IFR World Robotics Report

Roboter-Absatz in fünf Jahren verdoppelt

Die International Federation of Robotics hat den neuen World Robotics Report vorgelegt: Der weltweite Absatz von Industrie-Robotern erreichte 2017 einen neuen Rekord von 381.000 ausgelieferten Einheiten – plus 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Tendenz weiter steigend.

Der weltweite Absatz von Industrie-Robotern erreichte laut IFR 2017 einen neuen Rekord von 381.000 ausgelieferten Einheiten. © Kuka

Der Jahresabsatz von Industrie-Robotern ist laut IFR in den letzten fünf Jahren um 114 Prozent (2013-2017) gestiegen. Der Verkaufswert kletterte um 21 Prozent auf einen neuen Höchststand von 16,2 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu 2016. „Industrieroboter spielen eine Schlüsselrolle für den Fortschritt der Fertigungsindustrie“, sagt Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics. „Roboter werden mit zahlreichen Spitzentechnologien weiterentwickelt. Dazu zählen industrielle Bildverarbeitung, Skill Learning, Fehlerprognosen unter Verwendung von KI, neue Konzepte der Mensch-Maschine-Kollaboration, einfache Programmierung und viele andere.“ Die IFR geht davon aus, dass die jährliche Anzahl der Industrie-Roboter, die an die Fabriken der Welt ausgeliefert werden im Jahr 2021 etwa 630.000 Einheiten erreichen wird.

Die fünf wichtigsten Märkte
73 Prozent des Gesamtumsatzes der Industrie-Roboter entfallen 2017 auf fünf Hauptmärkte China, Japan, Südkorea, USA und Deutschland.

China hat seine führende Position als nachfragestärkstes Land mit einem Marktanteil von 36 Prozent der weltweiten Lieferungen 2017 deutlich ausgebaut. Mit einem Absatz von rund 138.000 Industrie-Robotern (2016-2017: +59 Prozent) lag das Absatzvolumen des Landes über dem Gesamtabsatz von Europa und Amerika zusammengerechnet (112.400 Einheiten).

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Ausländische Roboterlieferanten steigerten ihren Absatz um 72 Prozent auf 103.200 Einheiten. Dazu zählen auch Roboter, die von internationalen Herstellern in China vor Ort produziert wurden. Erstmals erzielten ausländische Roboterlieferanten 2017 eine größere Wachstumsrate als chinesische Hersteller. Der Inlandsmarktanteil chinesischer Roboterhersteller reduzierte sich von 31 Prozent im Jahr 2016 auf 25 Prozent im Jahr 2017.

Japan ist das in der Fertigung von Industrie-Robotern weltweit führende Land. Nippons Hersteller lieferten 2017 einen Anteil von 56 Prozent des globalen Lieferumfangs. Die Exportquote stieg um 45 Prozent (2016-2017) – die Zielmärkte der japanischen Hersteller waren Nordamerika, China, Südkorea und Europa. Der Roboterabsatz in Japan stieg um 18 Prozent auf 45.566 Einheiten – der zweithöchste jemals in Japan erzielte Wert. Nur im Jahr 2000 wurden mit 46.986 Einheiten noch mehr Roboter abgesetzt.

Die Fertigungsindustrie Südkoreas verzeichnet die mit Abstand höchste Roboterdichte der Welt - mehr als das Achtfache des globalen Durchschnitts. Im Jahr 2017 sank der Roboterabsatz jedoch um 4 Prozent auf 39.732 Einheiten. Haupttreiber dieser Entwicklung war die Elektro-/Elektronikindustrie – in der Branche sanken die Roboterinstallationen im Jahr 2017 um 18 Prozent. Im Vorjahr hatten die Installationen von Industrie-Robotern mit 41.373 Einheiten einen Höhepunkt erreicht.

Die Roboterinstallationen in den USA stiegen 2017 zum siebten Mal in Folge auf einen neuen Höchststand und erreichten 33.192 Einheiten. Das sind 6 Prozent mehr als 2016. Seit dem Jahr 2010 ist der Trend zur Automatisierung der Produktion anhaltender Wachstumstreiber in allen US-Fertigungsindustrien. Ziel dieser Automatisierungsinvestitionen ist es, die US-Wirtschaftszweige sowohl auf dem inländischen als auch dem globalen Markt zu stärken.

Deutschland ist der fünftgrößte Robotermarkt weltweit und die Nummer eins in Europa. 2017 stieg die Zahl der verkauften Roboter um 7 Prozent auf den neuen Allzeit-Rekord von 21.404 Einheiten (2016: 20.074 Einheiten). Zwischen 2014 und 2016 hatte der jährliche Absatz von Industrie-Robotern bei rund 20.000 Einheiten stagniert.

Robotereinsatz nach Branchen
Aus der Automobilindustrie kommt mit einem Marktanteil von 33 Prozent an den gesamten Lieferungen im Jahr 2017 weltweit nach wie vor die größte Roboternachfrage. Der Absatz stieg um 22 Prozent. Künftig werden die Automobilhersteller auch in kollaborative Anwendungen für die Endmontage und Endbearbeitung investieren. Automobilzulieferer auf zweiter Ebene (Second-Tier) – darunter viele kleine und mittlere Unternehmen – stellen weniger schnell auf eine vollständige Automatisierung um. Es ist aber damit zu rechnen, dass sich dies ändert, da Roboter immer kleiner, flexibler, einfacher zu programmieren und kostengünstiger werden.

Die Elektro-/Elektronikindustrie hat aufgeholt: Der Absatz stieg um 33 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 121.300 Einheiten – das entspricht einem Anteil von 32 Prozent am Gesamtangebot im Jahr 2017. Hinter dem Anstieg steht eine steigende Nachfrage nach Elektronik-Produkten und der anziehende Bedarf an Batterien, Chips und Displays.

Die Metallindustrie (einschließlich Industriemaschinen, Metallprodukten und Basismetallindustrie) befindet sich im Aufschwung. Der Marktanteil erreichte zehn Prozent des weltweiten Absatzvolumens an Industrierobotern mit einem außergewöhnlichen Absatzwachstum von 55 Prozent im Jahr 2017. Analysten prognostizieren für 2018 ein Nachfragewachstum bei Metallen. Große Metallunternehmen und Hersteller von Metallerzeugnissen setzen aktuell Industrie-4.0-Strategien zur Automatisierung um und setzen dabei auch auf Robotik.

Automatisierungsgrad nach Roboterdichte

Weltweit ist der neue Durchschnitt der globalen Roboterdichte in der Fertigungsindustrie auf 85 Einheiten je 10,000 Beschäftigten gestiegen (2016: 74 Einheiten). Nach Regionen aufgeschlüsselt, beträgt die durchschnittliche Roboterdichte in Europa 106 Einheiten, in Amerika 91 und in Asien 75 Einheiten. as

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