Grundlagen für den Produkt- und Unternehmenserfolg

Komplex, flexibel, zyklisch

Die Fertigungsplanung unterliegt neuen Anforderungen. Mit der Planung von Fertigungsprozessen werden Grundlagen für den Produkt- und Unternehmenserfolg gelegt. Das gilt für Fabriken, die neu gebaut werden, wie für jene, die sich im Bestand verändern.

„Strukturierte Planung von Fertigungsanlagen: Dazu gehören im Wesentlichen die Gebäudeplanung, das Fertigungsanlagenlayout, die Planung der Ver- und Entsorgung einschließlich der Materialflussplanung sowie die Verknüpfung der Fertigungsanlagen untereinander sowie mit vor- und nachgelagerten Prozessstufen“, so definiert Gablers Wirtschaftslexikon als Standardwerk das Stichwort Fabrikplanung. Die Planung von Fabriken stellt schon immer eine komplexe Aufgabe dar. Neben der Gebäudeplanung gilt es, die Produktionsanlagen, das Anlagenlayout, das Personal sowie die Aufgabe der Fabrikorganisation – aber ebenso das Gebäudeumfeld – nachhaltig zu planen. Aufgabe ist der Entwurf einer flexiblen beziehungsweise wandlungsfähigen Fabrik zur schnellen und wirtschaftlichen Anpassung an die sich kontinuierlichen ändernden Randbedingungen. An die Produktion werden dabei zahlreiche Anforderungen gestellt. Hierbei steht insbesondere die Vernetzung und Verknüpfung von Prozessen und Arbeitsschritten im Vordergrund. Zeit, Kosten und Qualität gelten als die klassischen Disziplinen der Produktion. Die zunehmende Verkürzung der Lebenszyklen der Produkte stellt weitere und neuere Anforderungen an die Flexibilität der Fertigung. Die Wandlungsfähigkeit der Fabrikation ist deswegen seit langem ein Standardbegriff in der einschlägigen Literatur.

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Eine zunehmende Globalisierung der Märkte und der Fertigung setzt in diesem Umfeld eigene Ansprüche. Unternehmen sind deswegen gefordert, bestehende Strukturen in der Fertigung regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen und neue Produktionen den gegebenen aktuellen und künftigen Anforderungen anzupassen. Das verlangt insbesondere exakte Überlegungen in den Bereichen effizienter Montage- und Fertigungsprozesse, optimierter Produkt- und Teilebereitstellung, ausgefuchster Materialflusssysteme und Logistikprozesse. Maschinen und Anlagen und deren Verknüpfung rufen zunehmend nach kompletten Lösungsanbietern, die Verantwortung für einen gesamten Prozess übernehmen können.

Diese Aspekte der solitär betrachteten Wirtschaftlichkeit werden aber begleitet von einer Reihe immens wichtiger Nebenfaktoren. Dabei steht die Unternehmens- und Konzernstrategie zunehmend im Vordergrund, die rein betriebswirtschaftliche Überlegungen obsolet machen kann. Auch einige weitere – und manchmal weichere – Faktoren sind zu berücksichtigen, wie sie im Vorwort des „Handbuch Fabrikplanung“ (Wiendahl/Reichardt/Nyhuis; Hanser 2. Auflage 2014) benannt sind:

  • Fabriken können sich angemessen räumlich und produktionstechnisch veränderten Rahmenbedingungen anpassen.
  • Unter „local content“ sind Variablen in den Fertigungs- und Montagesystemen vorgesehen, die örtliche Gegebenheiten wie Mitarbeiter-Know-how, Lohnstrukturen und Unternehmenskulturen berücksichtigen.
  • Zunehmend an Bedeutung gewinnt Nachhaltigkeit im Bereich der Ressourcenschonung und Effizienz im Rahmen der Energie und Materialien.
  • Die Autoren sehen aber auch unternehmenskulturelle Werte durch den äußeren Auftritt und den selbstgewählten Unternehmensanspruch als umsetzungsnotwendig an, ebenso
  • wie soziale Aspekte durch die räumliche Gestaltung von Arbeitsplatz und Sozialräumen. Darin spiegelt sich auch die Wertschätzung der Mitarbeiter.

Auch die Fabrikplanung unterliegt einem steten Wandel. Die Lernfähigkeit der Unternehmen ist die Grundlage der Wandlungsfähigkeit als überlebenswichtiger Grundlage in globalisierten und sprunghaften Märkten.

bw

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