Säge- und Lagertechnik

Leistungs-Plus dank Retrofit

Säge- und Lagertechnik mit Roboter-Sortierung
Am Sortierbereich der Säge entnimmt der Roboter eine Welle…
Der Schweizer Metallhandel hat sich in den letzten Jahren vom reinen Werkstoff-Lagerhalter zum Distributions- und Dienstleistungszentrum für Metalle aller Art gewandelt. Damit werden diese Betriebe ihrer Rolle als strategischer Lieferant gerecht, müssen jedoch auch permanent in die Dienstleistungsqualität investieren.

Made in Switzerland – dieser Begriff steht bis heute als Synonym für hohe Produktqualität. Sie resultiert aus den Ansprüchen der Kunden im eigenen Land. Das trifft ebenso auf die Schweizer Produktionsunternehmen zu, die wiederum an ihre Lieferanten hohe Anforderungen stellen. Andererseits gehen viele Schweizer Produzenten dazu über, weite Teile ihrer Fertigung outzusourcen und die Herstellung auf mehrere Zulieferer zu verlagern. Das führt dazu, dass die Lieferanten der Rohmaterialien – (Edel-)Stähle, Aluminium und NE-Metalle – heute nicht mehr große Mengen einzelner Materialien an die Produktionsbetriebe liefern, sondern sie mit einer Vielzahl von auftragsspezifischer Materialzuschnitte versorgen müssen.

Dass dies in den Metallhandelshäusern eine ganz andere Struktur bedingt, und die Wertschöpfung nicht mehr nur aus dem Verkauf des Werkstoffs, sondern aus einem Dienstleistungspaket kommt, erkannte der Metallhändler ThyssenKrupp Materials, CH-Wil, schon vor geraumer Zeit. Deshalb investierte er seit Jahren in moderne Einrichtungen wie Sägemaschinen, Sägezentren und Langgut-Lagersysteme. Mit dem Auf- und Ausbau der Lager- und Sägekapazitäten sind für die Kunden eine hohe Materialverfügbarkeit und schnelle Anarbeitung gewährleistet. Zudem erleichtert das größere Lagerprogramm die Akquisition weiterer Kunden.

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Individuelle Dienstleistungen ab Lager

Dass es in diesem Geschäft auch auf eine hohe Dauerleistungsfähigkeit und technische Verfügbarkeit der Lager-, Kommissionier-, Handlings- und Sägeeinrichtungen ankommt, versteht sich von selbst. Daher arbeitet ThyssenKrupp Materials Schweiz auf diesem Sektor seit langer Zeit mit Kasto Maschinenbau, Achern-Gamshurst, zusammen. Kasto sieht sich als Weltmarktführer in den Bereichen Säge- und Lagertechnik. Etwa 130.000 weltweit installierte Sägemaschinen und gut 1.200 automatische Langgut-Lagersysteme unterstreichen diesen Anspruch.

Seit Beginn der über 25-jährigen Zusammenarbeit konnten die Acherner ThyssenKrupp Materials Schweiz komplett mit Hochleistungs-Sägemaschinen, einem Langgut-Lagersystem Unibloc und einem Sägezentrum SSZ ausstatten. Außerdem wurde ein vorhandenes Hochregallager der Firma Sieber – inzwischen von Kasto übernommen – einem umfassenden Retrofit unterzogen und auf den neuesten Stand gebracht. Besondere Beachtung verdient jedoch das im Jahr 2000 realisierte Projekt „Sägezentrum SSZ“, denn hier wurde zunächst eine Produktions-Bandsägemaschine hba 320 PL integriert und als Ergänzung ein Kreissägeautomat pks P 14 mit Vorlagemagazin angeschafft. Mit der Bandsägemaschine, die ein so genanntes Hartmetall-Paket hat, sind direkt aus dem Kragarm-Lagerbereich des Sägezentrums Materialen mit größeren Abmessungen vollautomatisch zu sägen. Die Abschnitte werden automatisch sortiert. Mit dem Kreissägeautomaten dagegen werden Materialien in kleinen bis mittleren Abmessungen gesägt und auch hier die Abschnitte gleich sortiert.

Weil die Nachfrage weiter steigt, entschloss man sich 2006 zum nächsten Investitionsschritt und

beschaffte einen Hochleistungs-Kreissägeautomaten variospeed C14 mit vollautomatischer Robotersortierung sort. Interessant daran ist, dass im modular konzipierten Sägezentrum SSZ schon damals ein Platz für die Integration eines weiteren Sägeautomaten vorgesehen war.

Deshalb musste zum Andocken der neuen Säge nur eine Schnellwechselstation für die Auslagerung der Stangen (beziehungsweise die Rücklagerung der Reste) eingefügt werden.

Leichter Um- und Ausbau

Die Einheit Kreissägeautomat variospeed C14 und Robotersortierung sort arbeitet völlig autark, so dass quasi rund um die Uhr aus dem SSZ-Lagerbereich heraus in die Kommissionierbehälter des Robotersortiersystems produziert werden kann. Sämtliche Aufträge können vom SAP-System direkt in die Anlage übernommen werden. Der gesamte Aus- und Rücklager- sowie Säge-, Sortier- und Kommissionierprozess läuft dann von der Auftragsannahme bis zur versandfertigen Kiste vollautomatisch ab.

Während die direkte Beschickung aus dem Stangenlager heraus schon länger Stand der Technik ist, stellte sich die Abfuhr von Abschnitten bei Aufträgen ab mittleren Losgrößen immer wieder als großes Problem dar. Mit der Kasto-Lösung in Form eines Industrieroboters ist es nun möglich, über einen längeren Zeitraum im Auftragsmix alle Losgrößen vollautomatisch abzuarbeiten. Weiter ist von Vorteil, dass der mit speziellen Greifern ausgestattete Roboter unterschiedliche Abschnitte beschädigungsfrei und in hoher Packungsdichte in Behälter oder auf Paletten stapeln kann. Das sort-System reagiert intelligent auf die verschiedensten Abschnittformen (Scheiben, Stangen, flache Abschnitte), indem es selbständig das jeweils ideale Stapelbild generiert und die Abschnitte auftragsgemäß dem richtigen Behälter zuordnet. Eine weitere technische Herausforderungen beim Mixbetrieb von Sägematerialien ist, auch für Edelstahl-Stangen mit empfindlichen Oberflächen geeignete Spannbacken vorzusehen, die Abschnitte von Spänen zu befreien und sie zuverlässig zu entfernen. PR/gm

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