Industrieroboter

Intelligenz2

Annina: Caterina, weißt Du eigentlich, wann in der Industrie der erste Roboter eingesetzt wurde?

Caterina: Also das erste Patent für einen programmierbaren Manipulator wurde 1954 von George Devol in den USA angemeldet. Er war es auch, der mit Joseph F. Engelberger die erste Herstellerfirma für Roboter gründete…

handling-Redakteurin Annina Schopen und SCOPE-Redakteurin Caterina Schröder. (Bild: Petra Born)

Annina: ...hießen die nicht Unimation?

Caterina: Ja, genau. Ihr Industrieroboter Unimate durfte sich ab 1961 beim Schweißen von Druckgussteilen in der Fertigung von General Motors in New Jersey beweisen.

Annina: Aber inzwischen gibt es ja nicht mehr nur die riesigen Greiferarme, die in Käfigen ihre einprogrammierte Choreographie abspulen. Roboter werden intelligenter und menschlicher. Sie fahren durch die Hallen, autonom oder auf festgelegten Spuren, sie haben Gesichter, einen Tastsinn, sind so weit mit Sensoren überzogen, dass man von einer Roboterhaut sprechen kann. Namen haben sie auch: Pepper, Saywer, Helmo, Scotty oder Chekov. Und die Programmierung ist häufig auch kein Hindernis mehr, Roboter ahmen nach und lernen.

Caterina: Ja, autonom operierende Cobots sollen vor allem ergonomisch ungünstige oder eintönige Arbeiten übernehmen. Mitarbeiter werden entlastet, der Prozess wird effizienter und die Qualität steigt. Stäubli erprobt zum Beispiel für die Montage von Elektrosteckern für Kupplungssysteme das mobile Robotersystem Helmo. Eine extrem monotone Beschäftigung, weswegen Helmo ein sehr beliebter Kollege ist.

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Annina: Aber bis Menschen und Roboter wirklich auf Augenhöhe zusammen arbeiten können, wird es noch eine Weile dauern, vor allem die Sicherheit muss gewährlistet sein. Das Fraunhofer IWU hat dahingehend ein Sicherheitskonzept vorgestellt, das MRK mit Schwerlast-Robotern ermöglichen soll.

Caterina: Und der Weg bis zur Zertifizierung einer Anlage für den MRK-Betrieb kann mühsam sein, wie uns Dr. Markus Klaiber im Interview erzählte. Es gilt, sehr genau zu analysieren, welche Arbeitsräume es gibt, welche Risiken bestehen und wo Arbeitsräume daher eingeschränkt werden müssen, um Verletzungen auszuschließen

Annina: Ein spannendes Feld ist in dem Zusammenhang ja auch das der Roboter-Ethik. Was dürfen Maschinen und was nicht? Und für was können sie wie belangt werden? Oder ist ein Fehlverhalten immer ein Herstellungsfehler? Denn mit der Entwicklung von künstlicher Intelligenz erlangen Roboter einen neuen Grad der Eigenständigkeit, je nach Grad des maschinellen Denkvermögens. Zu den Neandertalern des KI gehören Spam-Filter und Kaufempfehlungen – sind hier die Algorithmen fehlerhaft, irrt auch die KI.

Caterina: Ja. Aber schon die nächste Entwicklungsstufe – Experten nennen sie Artificial General Intelligence – vermag es, zu lernen. Und da verstehe ich die Befürchtung, dass diese zukünftige Stufe der Automatisierung irgendwann mehr Arbeitsplätze vernichten als schaffen kann. Denn autonom fahrende Autos, Post-Drohnen und Roboter in vernetzten Fabriken sind schlichtweg günstiger und immer Einsatzbereit.

Annina: Doch noch findet wohl erst mal eine Verschiebung statt: Je mehr hochentwickelte Technik, desto mehr qualifizierte Mitarbeiter braucht das Unternehmen. Schließlich ist der Mensch dem Roboter immer noch kognitiv überlegen und auch flexibler.

Caterina: Ja. Und ich hoffe, dass der Mensch doch intelligent genug ist, sich nicht komplett überflüssig zu machen – ein heißes Thema, dass unter anderem auch von Musk und Hawking diskutiert wird. Aber noch steckt die KI in den Kinderschuhen. Klar ist jedoch, dass die Arbeitswelt von morgen andere Kompetenzen verlangen wird als bisher. Und damit bleibt es spannend.

Annina: Genau. Darum lass uns auf der Motek nach dem umschauen, was heute und morgen schon in den Produktionshallen Realität ist und sein wird. Auf nach Stuttgart, würde ich sagen!

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