Yaskawa-Neorganisation

Neue Struktur – Besserer Kundenservice

Armin Schlenk, General Manager Marketing der neuen Yaskawa-Firmierung, über die Ziele des Zusammenschlusses
Armin Schlenk: Innovationskraft, Präsenz und Qualitätsanspruch in Europa voll ausschöpfen. (Fotos: Yaskawa)

Der Zusammenschluss von Yaskawa und Motoman bringt eine neue, schlagkräftige Organisation an den Markt der Antriebe und Roboter. Neu dazugestoßen ist im Sommer Armin Schlenk als Marketingchef in Eschborn. Er beantwortet im handling-Interview die Frage nach den Hintergründen und Auswirkungen der Neuorganisation.


handling: Yaskawa und Motoman haben ihre Organisationen in Europa zusammengeführt. Ein Spezialist für Antriebe vereint sich mit einem Roboterhersteller zu Yaskawa Europe. Was steckt dahinter?
Schlenk: Was viele nicht wissen, ist, dass Motoman schon immer eine 100prozentige Tochter der Yaskawa Cooperation war. Wir haben jedoch bisher unser Potenzial nicht ausgeschöpft, da wir in der Vergangenheit zwar unter Yaskawa, aber dennoch als zwei eigenständige Firmen Motoman und Yaskawa Electric aufgetreten sind. Durch die Vereinigung verfügen wir nun europaweit über eine noch bessere Vertriebs- und Support-Infrastruktur. Durch die Synergien, die sich nun ergeben, sind wir in der Lage unsere geplanten Ziele für 2012 mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro zu erreichen.

handling: 22.000 Roboter jedes Jahr, 1,6 Millionen Umrichter, 800.000 Servo-Antriebe: Die neue Formation versteht sich als Weltmarktführer. Was macht das Unternehmen so stark?
Schlenk: Das Unternehmen hat sich dem Grundsatz höchster Qualität verpflichtet. Seit fast 100 Jahren ist Yaskawa dieser Philosophie treu und gehört deshalb weltweit zu den Spitzenunternehmen im Bereich elektrischer Antriebstechnik und Automation. Des Weiteren haben wir mit intensiver Forschung und Entwicklung eine Vielzahl von Innovationen hervorgebracht. So jüngst im Bereich ‚Green Energy’, die energiesparende Motorenserie ECOiPM, welche zwei Baugrößen kleiner ist als ein vergleichbarer Asynchronmotor. In Kombination mit dem V1000 Frequenzumrichter bieten wir ein hocheffizientes Antriebspaket zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2009/125/EG an. „Downsizing“ ist auch ein Thema bei unseren Motoman Robotern. Hier spart der Kunde durch kleinere aber genauso leistungsfähige Roboter nicht nur Fläche und Energie, sondern kann auch seine Produktionslinie effektiver gestalten. Technologisch sind wir mit unserer Sieben-Achs-Kinematik sowie dem Service Roboter „Smart Pal“, der schon sehr weit fortgeschritten und bald einsatzbereit ist, am weitesten entwickelt. Denn wir sind über den Punkt einer Technologiestudie schon weit hinaus. Elemente wie die Dualarm-Technik des SmartPal haben wir zum Beispiel seit Längerem in unseren SDA-Roboter übernommen.

handling: Sind das auch die Stärken, die im europäischen und insbesondere im deutschsprachigen Raum gefragt sind?
Schlenk: Die Stärken der Innovationskraft, weltweiten Präsenz und hohen Qualitätsansprüchen unserer Produkte können wir hier in Europa voll ausschöpfen. Des Weiteren sind wir in der Lage, sowohl durch lokale Fertigungen als auch durch unsere lokale Entwicklungsabteilung sehr schnell auf Kundenwünsche beziehungsweise europäische „Funktionen“ zu reagieren. Dies betrifft Produkte für den allgemeinen Markt wie Ethercat, Powerlink und Profinet Anbindungen als auch die IEC61131-3 Steuerungen. Sowie Kunden- und branchenspezifische Lösungen, also das bekannte Customizing. Unsere europäische Entwicklungsressourcen und die Tatsache, dass unsere großen europäischen Kunden in der Regel kundenspezifische Lösungen bereits heute einsetzen, wollen wir vor allem in Deutschland verstärkt kommunizieren und als weiteres starkes Argument für Yaskawa nutzen.

