Roboterkonzept

Roboterkonzept: Kopfloser Kollege

Roboterkonzeptstudie erreicht hohe Beweglichkeit. Ein zweiarmiger Montage-Roboter, der zwar kopflos ist, aber nicht hirnlos antritt, ist auf Arbeiten im Austausch mit Menschen ausgelegt. Diese Lösung präsentiert der Hersteller einstweilen als Konzeptstudie.

Frida, hieß es auf der Automatica, als es um eine neue Roboterstudie bei ABB ging, die im Aufbau einem menschlichen Torso gleicht. Die Entwickler bei ABB hatten insbesondere die Elektronik-Industrie bei der offiziell DACR genannten Entwicklung im Visier, sagt Nicolas de Keijser, Produktmanager für Kleinroboter bei ABB, um die vielfältigen Anforderungen in der industriellen Produktion - zunehmend auch in anderen Branchen - zu erfüllen. Das in München vorgestellte Modell umfasst einen flexiblen Greifer, kamerabasierte Teileerkennung sowie alle Merkmale, die auch bei der bekannten ABB-Robotersteuerung IRC5 üblich sind. Er arbeitet mit 14 Achsen. Darüber hinaus soll der kompakte Roboter in Arbeitsräume passen, die ergonomisch für Menschen gestaltet wurden. Keijser: "Die Studie sieht den raschen Austausch mit menschlichen Arbeitskräften vor, wenn dies Aufträge oder Änderungen im Layout erfordern. Das bedingt eine leichte Montage und Demontage mit geringem Installationsaufwand. Die Sicherheitsanforderungen mussten ebenfalls minimiert werden. Absicherungen oder gar Einhausungen oder Schutzzäune werden nicht notwendig."

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Gesteuert vom Torso

Die Roboter-Prototypen sind tragbare Einheiten mit einem im Torso integrierten Controller. Sie lassen sich einfach transportieren und mit geringem Installationsaufwand an unterschiedlichen Arbeitsplätzen montieren. Durch das Sicherheitskonzept der vorgeschlagenen Roboterlösung werden die Anforderungen für die Durchführung einer Sicherheitsbeurteilung der Anlage minimiert. Nicolas de Keijser: "DACR soll die bestehende Lücke zwischen Handmontage und vollautomatischer Montage schließen. Dafür teilen sich Mensch und Roboter die Montagesysteme. DACR bringt die beiden am Arbeitsplatz zusammen, entweder nebeneinander oder gegenüber mit Phasen der Interaktion zwischen diesen Partnern."

Weitere Merkmale sind ein gefährdungsfreier Roboter-Kollege für industrielle Montage sowie menschenähnliche Arme und Körper mit integrierter IRC5 Steuerung. Frida ergänzt menschliche Arbeitskraft für skalierbare Automatisierung. Zwei gepolsterte Arme sorgen für Sicherheit, Produktivität und Flexibilität und eine schnelle Inbetriebnahme durch geringes Gesamtgewicht und einfache Befestigung. Die Agilität basierend auf bewährter Robotertechnologie von ABB. Keijser: „Bedingt durch die Kinematik der Arme können die Ellenbogen unabhängig vom Tool Center Point bewegt werden. Damit erreichen wir auch hochgelegene Regalebenen. Diese Beweglichkeit ist in Sechs-Achs-Robotern unbekannt.“

Der Konzept-Roboter ist die Antwort von ABB auf Anfragen hinsichtlich Roboterlösungen für Fertigungs- und Montageumgebungen, in denen Mensch und Roboter nahtlos zusammenarbeiten können. Der 14-achsige, zweiarmige Roboter ist das Ergebnis der ABB Corporate Research Initiative für Industrien mit Anforderungen für neue, innovative Lösungen in der Kleinteile-Montage.

Aufgrund der positiven Reaktionen entwickelt ABB das Konzept weiter. Der Roboter ist zusätzlich Teil eines Forschungsprogramms, das auf die Bewertung neuer Roboterlösungen für moderne Fertigungskonzepte abzielt (FP7 Rosetta). Der Wermutstropfen: Aktuell ist noch nicht an eine Markteinführung des Konzeptroboters gedacht, wohl aber an Entwicklungsprojekte mit interessierten Anwendern. bw

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