Montageanlage

Ab in die Ecke, aber schnell!

Automatisierte Montageanlage. In einer Anlage zur Endmontage von Eckscharnieren von Martin Mechanic arbeiten Roboter von Fanuc. Die brauchen nur wenig Platz und wenig Zeit.

Eckschaniere für die Möbelindustrie montiert die neue Anlage von MartinMechanic vollautomatisch. (Bild: MartinMechanic)

Auch die Möbelindustrie muss sich mit der Frage nach Rationalisierung auseinandersetzen. Sondermaschinenbauer Martin Mechanic hat eine Anlage für die Endmontage von Eckscharnieren entwickelt, die sich zweier Roboter von Fanuc bedient. Die Fertigung erfolgt jeweils paarweise. Der LR Mate 200 iD sorgt mit seinen sechs Achsen für die genaue Produktionsabfolge und eine kurze Zykluszeit von fünf Sekunden. Das spart zusätzliche Produktionskosten. Da die eingesetzten Fanuc-Roboter mit kleinen und schlanken „Handgelenken“ ausgestattet sind, benötigen sie auch wenig verbauten Raum. Dadurch konnten die Ingenieure eine kompakte Arbeitszelle von drei mal sieben Metern realisieren, die von allen Seiten gut zugänglich ist.

Über ein Taktband werden zwei Werkstückträger der Montagezone zugeführt. Ein Kamerasystem erkennt, um welche Bauteilvariante es sich handelt, damit das richtige Material aus den Zuführbunkern abgerufen wird. Der erste Roboter greift mit seinem Vierfach-Greifer zwei Montageplatten aus der Bereitstellung auf und legt sie in den Werkstückträger ein. Danach greift er sich die Eckscharniere. Eines wird auf der Ober- und eines auf der Unterseite montiert.

Der Werker muss dabei die vier Zuführbunker regelmäßig mit Montageplatten, Eckscharnieren sowie den Abdeckplatten für Scharniertopf und Schanierarm befüllen. Mithilfe von Druckluft werden die Schrauben aus einem Behälter, den der Werker ebenfalls regelmäßig befüllen muss, in die Zuführschläuche eingeschossen. Damit die Scharniere während des Einschraubens nicht zur Seite rutschen, arretiert der Roboter das Bauteil mit einem Niederhalter in seiner Sollposition. Das Einschrauben geschieht über pneumatische Schraubeinheiten.

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An der zweiten Station werden jeweils zwei Abdeckkappen für den Scharniertopf und für den Scharnierarm zugeführt. Einschraubtiefe und Drehmoment werden automatisch über die Schraubeinheit überwacht. Die Prüfung der Kreuzschlitz-Stellung erfolgt mit einem Kamerasystem. Sollten Bauteile der Prüfung nicht standhalten, werden sie als nicht in Ordnung deklariert und automatisch in die Schlechtteilebox geworfen. Dabei wird nach vier Kriterien unterschieden: Entweder wurden die Schrauben für die Seitenverstellung oder für die Tiefenverstellung nicht richtig eingedreht, oder eine der beiden Abdeckkappen wurde nicht richtig eingelegt.

An der dritten Station entnimmt das Portal die richtig montierten Eckscharniere. Auf dem Transportband werden sie danach mit einem Vorschub von 100 Millimeter pro Sekunde abgelegt und der Verpackungsanlage zugeführt.

Die MMS 211485 wurde mit der Siemens-Steuerung S7-1500 ausgestattet. Am Touchpanel kann der Werker das entsprechende Programm auswählen. Das Kamerasystem, das lotrecht über die Teilezuführung wacht, überprüft sogar, ob die zugeführten Teile mit der Programmauswahl übereinstimmen. as

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