Mobile Robotersysteme

Kollege Roboter kommt sofort

Neuer Schwung für die Montageautomation: Der industrietaugliche Mobil-Roboter
Der Roboter: thüringisch-schwäbisch und ganz mobil.
Henkel + Roth aus Thüringen präsentiert selbstfahrenden Roboter für Maschinenbestückung und Teiletransport, der ohne feste Zusatzinstallationen auskommt.


Ein Roboter, der so flexibel wie ein menschlicher Werker immer dort eingesetzt werden kann, wo der Arbeitsdruck am größten ist, ohne dass die gesamte Montageanlage umgebaut werden muss – diese Vision haben Henkel + Roth realisiert. Der Anlagenbauer aus der Innovationsregion Ilmenau und der Stuttgarter Robotikexperte Neobotix haben den weltweit ersten industrietauglichen mobilen Roboter für den Einsatz in unterschiedlichen Fertigungslinien vorgestellt. Anders als fest installierte Portal- oder Standsysteme kommt der mobile Roboter ohne aufwendige Peripherie, Infrastruktur und Zusatzinstallationen aus und verbindet flexible Einsatzmöglichkeiten mit hohem Aktionsradius, reduzierten Kosten und einer schnellen Amortisierung der Investition. Vor allem in One-Piece-Flow-Montageanlagen im u-förmigen Layout kann der selbstfahrende Roboter seine Stärken ausspielen.

Die Idee eines mobilen Verkettungssystems für Maschinenbestückung und Teiletransport beschäftigt die Ingenieure schon seit langem. Die Kooperation von Henkel + Roth und Neobotix hat erstmals ein industrietaugliches Modell hervorgebracht. Die beiden Partner haben einander gut ergänzt: Aus Stuttgart kam die innovative Systemtechnik, in Ilmenau geschah die serienreife Umsetzung aus jahrelanger Praxis-Erfahrung. Der thüringisch-schwäbische mobile Roboter hat einen Greifarm mit 1,8 Meter Aktionsradius und kann Werkstücke bis zehn Kilogramm handhaben. Die großzügig bemessene Ablageplattform ermöglicht schnelles Umgreifen und Ablegen während der Fahrt. So ist der Roboter für den Einsatz an den meisten Fertigungslinien gut gerüstet. Mit einem Akkusatz kann der Roboter eine komplette Schicht ohne „Boxenstopp“ meistern. Ein Kamera-Erkennungssystem stellt sicher, dass der Roboter nach dynamischer Anfahrt auf die Maschine seine Position selbsttätig korrigiert. Die Positionierfehler bei der Werkstückübergabe liegen im Zehntelbereich und sind mit der menschlichen Leistungsfähigkeit durchaus vergleichbar.

Anzeige

Vorteil des mobilen Roboters ist die Verknüpfung maximaler Flexibilität bei Umrüstung, Einsatz und Arbeitsraum. Er kann wie ein menschlicher Werker je nach Bedarf kurzfristig an bestehenden Produktionslinien eingesetzt oder auf andere Stationen „versetzt“ werden, um Auftragsspitzen flexibel abzuarbeiten. Das reduziert die Anschaffungskosten, weil aufwendige Zusatzinstallationen entfallen und vorhandene Anlagen nicht umgebaut werden müssen, und es sorgt auch für die schnellere Amortisierung, weil der Einsatz des Roboters nicht auf einen spezifischen Anschaffungszweck reduziert ist. Wenn der Roboter in einer anderen Halle benötigt wird, ist weder Kran noch Schwertransporter nötig – „man nimmt ihn buchstäblich an die Hand und führt ihn auf seinen neuen Arbeitsplatz“, erläutert Geschäftsführer Matthias Roth. Auch die nachträgliche Erweiterung oder Modifikation einer Montagelinie verursacht mit dem mobilen Roboter anders als beim Einsatz fest montierter Portal- oder Standsysteme kein größeres Kopfzerbrechen – der Roboter wird einfach für die zusätzliche Aufgabe programmiert. Ein innovatives kameragestütztes Sicherheitssystem, das den Roboter sofort bremst, wenn er einen geschützten Bereich befährt, schließt Kollisionen mit Mensch oder Maschine praktisch aus. Für die direkte Zusammenarbeit mit menschlichen Werkern sieht der Hersteller kein grundsätzliches Hindernis – die sichere Übergabe von Werkstücken an einer mit Schutzgitter versehenen Schnittstelle mit Drehteller oder Transportband ist möglich. Der technologische Fortschritt wird künftig wohl auch direktere Formen der Interaktion ermöglichen.
Die Arbeitsleistung des Roboters über den Schichtdurchschnitt hinweg lässt sich mit der eines Menschen vergleichen; bei einer Taktdauer von einer Minute kann der Roboter bei Mehrmaschinenbedienung die Taktzeiten sogar besser ausnutzen als der menschliche Werker. Der Kollege Roboter verpasst seinen Einsatz nie. Allerdings ist nach wie vor bei anspruchsvolleren Handhabungsaufgaben die menschliche Hand dem Robotergreifer überlegen. Der flexible Einsatz mobiler Roboter verspricht jedenfalls neuen Schwung für die Automatisierung in der Montage. PR/pb

