Industrieroboter

Wo kommen die vielen schönen Roboter her?

Diese Frage zu beantworten, bereitet dem aufmerksamen handling-Leser wohl kaum Schwierigkeiten, denn die Robotik gehört seit langem zum redaktionellen Kerngeschäft. Da erfahren Sie etwas über Weiterentwicklungen, Neuheiten und interessante Einsatzfälle. Per Internet bekommen Sie außerdem auf schnellem Weg ein Angebot vom rasanten Pick-and-Place Gerät bis zur schlüsselfertigen Schweißroboter-Arbeitszelle. Trotzdem bleibt ein Roboter einsam wie eine Ameise ohne Ameisenhügel. Man braucht noch ein geeignetes technisches Umfeld, die so genannten peripheren Einrichtungen sowie Techniker und Ingenieure. Damit sind wir bei einem Problem, das etliche Unternehmen drückt: „Wo kommen die dafür geeigneten Mechatroniker her?“, also Fachleute, die diese Arbeitsmittel mechanisch, fluidisch und elektronisch insgesamt verstehen, die über solide Informatikkenntnisse verfügen und die im praktischen Umgang mit dem Roboter bereits einige Lorbeeren eingesammelt haben.

Ein erfolgversprechender Weg zum Mechatronik/Robotik-Ingenieur besteht zum Beispiel in einem Studium am Technikum Wien. Als Ziel hat man einen Absolventen im Auge, der die optimale Gestaltung und alle Seiten eines robotertechnischen Gesamtkomplexes beherrscht. Neben den Standardfächern zu den mathematisch-technischen Grundlagen der Mechanik, Elektronik und Informatik stehen auch Modellbildung, Simulation und die fertigungstechnische Automatisierung im Vordergrund. Bereits im ersten Semester beginnen die Vorlesungen zu den Grundlagen der Robotertechnik. Das Kernthema verzweigt sich dann zur Industrierobotik, Roboterprogrammierung und Simulation, zum Robotik-Labor, zur Endeffektortechnik, den Servicerobotern und zum Beispiel zu den mobilen Robotern und Teleoperatoren.

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Die vor zwei Jahren im XX. Bezirk von Wien neu erbaute Fachhochschule verfügt über ausgezeichnete Labortechnik. Eigentlich sind alle wichtigen Roboterkonfigurationen bis hin zum Delta-Parallelroboter für Übungen und praxisnahe Projektarbeiten verfügbar. Die Absolventen sind in vielen Industriebereichen einsetzbar, wie beispielsweise Fahrzeugtechnik, Sensor- und Aktortechnik sowie Verpackungstechnik und Logistik, aber auch in der Mikromechanik und Mikrosystemtechnik. Gegenwärtig ist man dabei, den Studienablauf in ein Bakkalaurats-Studium (Abschluss Bakk. (FH)) umzugestalten und ein aufbauendes Masterstudium mit einer weiteren Vertiefung und Spezialisierung zu konzipieren. Der Studiengang Mechatronik/Robotik ist übrigens nur einer von weiteren neun Studiengängen am Technikum Wien, das trotz Neubau schon wieder aus allen Nähten zu platzen droht. Das ist wohl auch Ausdruck eines fachlich gut mit der Praxis abgestimmten Ausbildungsprogramms. Grundsätzlich hat eine Fachhochschule gegenüber dem Hürdenlauf an einer Massenuniversität den Vorteil, dass sie viel kleiner ist, weniger Studenten hat und eine individuelle Betreuung der Studenten bis zum letzten Semester gewährleistet.Stefan Hesse

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