Messethemen

Roboter freuen sich auf die Zusammenarbeit

IT2Industry ergänzt die Automatica um Industrie 4.0. Die Automatica vom 21. bis 24. Juni in München bildet das komplette Spektrum der Robotik und Automation ab. In sechs Messehallen präsentieren rund 850 Firmen ihre Lösungen für die Optimierung von Produktionsprozessen. Die neue Plattform IT2Industry ergänzt das Messeportfolio um das Thema Industrie 4.0.

Die Mensch-Roboter-Kollaboration ist ein zentrales Thema geworden – nicht nur auf der Messe Automatica in München. (Foto: Messe München)

Die hohe Nachfrage nach Automationslösungen, ein stabiles Branchenwachstum und innovationsstarke Aussteller ließen ein Messeevent der Superlative erwarten. Die Automatica sei die erste europäische Branchenleitmesse in diesem Jahr, die das komplette Spektrum der Robotik und Automation abbilde, heißt es selbstbewusst aus München. Dort treffe sich die komplette Ausstellerelite aus den Bereichen Robotik, Industrielle Bildverarbeitung, Integrated Assembly Solutions und professionelle Servicerobotik. Und nur hier stünden die übergeordneten Trendthemen wie Mensch-Roboter-Kollaboration, Industrie 4.0 und dergleichen im Fokus wie auch konkrete Produkt- und Technologieentwicklungen für alle Branchen.

Schnelle Entwicklung bei der Interaktion
Wie schnell die Entwicklung dabei voranschreitet, unterstreichen die Aussteller mit konkreten Lösungen für die Interaktion zwischen Mensch und Roboter. Den Besuchern bietet sich Gelegenheit, die unterschiedlichen Lösungsansätze der Roboterhersteller genau unter die Lupe zu nehmen. Dazu bietet sich ein Besuch bei Yumi am ABB Messestand an. Der Roboter ist nach Aussage des Herstellers der weltweit erste kollaborative Doppelarmroboter, der sicher zusammen mit Menschen arbeiten kann. Yumi arbeitet so präzise, dass er mit seinen beiden Greifhänden selbst einen Faden durch ein Nadelöhr führen kann.

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Wem ein einarmiger Produktionsassistent genügt, findet im LBR iiwa eine Lösung, die sich in der Automobilindustrie bereits bewährt hat. Dabei steht LBR für Leichtbauroboter, iiwa für intelligent industrial work assistant. Den kollaborativen und sensitiven Roboter LBR iiwa gibt es in derzeit in zwei Ausführungen mit Traglasten von sieben und 14 Kilogramm. Wie es mit Weiterentwicklungen und mobilen Einsätzen aussieht, wird sich in München zeigen.

In München trifft sich die Herstellerelite der Robotertechnik; ergänzt um Industrielle Bildverarbeitung, Integrated Assembly Solutions und professionelle Servicerobotik. (Foto: Messe München)

Dort wird mit Universal Robots auch ein weiterer Pionier auf dem Gebiet der kollaborativen Roboter seine neuesten Entwicklungen präsentieren. Der dänische Hersteller betont bei seinen drei Robotermodellen UR3, UR5 und UR10 den besonders einfachen Umgang mit kinderleichter Programmierung und Inbetriebnahme.

Einen interessanten Ansatz für die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine verfolgt man bei Stäubli Robotics. Die Schweizer machen ihre sechsachsigen Standardroboter fit für die Interaktion mit dem Menschen. Wie das geht, erklärt Gerald Vogt, Stäubli Geschäftsführer in Bayreuth: „Alle Sechsachser unserer neuen TX2-Baureihe verfügen über einen eigenen digitalen Sicherheitsencoder pro Achse und ein integriertes Safetyboard. Mit bahnbrechenden Sicherheitsfunktionen sind die Roboter nun für die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Maschine geeignet.“

Automatisierungslösungen für alle Branchen
Technologisch Neuland zu betreten, ist ein Thema auf der Automatica. Ein anderes, mindestens ebenso wichtiges Gebiet ist die konsequente Weiterentwicklung hochproduktiver Branchenlösungen. Von A wie Automobilindustrie über Kunststoff, Food und Life Sciences bis hin zu Z wie Zulieferindustrie reicht das Spektrum, für das die Aussteller neueste Entwicklungen präsentieren werden.

