LR Mate von Fanuc in einer Weiterentwicklung für sieben Kilogramm Tragkraft

Wie ein menschlicher Arm

LR Mate von Fanuc in einer Weiterentwicklung für sieben Kilogramm Tragkraft.

Trotz Schlankheitskur: Auf allen sechs Achsen kann der neue LR Mate 200iD von Fanuc an Geschwindigkeit zulegen. (Fotos: Fanuc)

Stark, schnell, leicht und schlank lauten die Attribute, die Fanuc für den neuen Roboter LR Mate 200iD gewählt hat. In allen sechs Achsen werden höhere Geschwindigkeiten als bei der Vorgängerversion erzielt. Der Zuschlag an Geschwindigkeit: satte 35 Prozent. Das soll den Ruf als „erfolgreichster Roboter“ außerhalb der Automobilindustrie für Fanuc erhalten.

Olaf Kramm, Geschäftsführer bei Fanuc Robotics, freut sich auf die Markteinführung des LR Mate: „Die praxisorientierte Konzeption, höhere Achsgeschwindigkeiten und die gesteigerte Traglast sorgen für eine höhere Produktivität.“ Den üblichen Pick-and-Place-Zyklus bewältigt der Roboter in gerade 0,32 Sekunden. Die zwischen drei und sieben Kilogramm Traglast angesiedelten Roboter haben das Bild der Automatisierung in vielen Anwendungen geprägt. „Leistung, Ausstattung, Performance und Zuverlässigkeit überzeugen die Anwender des LR Mate“, lobt Kramm die Neuentwicklung. Die höheren Achsgeschwindigkeiten resultieren aus zwei Entwicklungsaspekten: den geringeren Massen und optimierten Antrieben.

Im Vergleich eines Pick-and-Place-Standardzyklus ist der LR Mate um 35 Prozent schneller, wobei diese Zeiten mit einer Traglast von einem Kilogramm ermittelt werden. Gerade im Hinblick auf die Abstimmung von Antrieben und Steuerungsfeatures kommt Fanuc die hohe Fertigungstiefe zugute. Alle Antriebs- und Steuerungskomponenten stammen aus eigener Produktion. Die steife Konstruktion des Roboters lässt höhere, außermittig am Handgelenk zu handhabende Massen zu. Das Handgelenk des Roboters ist so ausgelegt, dass der Massenschwerpunkt bei fünf Kilogramm nun 227 Millimeter vom Handflansch entfernt liegen darf; bisher waren es 163 Millimeter.

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Dichter zum eigenen Fuß

Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der LR Mate 200iD in allen relevanten Punkten weiterentwickelt wurde. Die maximale Traglast ist auf sieben Kilogramm gestiegen, der Arm ist etwas länger ausgelegt. Die Reichweite beträgt nun 717 Millimeter. Damit wird auch der gesamte Arbeitsbereich größer. Denn der Neue greift nicht nur weiter nach vorn, sondern erreicht auch Positionen, die näher am Roboterfuß liegen. Außerdem kann er weiter ausholen und deckt hinter sich einen deutlich größeren Arbeitsraum ab. Die schlanke, nur noch 235 Millimeter breite Silhouette (bisher 250 Millimeter) ist ein weiterer Vorteil.

„Die Konzeption der LR Mate-Roboter ist ihre Stärke“, sagt Olaf Kramm. Denn die Größe des Roboters entspricht etwa jener des menschlichen Armes. Eine einfache Rechnung rundet die Analogie ab: Laut Arbeitsschutz darf ein Mensch üblicherweise 15 Kilogramm heben. So entsprechen sieben Kilogramm Traglast knapp der Hälfte der zugelassenen Masse. Diese Überlegungen spielen eine Rolle, wenn manuelle Tätigkeiten automatisiert werden sollen. Abläufe und Größenordnungen von Arbeitsstationen können anschaulich übertragen werden. Verbessert wurden beim LR Mate 200iD die bereits bisher vorhandenen, integrierten Anschlussmöglichkeiten für Energie- und Prozessversorgung. Zu den standardmäßig integrierten Versorgungslösungen können weitere Pneumatikventile und Anschlussmöglichkeiten für eine Ethernet-Kamera sowie die Versorgung für servomotorische Greifer oder eine sonstige Zusatzachse optional eingebaut werden. Dadurch sollen intelligente Roboteranwendungen weiter vereinfacht werden. Die integrierten Kabelführungen haben einen zusätzlichen Vorteil. Die innenliegenden Kabel sind besser geschützt; Kabelbrüche und damit verbundene Betriebsstörungen lassen sich reduzieren.

Zur Markteinführung kommt ein LR Mate 200iD in einer Ausführung, die schon für die meisten Applikationen, beispielsweise Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen, Montageaufgaben oder kombiniert mit Bildverarbeitung für Pick-and-Place-Stationen, eine optimale Lösung ist. Varianten in höheren Schutzarten oder mit längerem Arm werden die Serie nach und nach ergänzen.

bw

Die Delta-Lücke geschlossen

Auch im Bereich der Delta-Roboter gibt sich Fanuc selbstbewusst: Die Drei-Kilo- Klasse der Deltaroboter müsse sich neu orientieren, denn mit dem M-2iA stellt das Unternehmen einen neuen Roboter in dieser Klasse vor, der Spitzenwerte bei den Zykluszeiten erzielt.

Die 222 Picks pro Minute sollten erst einmal übertroffen werden, heißt es aus Neuhausen. Standardmäßig integriert ist auch beim M-2iA die Bildverarbeitung iRVision.

Damit schließt Fanuc bei den Deltarobotern die Lücke zwischen dem kleinen M-1iA und dem größeren M-3iA. Der Roboter M-2iA arbeitet mit einer Traglast von bis zu drei Kilogramm.

Angesichts der technischen Daten spiele dieser Deltaroboter in der am dichtesten besetzten Traglastklasse eine führende Rolle.

Wie bei allen Einführungen von Delta-Robotern bei Fanuc gibt es den M-2iA von Anfang an in zwei Varianten mit unterschiedlich großen Arbeitsbereichen.

Der M-2iA/3S deckt einen Arbeitsraum mit einem Durchmesser von 800 Millimeter und einer Höhe von 300 Millimeter ab. Am Rand des Arbeitsbereiches sind es Bauartbedingt 100 Millimeter weniger. Bei der Langarmversion M-2iA/3SL kommt der Roboter auf einen Arbeitsraum mit 1.130 Millimeter Durchmesser und einer Arbeitshöhe im Kernbereich von 400 Millimeter. An diesen Arbeitsbereich schließt nahtlos der bereits bewährte M-3iA an, der in der Standardversion mit drei Kilogramm Traglast beginnt und in der Ausführung als M-3iA/12H jetzt mit zwölf Kilogramm Traglast die Baureihe nach oben ergänzt.

Gut geeignet ist der M-2iA für die Lebensmittelindustrie, denn er ist schnell (0,27 Sekunde für einen Zyklus 25 Millimeter/305 Millimeter/25 Millimeter) und gut zu reinigen. Die Schutzart IP69K lässt eine Druckreinigung mit bis zu 80 Grad Celsius heißem Wasser zu. Dieses Merkmal schließt einen Einsatz jedoch in keiner anderen Branche aus, denn schnelle Pick- Aufgaben gibt es auch in der Montage, in der Blechverarbeitung sowie vielen anderen Industriezweigen.

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