SCOUT

Er geht allem aus dem Weg

Autonom navigierender Roboter mit Handlingseinheit. Scout von Roth & Rau-Ortner aus Dresden ist ein frei fahrendes Fahrzeug, das auf den Millimeter genau Material aufnehmen und absetzen kann. Es benötigt keine zusätzliche Führungsinfrastruktur auf dem Boden oder an der Decke. Seine Navigationssoftware ermöglicht es, den Transportweg selbständig zu planen und auf Hindernisse mit alternativen Routen zu reagieren. Der Roboter arbeitet sicher in Mensch-Maschine-Umgebungen.

Dr. Karli Hantzschmann, Leiter des Geschäftsbereichs Automatisierung, mit dem Scout. Zunächst als Nischenprodukt für Chipfabriken konzipiert, wird der autonome Roboter auch in anderen Fertigungsbereichen einsetzbar sein. (Foto: Born)

Scout wurde speziell für den flexiblen Materialtransport in Chipfabriken und anderen Reinräumen konzipiert. Dort erweist sich manuelles Handling als zeit- und kostenaufwändig, fehleranfällig, und es absorbiert wertvolle Arbeitskraft für Routineabläufe. Festinstallierte Transportsysteme wie Schienen- oder Conveyorsysteme zur automatisierten Beförderung von Halbleitermaterialien lassen sich in einigen Fabrikbereichen zum Beispiel aufgrund Platzmangels nicht realisieren oder sind für kleinere bis mittlere Transportaufkommen zu teuer. In solchen Fällen ist der Scout eine Alternative.

Der Scout war Gewinner des handling award 2014
Er ist in der Lage verschiedenste Materialien und Produkte zwischen beliebigen Punkten in der Fabrik zu befördern und zu übergeben, aber auch Messungen durchzuführen – ohne menschliches Zutun. Dank kompakter Größe und Sensortechnik kann der Roboter sicher auf engstem Raum mit Mensch und Maschine arbeiten. Herzstück ist die autonome Navigation: Er findet den Weg zum Ziel ohne zusätzliche Infrastruktur wie Schienen, Führungslinien, Magnete oder andere Hilfsmittel. Der Roboter reagiert in Echtzeit auf Hindernisse, die er mittels Sensoren wahrnimmt und trifft auf Basis der gewonnen Informationen eigenständig Entscheidungen zum Umfahren des Hindernisses oder über die Planung einer neuen Route.

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Scout – das ist eine Familie. Zu ihr gehören der „active“ mit Sechsachsroboter sowie der „triax“ mit Linear-Handlingseinheit. Die Maschinen interagieren (noch) nicht mit dem Werker, arbeiten aber in friedlicher Koexistenz am selben Platz. (Foto: Roth & Rau-Ortner)

Zusätzlich können über die Navigationssoftware so genannte „No-Go-Areas“ zur Streckensperrung oder „Speed-Areas“ für die Festlegung unterschiedlicher Geschwindigkeiten eingestellt werden. Bei Umstellungen der Produktionsgegebenheiten lassen sich neue Ziele und Strecken ohne weiteren Installationsaufwand anpassen. Scout ist reinraumtauglich bis zur Klasse ISO 3/US FED 1. Durch verschiedene Aufbauten für Handhabung und Transport – etwa Roboterarme, Linearachsen – lässt er sich an unterschiedliche Einsatzanforderungen anpassen. Die Produktversionen active und triax, die mit einem Handlingsystem ausgestattet sind, können Waferkassetten transportieren und selbständig von Loadports abholen und am nächsten Prozesstool abstellen.

Es handelt sich um das erste mobile Handlings- und Transportsystem für reine Räume, das auf plus/minus ein Millimeter exakt Material aufnehmen und absetzen kann. Die Vorteile des mobilen Roboters liegen auf der Hand: Ein automatisierter Transport verbessert die Auslastung der Produktionsanlagen und stellt die hochqualifizierten Operatoren für anspruchsvolle und wertschöpfende Tätigkeiten frei. Chipfabriken und andere Reinraumanlagen können damit effizienter produzieren.     pb

HMI Halle 2, Stand C16 und HMI Halle 17, Stand F14

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