Feuerschutztüren in Industriebauten

Kein automatischer Rauchschutz

Je nach Risikosituation werden feuerbeständige Stahltüren mit unterschiedlichen Widerstandszeiten eingesetzt, um den baulichen Brandschutz im Industriebau gewährleisten zu können. Für den Einsatz in Außenwänden (links) als Gebäudeabschluss ist eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung notwendig. (Foto: Hörmann)

Feuerschutztüren in Industriebauten. Industriebauten müssen den Vorschriften des baulichen Brandschutzes gerecht werden. Hierzu zählen auch Türen und Tore, die einzelne Gebäudeteile voneinander abtrennen oder als Gebäudeabschluss fungieren.

Neben den Aspekten Sicherheit und Energieeffizienz ist auch der bauliche Brandschutz Thema im Industriebau. Ein Großbrand kann ein Unternehmen innerhalb von wenigen Stunden in eine existenzbedrohende Lage bringen, sofern der Brandschutz unzureichend geplant war.

Feuerhemmende Stahltüren müssen nach DIN 4102-T5 oder nach der neuen Europanorm nach EN 1634-1 geprüft und bauaufsichtlich zugelassen werden. Je nach Risikosituation müssen T 30 feuerhemmende, T 60 hochfeuerhemmende oder T 90 feuerbeständige Türen eingesetzt werden. Die Zahl gibt jeweils die Zeit der Feuerwiderstandsfähigkeit des Bauelements in Minuten an. So hält eine geprüfte und bauaufsichtlich zugelassene T 30 Tür einem Feuer mindestens dreißig Minuten stand.

Vorsicht: Feuerschutztüren gewährleisten nicht automatisch auch Rauchschutz. Türen mit Rauchschutzanforderung müssen mit einer Zusatzausstattung versehen werden und nach DIN 18095 oder DIN EN 1634-3 geprüft werden. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, empfiehlt es sich, auf Multifunktionstüren aus Stahl zu setzen, die neben den oben genannten Ausstattungen auch den Anforderungen an Schalldämmung und Einbruchhemmung gerecht werden. Für den Einsatz in Außenwänden als Gebäudeabschluss benötigen Brandschutztüren eine besondere allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Die H3 KT mit T 30 Anforderung wird zusätzlich auch mit der einbruchhemmenden Widerstandsklasse RC 2 und schalldämmend angeboten. Für höhere Ansprüche an die Gestaltung, beispielsweise für Bereiche wie dem Übergang zwischen Produktion und Bürotrakt, haben die Hörmann-STS-Stahl-Türen ein flächenbündiges und stumpf einschlagendes Türblatt, so dass sie bündig mit der Zarge abschließen und mit der Wand eine planebene Fläche herstellen. Zusätzlich zu den obengenannten Ausstattungen werden sie wärmedämmend angeboten. Mit optional verdeckt liegenden Bändern und integrierten Obentürschließern lassen sich die Türen flächenbündig in die Wand integrieren. Sollen Feuer-/Rauchschutztüren zusätzlich zur Schall- und Wärmedämmung auch mit einer Widerstandsklasse zur Einbruchhemmung ausgestattet sein, kann die vollflächige Dickfalz-Ausführung STU eingesetzt werden. Beide Türausführungen sind auch aus Edelstahl erhältlich. Dies ermöglicht den Einsatz in Bereichen, in denen neben einer Feuer- und Rauchschutz-Funktion auch Korrosionsschutz erforderlich ist.

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Müssen Hallenabschnitte brandschutztechnisch voneinander abgetrennt werden, zwischen denen nicht nur Personen- sondern auch Flurförder- und Lw-Verkehr herrscht, kommen Feuer- und Rauchschutz-Schiebetore zum Einsatz. Je nach Ausführung können so Öffnungsgrößen bis 8,50 Meter Breite und sechs Meter Höhe erreicht werden. Im Brandfall schließt sich das Tor automatisch und gewährleistet den Brandschutz zwischen den Hallenabschnitten. Neben einer T 30 oder nach Europanorm EI230- sowie T 90/EI290-Ausstattung werden die Schiebetore auch rauchdicht angeboten. Im geschlossenen Zustand wird der Personendurchgang durch schwellenlose Schlupftüren ermöglicht und erleichtert.

Ruhiges Laufverhalten, leichte manuelle Betätigung des Tores und eine gegen Beschädigungen unempfindliche Oberfläche Pearlgrain sind Merkmale der Feuerschutzschiebetore. Neben der sich zur Seite an der Hallenwand bewegenden ein- und zweiflügeligen Varianten können ebenfalls Teleskop-Ausführungen für Einbausituationen mit wenig Platz neben dem Tor eingesetzt werden.

Heribert Monitz/bw

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