handling: Wie kann sich Yaskawa Europe in dieser Region noch stärker profilieren?
Schlenk: Wir haben im Bereich Drives & Motion schon im letzten Jahr damit begonnen, unser Vertriebsnetz auszubauen. Mit einer Direktvertriebsmannschaft, einem dichten Vertriebspartnernetz und einem Netzwerk von Systemintegratoren werden wir eine bessere Marktdurchdringung erreichen. Des Weiteren werden wir das strategische Marketing ausbauen, um gezielt auf Kundengruppen zuzugehen und um maßgeschneiderte Lösungen für definierte Applikationsfeldern anzubieten. Um den Bekanntheitsgrad der Marke Yaskawa zu stärken, haben wir ein ganzes Bündel an Maßnahmen definiert.

handling: Bleiben denn die einzelnen Marken erhalten?
Schlenk: Es wird wie bisher die Unternehmensmarke Yaskawa bestehen bleiben, wobei die Produktmarke Motoman nun besser als Produktmarke erkennbar sein wird.

handling: Wie verändert sich die Angebotsstruktur durch die neue Firmierung?
Schlenk: Unsere Kunden haben nun die Möglichkeit auf ein sehr breites Produktportfolio zuzugreifen – und das aus einer Hand. So können wir bisherigen Motoman Kunden Produkte aus dem Bereich Drives & Motion und umgekehrt den bisherigen Yaskawa Kunden Robotertechnik anbieten. Unsere Vertriebe sitzen bereits zusammen in der Zentrale in Eschborn.

handling: Wird es gemeinsame entwickelte Produktreihen geben?
Schlenk: Es geht hier vor allem darum, die Integration von Robotern und Antriebskomponenten für den Kunden zu vereinfachen. Die Entwicklungsgruppen der Robotersparte und der Antriebssparte in unserer Zentrale in Japan arbeiten schon seit Jahren zusammen. Eine verstärkte gemeinsame Nutzung von Basistechnologien wird erfolgen.

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handling: Auf welche Weise profitieren Ihre Kunden von dem Zusammenschluss?
Schlenk: Es gibt nur sehr wenige Wettbewerber, die Steuerungen, Servotechnik, Inverter, Lineartechnik und Robotik weltweit anbieten. Durch dieses breite Produktportfolio können wir in der neuen Struktur Kunden besser betreuen, indem wir deren Probleme ganzheitlich betrachten. Denn natürlich gibt es in der heutigen Automatisierung fließende Übergänge zwischen Robotik und der allgemeinen Antriebstechnik.

handling: Welche Ziele sind für diesen Zusammenschluss in einem überschaubaren Zeitraum formuliert?
Schlenk: Wir planen mit einem Umsatz von 250 Millionen Euro in diesem Geschäftsjahr und bis 2012 mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro. Das wollen wir mit einer Mitarbeiterzahl von 1.000 Mitarbeitern europaweit erreichen.

handling:
Was verändert sich am Standort Eschborn durch diese neue Firmierung?
Schlenk: Die neue Yaskawa Europe GmbH unterteilt sich zukünftig in die Drives & Motion Division mit Sitz in Eschborn sowie die Robotics Division in Allershausen. Am Standort Eschborn findet sich auch die Yaskawa Academy, die auf über 1.400 Quadratmeter Trainingsmodule für Roboter sowie der Antriebstechnik und Steuerungstechnik anbietet.

handling: Werden dafür demnächst neue Produkte auf die Rampe geschoben, zum Beispiel zur SPS?
Schlenk: Wir werden wie gewohnt auf der SPS unsere neuen Produkte ausstellen und mit einer kompetenten Mannschaft vertreten sein, um den Besuchern auch die notwendige Beratung zu geben. Daneben werden wir auch Applikationen in Bewegung zeigen. So werden die Messebesucher zwei Modelle sehen, die die Integration von Robotern mit der Antriebstechnik zeigen. Passend zur SPS werden wir unsere neuen Optionen der Sigma V Servofamilie präsentieren: Ethernet-Optionen Powerlink und Ethercat, Advanced Safety sowie die 1,5 Achssteuerung nach die IEC61131-3. Des Weiteren werden wir die Leistungserweiterung des Inverterprogramm auf 630KW sowie die IP66 Varianten ausstellen.

Die Fragen stellte Bernd Waßmann

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