Roboter als Bausatz

Keine Scheu vor Robotern!

Die passende Antriebs- und Steuerungslösung online konfigurieren, bestellen, das gelieferte Paket öffnen und dann selbst in Betrieb nehmen. Wie einfach sich sogar komplexe Roboterlösungen heute bereits realisieren lassen, zeigt SEW-Eurodrive mit seinem Maxolution-Parallelarm-Kinematik-Kit.

Als einfacher Montagebausatz für die Robotik soll das Parallelarm-Kinematik-Kit vor allem kleine und mittelständische Maschinenbauunternehmen ansprechen. © SEW-Eurodrive

Die Scheu vor dem Roboter, sie resultiert häufig aus nicht beantworteten Fragen zur richtigen Auslegung von Mechanik und Antrieben. Sie kommt auch von der Sorge, die augenscheinlich so komplexen Bewegungsabläufe in der Programmierung nicht beherrschen zu können. SEW-Eurodrive begegnet dieser Zurückhaltung von Maschinenbauern mit einer funktional skalierten Robotiklösung, dem Maxolution-Parallelarm-Kinematik-Kit.

Es besteht aus drei miteinander frei kombinierbaren Paketen. Das Controller-Paket beinhaltet die Steuerung samt Software, das Roboter-Achspaket die Servomotoren plus Servoregler und das Roboter-Mechanikpaket die Servogetriebe wie das neue Servo-Planetengetriebe PxG, passend für gängige Parallelarm-Kinematiken. Im Zusammenspiel ergeben sie die optimal aufeinander abgestimmte Lösung. Die Gesamtlösung ist auf marktgängige Roboter-Mechaniken zugeschnitten, die sich der Kunde von einem durch SEW-Eurodrive freigegebenen Anbieter seiner Wahl bereitstellen lassen kann.

Maßgeschneiderter Baukasten
Maschinenbauer können von SEW-Eurodrive genau auf die Applikation ausgelegte Einzelpakete verwenden, inklusive Sicherheitstechnik, auf Wunsch auch nur einzelne Pakete für individuelle Komplettierung. Komfortable Teach-In-Funktionen und einfache Parametrierung ermöglichen dabei die mühelose Realisierung in kürzester Zeit. Und genau hierin liegt der Unterschied zu fertigen Robotersystemen, die es beispielsweise in Gestalt von Picker- oder Handlingzellen anderer Hersteller zu kaufen gibt. Diese sind zwar ebenfalls leicht in den Fertigungsverbund integrierbar, als Allrounder dabei aber nie exakt auf die Applikation abgestimmt.

Anzeige
Drei, miteinander frei kombinierbare Pakete bilden das Maxolution-Parallelarm-Kinematik-Kit. © SEW-Eurodrive

Der individuelle Zuschnitt reduziert sich allerdings nicht allein auf die Auslegung der notwendigen Technik. Vielmehr bieten die Pakete auch reichlich Freiraum, um etwa Lösungen im Hygienic Design für die Lebensmittel- und Verpackungstechnik zusammenzustellen. Gerade in der Lebensmittelverarbeitung finden sich immer mehr robotergestützte Arbeitsbereiche, in denen Fisch oder Fleisch filetiert, sortiert oder in Verpackungen gelegt wird. Es sind Roboterkinematiken, die das Handling in der Getränkeindustrie übernehmen, Sekundärverpackungen füllen oder kommissionieren.

Kombinierte Lösungspakete
Die unterschiedlichen Roboter-Pakete sind bei SEW-Eurodrive strategisch eingebettet in das neu gegründete Geschäftsfeld „Maxolution Machine Automation“. Damit will das Unternehmen künftig auch seine Gesamtlösungskompetenz im Bereich der Robotik betonen. Die Bruchsaler Spezialisten kombinieren Software mit zuverlässiger Antriebstechnik zu umfänglichen, einfach zu integrierenden Lösungspaketen. Diese sind vorbereitet und belassen die klassische Wertschöpfung in Gestalt von Konstruktion, Integration, Installation und Inbetriebnahmen beim Maschinenbauer.

