Denso sieht für Kleinroboter in der Pharma- und Gastronomiebranche Wachstumspotenziale

Servietten falten und Pillen packen im Akkord

Der Trend zur Modernisierung in der Pharmaindustrie ist ohne Automatisierung und High-Tech-Geräte wie Industrieroboter undenkbar. Diese können Aufgaben erfüllen, die für Menschen schwierig oder gar gefährlich sind. Der Einsatz senkt Produktionskosten und vermeidet menschliches Fehlversagen, verbessert die Produktqualität und macht den gesamten Produktionsprozess effizienter. Nicht zuletzt deshalb gehen Schätzungen der IFR davon aus, dass 2011 mit rund 140.000 verkauften Industrierobotern eine neue Bestmarke aufgestellt worden ist. Allerdings sind Pharma- und Medizinindustrie überaus anspruchsvoll und stellen für die Hersteller von Robotern eine große Herausforderung dar. "Roboter für diese Sektoren zu entwickeln, ist langwierig und kompliziert, da die Produktionsumgebungen absolut frei von Bakterien und anderen schädlichen Stoffen sein müssen", weiß Takayuki Suzuki, Ingenieur bei Denso Robotics. "Die gesamte Ausrüstung muss unter sterilen Bedingungen eingesetzt werden können und, je nach Produktionsumgebung, resistent gegen verschiedene chemische Stoffe sein, so wie Alkohol oder Wasserstoffperoxid, die zur Sterilisierung der Geräte verwendet werden. Reinraumtauglichkeit, leicht zu reinigende Spezialoberflächen und hohe Präzision ¿ dies sind die Anforderungen an Roboterinstallationen in der Pharma- und Medizinindustrie." Medikamente verpacken, Injektionen vorbereiten, Sterilisierungs- und Dekontaminationsprozesse ¿ das sind nur einige der Aufgaben, für die Roboter in der Pharmaindustrie eingesetzt werden. Denso hat dafür spezielle Produkte entwickelt. Neben den 4-und 6-Achs-Robotern mit den ¿Clean Room¿ Schutzklassen 10 und 100, hat das Unternehmen die VP-G2* 6-Achs-Roboterserie auf den Markt gebracht. Zu dieser Serie zählt auch die eigens für Reinräume und andere Kontaminationskontrollräume entwickelte Version VP-G2-S1 (Reinraumschutzklasse 100). Takayuki Suzuki, Mitglied im Entwicklerteam des VP-G2-S1, fasst die wichtigsten Eigenschaften des Roboters zusammen: "Der Roboter ist sehr einfach zu reinigen. Der Roboterarm lässt keinen Platz für Staub und Bakterien. Das Gerät hat eloxierte Abdeckungen mit einer speziellen resistenten Oberfläche und versiegelten Gelenken, die vor Korrosion schützen. Dies ist sehr wichtig, denn der Roboter muss in Reinräumen einsetzbar und resistent gegen aggressive Chemikalien sein." Eine weitere spezielle Eigenschaft des Roboters ist die Wasserstoffperoxid-abwaschbare Oberfläche (H2-O2-Konzentration bis zu 6%). Wasserstoffperoxid ist eine für Sterilisationszwecke weit verbreitete aber ätzende Chemikalie ist, die Roboteroberflächen beschädigen kann.

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Roboter übernehmen das Falten

Auftrag Verpackung: Die Pharmaindustrie benötigt Roboter in Reinraumausführung. (Fotos: Denso)

Das Wachstum in der Automationsbranche betrifft auch die Gastronomie ¿ ein weiterer Bereich, in dem Hygiene und Sauberkeit absoluten Vorrang haben. Dieser Sektor birgt immenses Potenzial für eine Effizienzsteigerung durch Automatisierung. Ein Beispiel hierfür ist der Arbeitsprozess des Serviettenfaltens ¿ eine Tätigkeit, die in fast jedem Hotel und qualitätsbewussten Restaurant bisher aufwändig vom Servicepersonal erledigt wurde. Das deutsche Unternehmen Robofox hat eine Technologie entwickelt, die den Prozess des Serviettenfaltens komplett automatisieren kann. CEO Kartal Can erklärt die Motivation: "In einem Hotel werden jährlich durchschnittlich 400.000 Servietten benutzt. Bei einem Zeitaufwand von 30 Sekunden pro gefaltete Serviette fallen somit 3.333 Arbeitsstunden an. Automatisiert man diese Arbeit, bleibt mehr Zeit für andere wichtige Aufgaben, wie zum Beispiel die Bearbeitung von Gästeanfragen." Cartal Kan weiter: "Die Roboter sind kompakt, schnell und haben ein geringes Gewicht bei einer großen Reichweite. Zudem ermöglicht seine kleine Standfläche eine einfache Installation, sowohl auf dem Boden, als auch an der Decke. Die von uns verwendeten Modelle VS 068 und VS 087 besitzen ein attraktives Design und vermitteln in ihrer weißen Farbe einen Reinheitseindruck. Genau dies sind die Fähigkeiten, die wir für unsere innovative Serviettenfaltmaschine benötigen." Doch wie weit wird die Automatisierung noch voranschreiten? Die Metra Martech Studie sagt voraus, dass Robotik stark in den Dienstleistungsmarkt vordringen wird, vor allem in das Gesundheitswesen. Die alternde Bevölkerung verlangt nach immer mehr Dienstleistungen, für die nicht ausreichend Pflegekräfte zur Verfügung stehen werden. Roboter würden darüber hinaus eine wichtige Rolle im Beförderungswesen und im häuslichen Bereich spielen, Häuser und Büros zu überwachen, Grenzen sichern und die Umgebung bei Routine- und Notfalleinsätzen kontrollieren, besagt die Studie. bw

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