TracePen

Roboter anlernen statt aufwendig Programmieren

Wandelbots hat den TracePen entwickelt, mit dem es möglich wird, Robotern ihre Aufgaben unkompliziert und ohne Programmierkenntnisse zuzuweisen.

Vorführen statt Roboter programmieren – mit dem TracePen von Wandelbots © Wandelbots

Das junge Unternehmen Wandelbots wurde 2017 aus der Exzellenzuniversität TU Dresden ausgegründet, zu seinen Kunden gehören mittlerweile Industriekonzerne wie Infineon und Volkswagen. Mit dem TracePen wird die Technologie nun auch für den Mittelstand verfügbar. „Wir sind sehr stolz darauf, denn der TracePen ist das erste in größeren Stückzahlen verfügbare Produkt von Wandelbots“, sagt CEO Christian Piechnick. „Wir haben hart dafür gearbeitet. Dabei war es unser Anspruch, den Kunden nicht nur Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zu bieten, sondern vor allem auch Benutzerfreundlichkeit.“

Anlernen statt aufwendig Programmieren
Bisher war das Programmieren von Robotern Expertensache – unflexibel, kostenintensiv und langwierig. Fast 75 Prozent der Kosten für den Einsatz eines Roboters entfielen auf Anpassung oder Neuprogrammierung der Software, um den Roboter einen neuen oder veränderten Prozessschritt ausführen zu lassen. „Der Zugang zu Automatisierung von Prozessen durch Roboter war dadurch vor allem großen Unternehmen vorbehalten“, erläutert Christian Piechnick. „Mit der Einführung des TracePen ist das Vergangenheit.“

Auch Unternehmen, die kleine Losgrößen produzieren oder aus anderen Gründen Produktionsprozesse häufig verändern, eröffnet Wandelbots damit neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung. Denn mit dem TracePen können selbst Laien Roboter für eine Tätigkeit anlernen. Dazu führt der Bediener mit dem drahtlosen TracePen in seiner Hand den zu erlernenden Weg („Pfad“) dem Roboter ganz einfach direkt am Werkstück vor. Diese Bewegung wird durch die Software von Wandelbots nahezu zeitgleich in der zum Produkt gehörigen App visualisiert. Der Nutzer kann den Pfad dann am iPad intuitiv und im Submillimeterbereich weiter verfeinern.

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Der digitale Zwilling des Roboters visualisiert den zuvor per TracePen angelernten Pfad in der iPad-App. © Wandelbots

App übersetzt Bewegungen in Programmcode
Dabei kann applikationsspezifisch definiert werden, ob sich der Roboter von Punkt zu Punkt, linear oder kreisförmig zwischen den festgelegten Punkten bewegen soll. Durch eine integrierte Gelenksteuerung kann der Anwender die einzelnen Robotergelenke direkt beeinflussen. Er kann zudem einen spezifischen Sicherheitsbereich festlegen, in dem es dem Roboter erlaubt ist, zu agieren. Entspricht der Pfad den Anforderungen an den Prozessschritt, überträgt der Bediener der App diesen an den Roboter. Die Software von Wandelbots übersetzt dazu den Pfad in die jeweilige roboterspezifische Programmiersprache. Wenige Sekunden später kann der Roboter damit beginnen, die neu „erlernten“ Bewegungen am zu bearbeitenden Werkstück präzise auszuführen.

Software funktioniert herstellerunabhängig
Besonderer Clou: Der erlernte Prozessschritt kann einfach auf weitere Roboter anderer Hersteller übertragen werden. Diese Möglichkeit gab es in der Automatisierungswelt bisher nicht, setzt doch jeder Roboterhersteller auf seine eigene proprietäre Programmiersprache. Die App von Wandelbots tritt nun an die Stelle der Programmierexperten. Das lohnt sich nicht nur für Industriekonzerne, sondern auch für kleine und mittelständische Unternehmen, denen es zukünftig den Einsatz von Robotern ermöglichen soll.

So hat Wandelbots kürzlich gemeinsam mit dem 5G Lab der TU Dresden den Einsatz von Industrie-4.0-Technologien in einigen kleinen und mittelständischen Unternehmen erfolgreich erprobt. „Die Beispiele zeigen: Robotik und Automatisierung sind jetzt auch für Kleinunternehmen und Mittelständler ein relevantes Thema. Der TracePen senkt die Investitionskosten deutlich und macht es so auch für Unternehmen dieser Größe erstmalig richtig attraktiv, sich mit Robotik zu beschäftigen“, sagt Piechnick.

Vorführen statt Roboter programmieren – mit dem TracePen von Wandelbots © Wandelbots

Einsatzmöglichkeiten für den TracePen sieht Wandelbots vor allem für bahngeführte Applikationen wie Schweißen, Entgraten, Kleben oder Sprühen. In ersten Pilotprojekten mit namhaften Automobilherstellern konnte das Unternehmen bereits unter Beweis stellen, dass der Wechsel zu einem neuen Prozessschritt unter Verwendung des TracePens 70 mal schneller gelingt als mit herkömmlicher Programmierung – und dies bei einer Kostenreduktion um bis zu 90 Prozent. Durch diese Effizienzsteigerung wird der Einsatz von Robotern auch für Industrien, Unternehmen und Unternehmensgrößen sinnvoll, die bisher die hohen laufenden Kosten gescheut haben.

Auslieferung beginnt noch 2020
Die Zielgruppe für den TracePen reicht vom Hersteller bis zum Anwender von Robotern. Besonderes Augenmerk richtet Wandelbots dabei auf die Systemintegratoren; diesen Technologiepartnern bietet das Unternehmen verstärkten Support an, um gemeinsamen Endkunden die bestmögliche Lösung zugänglich zu machen. Die Auslieferung des TracePens soll im August 2020 beginnen. Die Nachfrage ist groß, berichtet Christian Piechnick: „Erste Kunden haben bereits Verträge unterschrieben.“ as

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