Energie- und Automatisierungstechnik

Innovationsdrehscheibe Rhein-Neckar

ABB stark in der Metropolregion
Mit dem Bau des Mannheimer Elektrizitätswerks – hier ein Blick in die Maschinenhalle – schlug um die Jahrhundertwende die Geburtsstunde der deutschen BBC.
Seit mehr als 100 Jahren ist ABB fest in der Metropolregion Rhein-Neckar verwurzelt. Heute arbeiten und leben hier mehr als 4.000 Mitarbeiter/innen – und schätzen die gute Infrastruktur und hohe Lebensqualität der Gegend zwischen Bergstraße und Vorderpfalz.

Am 15. Juni 1900 wird die Brown, Boveri & Cie. Aktiengesellschaft beim Amtsgericht in Mannheim eingetragen. Dieses Datum markiert die offizielle Gründung der deutschen BBC, aus der nach dem Zusammenschluss mit der schwedischen Asea später ABB hervorgegangen ist. Bereits vor 1900 war die schweizerische BBC in Deutschland mit einem Büro in Frankfurt vertreten. Der erste Auftrag für das junge Unternehmen ist der Bau des Mannheimer Elektrizitätswerks.

In den folgenden Jahren blüht das Geschäft in Deutschland. Bereits im Jahr 1904 werden im Mannheimer Werk der ABB-Vorväter allein für inländische Kunden 110 Turbogruppen mit einer Leistung von 133 Megawatt gebaut. In diesem Jahr wird auch die erste Turbine in der Unternehmensgeschichte mit 400 Kilowatt Leistung an das Elektrizitätswerk in Chemnitz geliefert.

Mit diesen frühen Erfolgen beginnen über 100 bewegte Jahre, in denen sich ABB zu einem globalen Konzern entwickelt hat, der aber in der Rhein-Neckar-Region immer fest verankert blieb. „ABB hat sich in dieser Zeit natürlich ebenso verändert wie die Region“, so Peter Smits, Vorstandsvorsitzender von ABB in Deutschland. „Denn auch die Anforderungen haben sich immer wieder geändert.“ Ein wesentlicher Schritt war die Fusion von BBC mit der schwedischen Asea: Im August 1987 gibt die BBC-Muttergesellschaft in der Schweiz den Zusammenschluss bekannt, am 1. Januar 1988 entsteht ABB.

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Fest verankert

Der Rhein-Neckar-Raum ist eine traditionell starke Region. Über ein Drittel des deutschen ABB-Personals arbeitet hier. Das schwedisch-schweizerische Unternehmen beschäftigt in der Metropolregion heute rund 4.100 der insgesamt 11.600 Mitarbeiter/innen in Deutschland. Die Landesgesellschaft hat ihren Sitz in Mannheim, und ABB ist an insgesamt drei Standorten in der Region vertreten: neben Mannheim auch in Heidelberg und Ladenburg. Am 1. Januar 2006 führte der Konzern eine neue Organisation mit weltweit acht Regionen ein. Die Region Zentraleuropa ist mit 25.000 Mitarbeitern in 15 Ländern die größte – und wird von Mannheim aus geführt.

In der Metropolregion Rhein-Neckar sind wichtige Unternehmenseinheiten von ABB konzentriert: von der Forschung, Entwicklung über die Fertigung bis hin zu Projektmanagement, Vertrieb und Service. Ebenfalls dazu gehört das Anlagen-Engineering in der Energie- und Automatisierungstechnik für Versorgungs- und Industrieunternehmen. Weitere Schwerpunkte sind die Fertigung elektrischer Antriebe und Niederspannungsprodukte sowie die Elektro-Installationstechnik. Heidelberg ist mit rund 1.600 Beschäftigten der größte Produktionsstandort von ABB in Deutschland.

Innovation aus Tradition

Die Metropolregion Rhein-Neckar ist eine wichtige Innovationsdrehscheibe für ABB – heute wie vor 100 Jahren. Mit dem Forschungszentrum in Ladenburg hat einer der globalen „Think Tanks“ des Konzerns seinen Sitz in der Region: In Ladenburg arbeiten rund 100 hochqualifizierte Ingenieure im internationalen ABB-Verbund praxisnah an Forschungsprojekten. Die Tatsache, dass ein Drittel aller konzernweit angemeldeten Patente aus Deutschland kommt, verdeutlicht den hohen Stellenwert von Forschung und Entwicklung für den Konzern.

„Der Erfolg von ABB gründet maßgeblich auf dieser Innovationskraft“, betont Vorstandsvorsitzender Peter Smits. Eine frühe Erfindung aus der Region zeigt das besonders eindrucksvoll. 1912 wird die Installationsabteilung der Firma Stotz & Cie. GmbH in Mannheim Teil von BBC; im Jahr 1923 zeichnen Hugo Stotz und sein Konstruktionsleiter Heinrich Schachtner für eine wegweisende technologische Innovation verantwortlich: Sie entwickeln den legendären Stotz-Automaten, der in Milionen von Haushalten gegen Überlastung und Kurzschluss schützt. Durch die Kombination von thermisch reagierenden Bimetallen mit einem elektromagnetischen Auslöser können jetzt die Stromleitungen bei Überlastung innerhalb von Sekundenbruchteilen automatisch abgeschaltet werden. Die Entwicklung erweist sich als Verkaufsschlager: Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts werden mehr als 500 Millionen dieser Sicherungsautomaten hergestellt – genug, um sie einmal rund um den Äquator zu legen.

Kreative Atmosphäre

Zu den Stärken der Metropolregion Rhein-Neckar, die für einen globalen Konzern entscheidend sind, zählt die gute Infrastruktur mit Bahn, Autobahn und Flughafen. Auch die hohe Zahl namhafter Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, von denen die Region geprägt wird, spielt eine wichtige Rolle. Weitere „Pfunde“ der Metropolregion sind ihr hervorragendes Ausbildungs- und Studienangebot mit zahlreichen renommierten Hochschulen, Fachhochschulen und nicht zuletzt der Berufsakademie, deren Entwicklung ABB als Mitgründer im Jahr 1974 von Anfang an intensiv begleitete.

Ein weiterer Faktor kommt hinzu: „Innovationen brauchen ein inspirierendes Umfeld, eine kreative Atmosphäre“, betont Vorstandsvorsitzender Peter Smits. Auch hier leistet ABB einen Beitrag, indem das Unternehmen auf vielfältige Weise die kulturelle Landschaft in der Region fördert. Im Rahmen des 400-jährigen Jubiläums der Stadt Mannheim ist ABB einer der Hauptsponsoren. Die Unterstützung der Schiller-Tage am Mannheimer Nationaltheater gehört ebenso zum kulturellen Engagement wie die Förderung der Schwetzinger Festspiele, der Einsatz für die Mannheimer Schlosskonzerte oder für das Landesmuseum für Technik und Arbeit. Im Rahmen des Stadtmarketings Mannheim beteiligt ABB sich auch an der übergreifenden Entwicklungsplanung für die Region: „Wir begreifen uns als aktiver, lebendiger Teil der Region“ sagt Smits. „Die guten Rahmenbedingungen in der Metropolregion Rhein-Neckar sind der entscheidende Grund für ABB, sich nach mehr als 100 Jahren auch weiter hier zu engagieren.“ (gm)

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