Dabei macht der Vergleich von Anlagen, die bereits einige Jahre in Betrieb sind, mit der Performance heutiger Hochleistungslinien eines deutlich: In allen relevanten Kriterien wie Taktzeiten, Verfügbarkeit, Energieeffizienz ließen sich durch konsequente Entwicklungsarbeit signifikante Verbesserungen erzielen. Moderne Produktionslinien erreichen einen Output, der vor Jahren als undenkbar galt.

Mitverantwortlich für diese Leistungssprünge ist die stetig steigende Performance der Roboter über alle Traglastklassen hinweg. Scara-Roboter, Sechs- und Siebenachser sowie Spezialroboter werden nicht nur energieeffizienter und präziser, sondern legen auch in punkto Dynamik und Speed immer weiter zu. Beispiel Highspeed-Kinematiken: Hier sind mittlerweile Werte von 200 Picks pro Minute realisierbar. Und in dieser Kategorie werden 2016 weitere Innovationen erwartet.

Dabei bekommt der Urvater der Deltaroboter, der ABB FlexPicker, den es heute in vielen Varianten für nahezu jeden Bedarf gibt, mächtig Konkurrenz. Beispielsweise von Fanuc. Die Japaner rüsten ihre Deltakinematiken mit dreiachsigen Handgelenken aus und erweitern damit deren Einsatzmöglichkeiten erheblich. Auch Adept wird auf der Messe mit dem Hornet 565 einen neuen Deltaroboter präsentieren, der das Pick & Place in Höchstgeschwindigkeit beherrscht. „Wir haben den Hornet 565 entwickelt, um Produktdurchsatz und Effizienz zu steigern und so die Produktionskosten nachhaltig zu reduzieren“, erklärt Dr. Klaus Kluger, Geschäftsführer bei Adept.

Noch etwas wird sich in München zeigen: Im Highspeed-Bereich sind Deltaroboter nicht länger alternativlos. Vielmehr müssen sie sich gegenüber Robotern wie dem revolutionären Epson Spider und dem superschnellen Stäubli Fast Picker TP80 behaupten. Beide Roboter sind nicht das erste Mal in München, jedoch werden die Hersteller neue Versionen für spezielle Einsätze präsentieren.

Aufbruch in ein neues Zeitalter
Natürlich basiert Fortschritt bei weitem nicht allein auf Weiterentwicklungen in der Robotik, es geht um mehr: Es müssen Produktionsstrukturen geschaffen werden, die es erlauben, individuell konfigurierbare Produkte in kleinen Losgrößen wirtschaftlich herzustellen. Die Lösung dafür soll Industrie 4.0 mit digitaler Automatisierung, intelligenter Vernetzung sowie selbststeuernden Systemen bringen.

Neue Entwicklungen und Trends im Bereich Industrie 4.0 präsentiert die IT2Industry, die parallel zur Automatica als Messe in der Messe stattfindet. Die Internationale Fachmesse und Open Conference für intelligente, digital vernetzte Arbeitswelten bildet die Schnittstelle zwischen der klassischen Produktion und dem Industriellen Internet der Dinge. Laut Projektleiter Manfred Salat verdeutlicht die IT2Industry den Grundgedanken von Industrie 4.0: „Hierbei geht es um das Zusammenwachsen von IT und Industrie. Dieses Angebot finden Besucher bisher bei keiner anderen Industriemesse, da das Veranstaltungskonzept, die IT2Industry als eigenständige Marke in führende Industriemessen einzubetten, im Bereich Industrie 4.0 aktuell einzigartig ist.“

Zu den Themen der Fachmesse und der begleitenden Open Conference zählen unter anderem Smart Factory, M2M-Kommunikation, Industriesoftware & Systeme, Big Data (Cloud) oder Industrielle IT-Security.

Die IT2Industry zeigt branchenspezifische Informationstechnologien und Systemlösungen für Automation, Robotik und Mechatronik. Als Aussteller der IT2Industry zeigen unter anderem die Firmen Acentrix, Beckhoff, Isoware, ITQ, OPC Foundation, Projektron, Rhebo, The Mathworks oder Softing Industrie Automation, Produkte und Services rund um Industrie 4.0.

In der begleitenden und kostenlosen Open Conference präsentieren Anbieter, Anwender und Vertreter aus Forschung und Wissenschaft in rund 40 Vorträgen und Diskussionsrunden Lösungen und Best-Practice-Beispiele zum Themenbereich Industrielles Internet der Dinge und Industrie 4.0. bw

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