Einfache Inbetriebnahme
Die Software ist so einfach gestaltet, dass Inbetriebnehmer damit ohne tieferes Robotikwissen und zeitraubendes Einlesen arbeiten können. Es geht darum, in erster Linie zu parametrieren und so wenig wie möglich zu programmieren – vor allem nicht in Robotersprachen wie dem G-Code oder IEC-Sprachen für die Ablaufsteuerung. Weiterer Komfort resultiert aus der integrierten Visualisierung von Movikit Robotics, die auch die 3D-Simulation ermöglicht.

In diesem Zusammenhang kann der Inbetriebnehmer vor Ort direkt am Panel die Fahrprofile der Roboterkinematik teachen. Der Fahrweg lässt sich ganz einfach visuell oder per Streckenkoordinaten navigieren und abspeichern. Die für den Mehrachsantriebsverbund notwendigen Antriebsdaten berechnet das Programm im Anschluss dann komplett automatisch. „Start“ drücken und los geht die Fahrt. Das ist ideal für einfache Pickaufgaben. Genau hierfür will SEW-Eurodrive die Stärke von Roboterkinematiken mit einfacher Software nutzbar machen. Die Kunden sollen ohne Spezialwissen in der Lage sein, sich ihre Programme selbst zu schreiben.

Nutzen für OEM
Bei der Maxolution Machine Automation geht es um weit mehr als die Antriebstechnik und das SEW-Produktportfolio im engeren Sinne. Im Fokus steht der komplette Automatisierungsverbund. Als Beispiel sei die funktionale Sicherheit genannt, die gerade in kollaborierenden Produktionen immer wichtiger wird. Hierbei verfolgt SEW-Eurodrive die Strategie der Best-in-Class-Integration. Demnach sind auch Komponenten anderer Hersteller als Teil der SEW-Gesamtlösung validiert und mit allen Schnittstellen beschrieben beziehungsweise bereits integriert.

Gerade kleinere und mittelständische Maschinenbauer (OEM) profitieren davon, in dem sie vor allem in Spezialdisziplinen wie der Sicherheitstechnik keine eigenen Ressourcen aufbauen müssen. Diese Arbeitsweise ermöglicht im konkreten Robotikbeispiel, dass OEM mit einfachen Mitteln eigene Roboter bauen können, die passgenauer arbeiten als Universalroboter aus dem Regal. Letztlich geht es darum, eigene Maschinenideen selber umsetzen zu können.

H. Füller/as

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Weiterbildung

SMC rüstet Fanuc-Akademie aus

SMC und Fanuc kooperieren seit drei Jahren bei der Ausstattung der Fanuc-Akademie. SMC liefert elektrische und pneumatische Automatisierungslösungen für die Robotik- und Automotive-Schulungsräume der Akademie.

mehr...

Entgratzelle

Gleichbleibend hohe Prozessqualität

Eine Entgratzelle mit ABB-Roboter zeigt, was durch Automatisierung in der spanenden Fertigung möglich ist. Neben Anlagenverfügbarkeit, Produktivität und Zykluszeit konnte der Motorenspezialist Deutz auch die Flexibilität und Produktqualität steigern...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Mobile Roboterplattformen

Auf die Planung kommt es an

Autonome Transportsysteme. Mobile Roboterplattformen bieten Potenziale zur Produktionsoptimierung. Das Forschungsverbundprojekt FORobotics betrachtet mobile, ad-hoc kooperierende Roboterteams, Teilprojekt 3 „Aufgabenorientierte Planung“ befasst sich...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Meinung

Dem Menschen immer ähnlicher…

… werden die Roboter, liebe Leserinnen und Leser. Dass sie Namen haben und Gesichter, das ist keine Neuheit mehr und auch keine Seltenheit. Roboter haben inzwischen auch Spitznamen – Robi beispielsweise gehört hier zu den beliebteren.

mehr...

Greifer

Sammelt Kleines auf

IAI Industrieroboter hat für die druckluftlose Automatisierung das Angebot an frei programmierbaren elektrischen Greifern erweitert. Dazu gehören ein Zweipunkt-Hubmagnet Greifer für die Kleinteilemontage sowie ein Langhub-Greifer für große...

mehr...
Zur Startseite