MiR-Roboter

Transport in Dauerschleife

Mobile Roboter in der Fertigung. Die zunehmende Vernetzung industrieller Produktion erfordert mehr intelligente Lösungen im Bereich der Intralogistik. Mobile Roboter helfen, dem Anspruch an einen hochflexiblen und transparenten Materialfluss erfolgreich zu begegnen. Das dänische Unternehmen Kamstrup hat durch den Einsatz von MiR-Robotern die Fertigung verdoppelt.

Bei Kamstrup automatisieren drei mobile Roboter MiR100 den internen Transport zwischen verschieden Produktionslinien und -zellen. (Bild: MiR)

Längst nimmt die Fabrik der Zukunft reale Gestalt an: Digitale Plattformen kommen zum Einsatz, Mensch und Maschine kollaborieren im Arbeitsalltag, Fertigungstechniken werden immer leistungsfähiger. Zugleich verlangt die Steuerung zunehmend automatisierter Abläufe innovative Konzepte für die Intralogistik. Industrie 4.0 kann nur dann optimal funktionieren, wenn Produktions- und Logistik-prozesse effizient miteinander verzahnt werden.

Eine solche Vernetzung findet jedoch häufig noch nicht statt. Hochqualifizierte Fachkräfte überbrücken innerbetriebliche Transporte meist manuell und das auf Kosten der Effizienz. Im Zuge einer Logistik 4.0 sind Lösungen gefragt, die als flexibles Bindeglied zwischen einzelnen Fertigungsabschnitten fungieren. Eine Antwort ist die mobile Robotik. Sie macht eine einfache, dynamische und kostengünstige Automatisierung interner Warenflüsse möglich. So können Prozesse verknüpft, Ressourcen zielgerichtet eingesetzt und Mitarbeiter entlastet werden.

Mobile Industrial Robots (MiR), ein Unternehmen aus dem dänischen Odense, hat sich auf die Entwicklung autonomer, mobiler Roboter für den Materialtransport spezialisiert. Autonom, weil MiR-Roboter durch ihre Sensorsysteme und Sicherheitsalgorithmen ohne Eingriff in die Infrastruktur von Produktionsstätten selbstständig in einer dynamischen Umgebung navigieren können. Das sorgt für ein sicheres Arbeiten unmittelbar neben dem Menschen. Aufsatzmodule wie Regale oder Ziehvorrichtungen machen die Roboterkollegen schließlich zu einem flexiblen Werkzeug, mit dem fast jede Transportaufgabe automatisiert werden kann.

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Die Intralogistik-Lösung sorgt für eine Automatisierungsrate von 95 Prozent in der Fertigung von Standardprodukten. (Bild: MiR)

Verdopplung der Produktionskapazitäten bei Kamstrup
Wie ein nahtloser Warenfluss zwischen statischen Produktionslinien und Fertigungszellen durch mobile Roboter realisiert werden kann, zeigt sich am Beispiel von Kamstrup. Bei dem Anbieter intelligenter Zählerlösungen transportieren drei MiR100-Roboter, ausgestattet mit Förderbandmodulen, Halbfabrikate sowie fertige Produkte ohne menschliches Zutun. Dem Paradigma der digitalen Vernetzung wird die Intralogistik-Lösung durch die Einbindung in das ERP-System des Unternehmens gerecht. Gibt ein Vertriebsmitarbeiter eine neue Bestellung auf, erhalten die mobilen Roboter darüber eine Liste mit Routen, die sie nach und nach abfahren.

Durch die Transportroboter, die im Dauerbetrieb laufen, hat Kamstrup seine Fertigung fast vollständig automatisiert. Produktionskapazitäten lastet der Hersteller so maximal aus und hält sein Lieferversprechen von nur 72 Stunden locker ein. „Die MiR-Roboter tragen entscheidend zur Maximierung unseres Durchsatzes bei. Durch sie konnten wir unsere Fertigung schließlich sogar verdoppeln“, erklärt Flemming Møller Hanser, Produktionsleiter bei Kamstrup.

Der Blick in die Praxis zeigt nicht nur, wie mobile Robotik Fabriken fit für die Zukunft macht. Ebenso wird deutlich: Die innovative Technologie ist etwas für jeden, denn selbst Anwender ohne spezielle Programmierkenntnisse sind in der Lage, die MiR-Roboter einzurichten und ihnen Befehle zu erteilen. Dafür können sie einfach über eine intuitive Benutzeroberfläche mit jedem mobilen Endgerät oder Computer bedient werden. Das senkt Kosten sowie Hemmschwelle bei der Automatisierung und bringt Roboter und Anwender gleichzeitig näher zusammen.

Schließlich steht im Fokus einer Industrie 4.0 immer auch das eingespielte Miteinander von Mensch und Maschine. Bei Kamstrup bedeutet das die Entlastung der Fachkräfte von monotonen Transporten und die Konzentration ihrer Expertise zur Prototypenentwicklung. Das macht den Hersteller letztlich sowohl zukunfts- als auch wettbewerbsfähig. as

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