Palettieren von Mehlsäcken

Packt den Sack

Automatisches Mehlsackhandling für Webermühle
Ein Kettenförderer transportiert die volle Palette weg und gleichzeitig eine leere hin zum Platz, so dass der Palettiervorgang ohne Unterbrechung verläuft. Lichtgitter sorgen für Sicherheit. (Foto: de Man)
Eine vollautomatisierte Anlage zum Abfüllen und Palettieren von Mehlsäcken lieferte
de Man Industrie-Automation an die Webermühle. Der gesamte Abfüll- und Palettierprozess erfolgt dabei auf engstem Raum – der Roboter begnügt sich mit wenig Platz.

Die Webermühle in Braunsdorf produziert unterschiedliche Roggen- und Weizenmehlprodukte. Im Zuge der Modernisierung der Produktionsanlagen plante das Unternehmen eine bestehende Sack-Abfüllmaschine um Automatisierungstechnik zu erweitern und beauftragte de Man. Dabei sollte sowohl das Aufstecken der leeren Säcke auf den Abfüllstutzen als auch das Palettieren der gefüllten Säcke automatisiert werden. Vorgabe: 2.000 bis 2.500 abgefüllte und palettierte Säcke pro Schicht.

Roboter tiefergelegt

Die Lösung von de Man: Aufgrund der extrem engen Platzverhältnisse – der ganze Raum misst insgesamt nur zehn mal 3,80 Meter – entschied sich das Unternehmen aus Borgholzhausen dafür, das Aufsetzen der Säcke auf den Füllstutzen von einem separaten Handling ausführen zu lassen und zum Palettieren der befüllten Säcke einen Roboter vom Typ ZD130S der Firma Kawasaki einzusetzen. Zudem wurde für den Palettierroboter eine Vertiefung von 60 Zentimeter gegraben. Der Kettenförderer, der die Paletten transportiert, wurde so konstruiert, dass er nahezu erbenerdig verläuft. Nur so war es möglich, den Roboter bei einer Deckenhöhe von nur zwei Meter an der tiefsten Stelle uneingeschränkt arbeiten und Paletten mit insgesamt 1,60 Meter Höhe packen zu lassen. Dazu trägt auch ein eigens hierfür konstruierter Greifer bei, der mit einer Verlängerung im Winkel von 90 Grad nach oben sowie um 90 Grad zur Seite nahezu neben dem Roboterkopf saugen kann. Um dem Roboter mehr Bewegungsfreiheit zu geben, wurde der Raum am Palettierplatz auf 4,50 Meter verbreitert. Der Vorteil des Roboters gerade für diese Applikation: Er kommt mit wenig Platz aus; trotz einer Reichweite von beachtlichen 3.255 Millimeter benötigt der ZD130S eine verhältnismäßig kleine Standfläche und hat nur geringe Störkonturen.

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Zehn Lagen pro Palette

Die leeren Säcke befinden sich in einem Magazin, das manuell befüllt wird. Das Aufsteck-Handling saugt den leeren Sack an, zieht ihn mittels Vakuum auf und stülpt ihn auf den Abfüllstutzen. Hier wird er mit Hilfe eines bereits vorhandenen Stempels festgeklemmt. Zusätzliche Sensorik am Stutzen prüft, ob der Sack weit genug auf den Stutzen geschoben wurde. Ist dies der Fall, gibt die Anlage dem Abfüller ein Signal, und der Vorgang beginnt. Der gefüllte Sack wird anschließend vom Stutzen geschoben, verschließt dabei automatisch und fällt auf ein bereits vorhandenes Bügelband, das sich unter dem Stutzen befindet. Das Band transportiert ihn unter einer Walze hindurch, die ihn „bügelt“, so dass sich das Mehl gleichmäßiger verteilt. Anschließend wird er auf die Abnahmeposition befördert. Der Roboter saugt nun die vollen, 25 Kilogramm schweren Säcke an und palettiert sie. Dabei liegen zwei Säcke nebeneinander und einer quer davor, die nächste Lage wird gespiegelt palettiert. Insgesamt werden maximal zehn Lagen pro Palette übereinandergestapelt. Da einzelne Mehltypen eine verschiedene Dichte haben, sind die gefüllten Säcke unterschiedlich dick; um sie dennoch exakt anfahren zu können, hat der Greifer einen Sensor. pb

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