Schleif- und Polieranlage

Bis der Hals glänzt

Roboter spart 30 Prozent Zeit bei der Gewichte-Produktion. Bei der Herstellung hochwertiger Prüfgewichte zählt jedes Milligramm; die Oberflächenqualität muss glänzend sein. Bei Haigis Gewichtefertigung ist eine Roboteranlage von SHL Automatisierungstechnik im Einsatz - und spart beim Schleifen und Polieren 30 Prozent Zeit.

Haigis baut Einzelgewichte und Gewichtssätze von einem Milligramm bis 500 Kilogramm. Herzstück der automatischen Roboter-Schleif- und Polieranlage ist ein Kuka-Sechsachser, der die Gewichte feinfühlig aufnimmt und dem Schleifband zuführt. (Foto: SHL)

Bei Haigis im Schwäbischen arbeiten 45 Mitarbeiter mit einem Maschinenpark, der 22 CNC-Drehmaschinen, eine CNC-Fräsmaschine, zwei Reibschweißanlagen, eine CNC-Flachschleifmaschine, zwei Glühöfen und vier Poliermaschinen umfasst. Hier entstehen hochwertige Einzelgewichte und Gewichtssätze aller Genauigkeitsklassen (E1 bis M3) von einem Milligramm bis 500 Kilogramm. Je nach Klasse werden Edelstahl, Messing, Grauguss, Stahl, Neusilber und Aluminium verwendet. Seit 1996 ist das Unternehmen von der Akkreditierungsstelle des Deutschen Kalibrierdienstes bei der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig als Labor für Gewichtstücke des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD) akkreditiert. Bei Haigis stehen präzise Messinstrumente - der Laborraum ist erschütterungsarm, es herrschen Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad und eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent; diese Werte werden für die Berechnung des konventionellen Wägewertes benötigt.

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Was im Labor auf Herz und Nieren getestet wird, durchläuft zuvor einen Produktionsprozess mit unverzichtbarem Handarbeits-Anteil. Die Gewichte werden auf Vortoleranz gedreht und anschließend bis auf einen bestimmten Wert vor dem Endgewicht geschliffen. Dann werden Hals, Kopf und Boden poliert, bis das vorgegebene Gewicht erreicht ist. Diese Tätigkeit übernahmen bislang Mitarbeiter von Hand - bei einem 200-Gramm-Gewicht dauerte das acht bis zehn Minuten, bei einem Zwei-Kilo-Gewicht waren es 35 Minuten. Eine Arbeit, die ein gutes Auge und viel Berufserfahrung erfordert und obendrein schwer ist. Eine Automatisierungslösung brachte hier Erleichterung: Eine SHL-Roboter-Schleif- und Polieranlage arbeitet seit Mitte November 2013 bei Haigis.

Automatisches Schleifen, Polieren, Glänzen
Ein sechsachsiger Industrieroboter von Kuka bedient insgesamt vier Schleif- und Polierstationen, der Quantec KR 120 R2500pro mit einer Traglast von 120 Kilogramm und einer Reichweite von 2.500 Millimeter. Zu Beginn des Bearbeitungsprozesses öffnet der Bediener die Zugangstür der Anlage, fixiert den mit Gewichten beladenen Palettenwagen und startet am Bedienpanel das entsprechende Bearbeitungsprogramm. Der Roboter nimmt ein Teil auf und führt es zur Freiband- und Kontaktrollenschleifmaschine (FKS) 250/450 von SHL. Dort wird die Stirnseite am Kopf geschliffen, anschließend wird das Gewicht an der Doppelpoliermaschine SHL-DP1000 poliert. Im nächsten Arbeitsschritt wird das Werkstück an der Doppelpoliermaschine SHL DP550 geglänzt. Danach wandert das Gewicht zurück in die Palette. Wenn diese abgearbeitet ist, werden die Gewichte gedreht, und der Prozess beginnt von vorn. Sind alle Teile bearbeitet, steht die Anlage anschließend sofort wieder zur Verfügung - wenn das richtige Arbeitsprogramm angewählt ist und die Greiferbacken gegebenenfalls angepasst sind, sofern andere Gewichtsklassen bearbeitet werden.

Für Haigis haben sich mit dieser Automatisierungslösung Vorteile ergeben. Die Arbeit ist planbarer geworden, Auftragsschwankungen lassen sich gut bewältigen, und die Polierleistungen sind gut. Der Roboter dreht endlos mit gleichbleibender Qualität, benötigt keine Pausen und spart Zeit. Während üblicherweise das Band lief und das Werkstück dagegengehalten wurde, dreht hier der Roboter das Teil und hält es gegen das Band. Somit werden immer die gleichen Schleifparameter angewandt.  pb

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