Robotertechnik

„Alles was wir automatisieren, basiert auf der Plattform ­Roboter“

Interview mit Otto Angerhofer, Vorstand der Manz ­Automation AG, Reutlingen.

handling: Herr Angerhofer, wie ist Ihr Unternehmen fachlich aufgestellt?

Angerhofer: Die Manz Automation AG hat – als Engineering lastige Firma – langjährige Erfahrungen und fundierte Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Roboter-Automatisierung. Wir planen und designen Roboterlösungen in verschiedenen Bereichen und vertreiben Highend-Automatisierungs-Komponenten.

handling: Nennen Sie uns bitte einige Unternehmens-Kennzahlen!

Angerhofer: Mit etwa 110 Mitarbeiter/innen – darunter mehr als 60 Prozent Ingenieure – erzielten wir in 2003 22,5 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht einer 40-prozentigen Steigerung gegenüber dem Vorjahr! Als wir 1994 unser aktuelles Gebäude bezogen, sollte es für zehn Jahre ausreichen. Doch bereits 1998 war das Gebäude zu klein und wurde mehr als verdoppelt. Durch das starke Wachstum der letzten vier Jahre wurde Ende 2003 die Entscheidung getroffen, das jetzige Firmengebäude zu verlassen und Ende 2004 in komplett neue Räumlichkeiten umzuziehen. Darüber hinaus unterhalten wir Niederlassungen in den USA, Taiwan und ab Herbst 2004 auch in Korea.

handling: Mit welcher Geschäftsidee fing diese Erfolgsgeschichte an?

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Angerhofer: Fast von Beginn an war Manz Systemintegrator und Komponentenlieferant. Durch den Einsatz der ersten Scara-Roboter Anfang der 80-er Jahre lag der Unterschied schon frühzeitig auf der Hand: Flexible Automatisierungslösungen lassen sich umrüsten, Hard-Automation dagegen ist fest eingerichtet. Ob kartesische Roboter, Scara, Delta-Kinematik oder Sechsachs-Roboter – wir sind Verfechter der flexiblen Automation. Alles was wir automatisieren, basiert auf der Plattform Roboter.

handling: In welchen Geschäftsfeldern sind Sie heute tätig?

Angerhofer: Manz umfasst vier Geschäftsbereiche: „systems.electronic“ beschäftigt sich mit der Bestückung von Sonderbauteilen auf Leiterplatten sowie der Endmontage elektronischer Geräte. Dieser Bereich zeigt übrigens auf der Automatica unsere neue Bestückungsanlage „inline.speed“ für Exoten und Mikromontage.

handling: Und die anderen Unternehmensbereiche?

Angerhofer: Da wäre „systems.handling“, die Automatisierung der Hartmetall-Wendeschneidplatten-Produktion. Hier steht das Be- und Entladen von Schleifmaschinen, Beschichtungs-Anlagen und von Maschinen zur Kantenverrundung im Mittelpunkt. Bei „systems.cleanroom“ dreht sich alles um die Automatisierung in der Reinraumumgebung. Dazu gehören Hightech-Sensoren für Airbags, das Handling von Glaspanels von über vier Quadratmeter Größe für LC-Displays sowie Produktionssysteme für Wafer in der Solarzellenfertigung. Schließlich haben wir noch den Bereich Komponenten. Der Markenname „aico“ (automation intelligence components) umfasst die Komponenten, die gleichzeitig auch in den jeweiligen Systemen zum Einsatz kommen.

handling: Was erwartet Ihre Besucher auf der Automatica?

Angerhofer: Nach Umorganisation und Neustrukturierung präsentieren wir auf der Automatica zum ersten Mal in der 17-jährigen Firmengeschichte alle vier Geschäftsfelder auf einem Stand mit mehreren „Real Life“-Applikationen der einzelnen Bereiche. Die Aico-Komponenten werden im Einzelnen demonstriert. Ein Highlight der Leistungsfähigkeit unserer PC-Steuerung „aico.control“ wird mit unserer sechsachsigen Laserschneidanlage für Solarzellen demonstriert. Sechs, zum Teil unterschiedliche Achsgruppen und ein kleiner Knickarm-Roboter – zusammen also 12 Achsen – mit allen zusätzlichen peripheren Aufgaben werden über „aico.control“ gesteuert. Das Gespräch führte Gunthart Mau

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