FlexMouldVenter

Sichere Stiche

Luftpfeifenstecher kooperiert mit Anlagenleitsystem
Roboterbasiertes Setzen von Entlüftungskanälen. (Foto: ABB)
Die ganzheitliche Automation ist Ziel – auch für komplexe Prozesse und bei peripheren Tätigkeiten. Die Nichteisen-Metallgießerei Ohm & Häner hat das Setzen von Entlüftungskanälen in das Anlagen-Leitsystem integriert und lässt diese Arbeit durch einen ABB-Roboter erledigen.

Das Setzen von Entlüftungskanälen in Sandformen ist bei Ohm & Häner nun in das Anlagen-Leitsystem des Formanlagenherstellers HWS integriert. Diese Tätigkeit führt ein Industrieroboter von ABB Automation mit dem Funktionspaket FlexMouldVenter und einem speziellen Werkzeug aus. „Dieser bedeutende Schritt nach vorn hat sich bei uns seit insgesamt zweieinhalb Jahren bewährt“, urteilt Dr. Georg Dieckhues, Werksleiter der Metallgießerei im südwestfälischen Olpe-Friedrichsthal.

Das Automatisieren von spezifischen Einzeltätigkeiten macht aus technischen, qualitativen und wirtschaftlichen Aspekten Sinn. Exemplarisch zeigt dies das Luftpfeifenstechen. Konventionell stechen erfahrene Former die Entlüftungskanäle entweder bei kleinen Losen manuell oder in der Serienfertigung mit hydraulisch-maschinellen Vorrichtungen. Selbst bei feinfühlig professioneller Ausführung bleiben gravierende Nachteile: Bei wechselnden Losen muss der Former Position, Anzahl und Einstechtiefe der Nadeln jedes Mal neu anpassen. Ein fehleranfälliger, zeit- und kostenaufwändiger Prozess. Völlig anders arbeitet die automatisierte Lösung. Aus der zentralen Datenbank parametriert das Formanlagen-Leitsystem den Roboter IRB 6620 mit dem Funktionspaket FlexMouldVenter und dem Führungswerkzeug für die Nadel. Ohne Medienbruch übernimmt die Steuerungssoftware des Roboters die 3D-CAD-Daten des Werkstückes als Basis für das Luftpfeifenstechen. Aus der Datenbank können die Werker außerdem Werkstück- sowie Geometriedaten und Informationen zum optimalen Belegen der Formkästen abrufen.

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Kein Ausschuss mehr – ein Loch pro Sekunde

Damit geht die Vorbereitungszeit gegen Null. Zusätzliche Funktionen sorgen für eine reproduzierbare Qualität. Sensoren erkennen und melden etwaige Nadelverbiegungen oder -brüche. Deren rechtzeitiger Austausch vermeidet dann Ausschuss. Die digitale Datentechnik stellt optional Informationen über Stechkräfte zur Prozessüberwachung, sicherheitsrelevante sowie Daten zur Verwaltung zur Verfügung.

Das Robotersystem kann Luftpfeifen von fünf bis zehn Millimeter Durchmesser mit maximal 650 Millimeter Tiefe in Geschwindigkeiten bis zu 2,5 Meter pro Sekunde stechen. Mit seinem integrierten elektrischen Linearantrieb senkt der Roboter die Nadel zielgerichtet in die Form. In der Praxis entspricht das rund einem Loch pro Sekunde. Die wirtschaftliche und organisatorische Bedeutung belegen die bei Ohm & Häner jährlich 500.000 bis 750.000 zu stechenden Luftpfeifen, und Dr. Dieckhues ergänzt: „Seit der Inbetriebnahme im Normalbetrieb läuft der FlexMouldVenter von ABB Robotics absolut störungsfrei.“ pb

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