panthel in Betrieb genommen. "Die Lösung lief von Anfang an stabil, und die gewonnene Flexibilität war schnell für alle Beteiligten spürbar. Lediglich das Fundament war zu groß und musste nachgearbeitet werden. Auch die Anschlagssituation war anfangs zu schwach und wird jetzt durch eine stabilere Führung verstärkt. Gemeinsam mit AMI haben wir dann die Sicherheitsbedingungen an die Anforderungen der Berufsgenossenschaft angepasst und können jetzt bestätigen, dass alles reibungslos funktioniert", erklärt Dietmar Klask.

Mehrwert: Weniger Reklamationen

Durch die Integration des neuen Handlingsystems erzielte Panthel Unabhängigkeit von Konfektionären, was zu kürzeren Reaktionszeiten und zu höherer Flexibilität am freien Beschaffungsmarkt führt. Durch die kurze Amortisierungszeit und den schnellen Return on Investment (ROI) haben sich außerdem Kosteneinsparungen und damit eine hohe Rentabilität ergeben. Auch für die Zukunftsfähigkeit der Panthel- Produktion ist der Grundstein gelegt. "Wir planen die Erweiterung des vorhandenen Systems um einen zusätzlichen Puffer für Kommissionierstapel, um die Prozesse zu beschleunigen und die nachfolgenden Mitarbeiter ebenfalls zu entlasten, so dass Ressourcen für wichtige Aufgaben freigesetzt werden. Damit werden wir unsere Effizienzkurve weiter nach oben steigern können", schließt Dietmar Klask. Das Möbelwerk ist somit in der Lage, auch in den nächsten Jahren aktuelle Entwicklungen und Trends aufzugreifen und die Marktstellung weiter ausbauen zu können. Ulrike Peter/bw

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