Servicerobotik

Robbie, ich habe Durst!

Serviceroboter im praktischen Einsatz
Der Roboter bringt Wasser und Post und könnte auch zur Unterhaltung und Animation der Bewohner von Pflegeheimen beitragen – indem zum Beispiel auf dem Touchscreen Gesellschaftsspiele oder Programme zum Gedächtnistraining gestartet, Musik abgespielt oder Gedichte vorgelesen werden können.
Schwere Kisten transportieren, Getränke anbieten und die geleistete Arbeit zuverlässig dokumentieren – Serviceroboter können in stationären Pflegeeinrichtungen Transportaufgaben und Routinetätigkeiten übernehmen. Praxistests zeigen, dass die Akzeptanz steigt.

Bei Routinetätigkeiten zum Beispiel in einem Pflege- oder Seniorenheim können zunehmend Serviceroboter einen guten Dienst leisten. Mit dem Navigationssystem ist es möglich, zielsicher von Station zu Station zu fahren und lästige Transporte wie die Lieferung von Post, Wäsche oder neuer Getränke zu übernehmen. Bedienen lassen sich diese nützlichen Helfer ganz einfach über den am Roboter angebrachten Touchscreen oder über das Smartphone der Pflegekraft. Auch bei der Versorgung mit Getränken unterstützt der Roboter das Personal: In den Aufenthaltsräumen verteilt er regelmäßig Wasser an diejenigen Bewohner, die noch nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen haben. Die notwendigen Informationen zur Identifikation einzelner Senioren und deren bisheriger Flüssigkeitsaufnahme lädt er dabei über eine verschlüsselte Funkverbindung aus einer Datenbank, in der sowohl der automatische Helfer als auch das Pflegepersonal die bisher ausgegebenen Flüssigkeitsmengen protokollieren.

So oder ähnlich könnten Serviceroboter in Zukunft zur Pflegeunterstützung eingesetzt werden. Welche Aufgaben konkret die Roboter übernehmen könnten, haben Forscher in dem Projekt „WiMi-Care“ auf Basis einer Bedarfsanalyse in der stationären Altenpflege herausgefunden. Daraus haben sie beispielhaft zwei Szenarien abgeleitet – den Transport und das Verteilen von Getränken – und in einem Praxistest in einem Stuttgarter Altenpflegeheim untersucht. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert Projekt arbeiteten die Universität Duisburg-Essen, die Unternehmen User Interface Design und MLR System sowie das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA zusammen. Das im November 2008 gestartete Forschungsvorhaben hat eine Laufzeit von drei Jahren.

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Primäres Ziel der ersten Testphase war es, die technische Machbarkeit der ausgewählten Szenarien zu verifizieren und ein erstes Feedback bezüglich der Benutzerakzeptanz zu bekommen. Dieses Ziel scheint erreicht. Die Erprobung der Transportfunktion fand dabei auf dem fahrerlosen Transportsystem Casero von MLR System aus Ludwigsburg statt. Der Roboterassistent Care-O-bot 3, den Forscher des Fraunhofer IPA entwickelt haben, versorgte die Bewohner des Altenheims mit Getränken. Der Roboter verfügt über eine mobile Basis, einen Arm und Greifer. So kann er auch für komplexe Handhabungsaufgaben, etwa die Bedienung eines Wasserspenders, eingesetzt werden. Für die Tests kam eine neue Care-O-bot 3-Variante zum Einsatz, die in dem EU-Projekts „Brics“ aufgebaut wurde.

Auf Care-O-bot 3 wurde für die erste Testphase ein vereinfachtes Szenario implementiert, in dem der Roboter einen im Wasserspender befindlichen Becher durch Drücken des Wasserknopfs befüllt, diesen auf seinem Tablett abstellt, über einen Gang in den Aufenthaltsraum fährt und das Wasser an verschiedenen Positionen am Tisch anbietet. Die Bewohner haben offenbar positiv auf den Roboter reagiert und verstanden, dass sie den Becher vom Tablett nehmen sollen. Hier ist allerdings noch Nacharbeit zu leisten, denn die Personen müssen dann auch wirklich selbst trinken. So soll der Roboter in der nächsten Projektphase noch überzeugender auftreten, damit seine Aufforderung zum Trinken auch ernst genommen wird. Neben der verbesserten Interaktion mit den Benutzern soll bis dahin das Szenario weiter ausgearbeitet und optimiert werden, so dass der Roboter auch mehrere Interaktionszyklen eigenständig, das heißt ohne Steuerung und Überwachung durch die IPA-Mitarbeiter, durchführen kann. pb

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