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

Offene Steuerungstechnik für die Intralogistik

Als Spezialist für PC-based Control zeigt Beckhoff auf der LogiMat, wie Logistikanwender mit einer offen konzipierten Automationsplattform noch flexibler auf Markttrends reagieren und Logistikabläufe optimieren können. Mit den modularen und skalierbaren Automatisierungs- und Antriebstechnikkomponenten lassen sich auch komplexeste Intralogistikszenarien umsetzen.

mehr...

Kabeldurchführung

Ab durch die Führung

RSP hat den Ciro - Circular Rotator vorgestellt, eine Kabeldurchführung für mehr Flexibilität des Roboters. Der Ciro sitzt an der sechsten Achse des Industrieroboters. Die Kabel und Schläuche, die häufig eine Störkontur darstellen und einen Roboter...

mehr...
Anzeige

Kommissionierung

Der Roboter bringt Entlastung

Kommissionierung von Plattenwerkstoffen. Der Fertighausexperte Fingerhaus hat die Kommissionierung und Sortierung von Plattenwerkstoffen automatisiert. Hier ist ein ABB IRB 6650S mit einer speziellen Vakuumlastaufnahme im Einsatz.

mehr...

Delta Roboter

Roboter aus der Box

Einfache Aufgaben schnell, leicht und kostengünstig automatisieren: Dieses Ziel geht Igus mit seinen Low-Cost-Automation-Produkten an. Dazu hat der Motion-Plastics-Spezialist ein komplett neues Produkt entwickelt.

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

IFOY Nominee - TORWEGGE auf der Intec in Leipzig
Ein guter Start ins Jahr für den Intralogistik-Spezialisten. Das Unternehmen TORWEGGE wurde mit dem FTS Manipula-TORsten für den IFOY Award nominiert. Das Basisfahrzeug TORsten wird auf der Intec in Leipzig zu sehen sein. Außerdem wird ein Querschnitt des Komponenten-Portfolios in Halle 3 an Stand F34 präsentiert.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige

Highlight der Woche

Ergonomische Packarbeitsplätze von Treston bieten maßgeschneiderte und effiziente Lösungen für den Einsatz in Versand und Logistik. Wir stellen aus: Besuchen Sie uns auf der LogiMAT in Stuttgart vom 19. – 21. Februar 2019, Halle 5, Stand F41.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige

Leichtbauroboter

Neue Generation mit e

Mit der e-Series hat Universal Robots eine neue Generation kollaborierender Leichtbauroboter auf den Markt gebracht. Sie bietet Benutzern einen größeren Bedienkomfort und eine erhöhte Vielfalt von Anwendungsbereichen zur Steigerung der...

mehr...

FORobotics

Trends der Robotik

Mobile ad-hoc kooperierende Roboterteams in der Fabrik der Zukunft. Der Forschungsverbund „FORobotics“ untersucht die Einsatzmöglichkeiten und Potenziale von autonomen, mobilen Robotern in der Produktion.

mehr...

Kompaktsteuerung

Nur ein Controller ist nötig

Die Singular-Control-Lösung von Yaskawa ermöglicht es, Roboter, Servoantriebe, Frequenzumrichter und I/Os über einen einzigen Controller zu steuern. Die Voraussetzung dafür schafft die neue Maschinen-Kompaktsteuerung MP3300iec RBT.

mehr...
Zur Startseite