CubeXX als interaktiver Logistik-Roboter

Eines zählt: Intelligenz

Mit neuen Sensoren macht das Logistikmultifunktionsmodell CubeXX einen Quantensprung in der Intelligenz. So sieht es zumindest Hersteller Still und verweist auf die Steuerung im Bierdeckelformat.

Der CubeXX bestimmt seine Position aufgrund vorgegebener Orientierungspunkte selbst und analysiert seine direkte Umgebung in 3D. (Foto: Still)

Derzeit ist die Zukunftsvision Industrie 4.0 in aller Munde. Das Ziel ist die intelligente Fabrik, gekennzeichnet durch Wandelbarkeit und Flexibilität, Ressourceneffizienz und Ergonomie in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen. Das wird aber nur gelingen, wenn alle Beteiligten des Logistikprozesses – Menschen, Material, Ladung und Ladungsträger – vernetzt und somit Teil eines ganzheitlichen Systems sind. Um auf die Anforderungen der Industrie 4.0 Antworten zu finden, engagiert sich Still im Rahmen der Entwicklung in verschiedenen Forschungsprojekten.

Robotiksystem „Rack“
Still zeigte einen funktionstüchtigen Prototypen des CubeXX, der die Anforderungsprofile von Routenzug, Niederhubwagen, Hochhubwagen, Kommissionierer, Doppelstock und Gabelstapler in einem Gerät vereint. Dabei wurde der Transformer manuell durch eine iPad-App gesteuert. Still präsentierte dann in verschiedenen Praxisszenarien ein weiterentwickeltes Modell, das dank erweitertem Betriebssystem sowie neuer Sensoren und Schnittstellen über mehr vernetzte Intelligenz verfügt und so für die Industrie 4.0 das Internet der Dinge ermöglicht. Durch das offene Robotiksystem Rack (Robotic Application Construction Kit) und verbesserte Sensor- und Scannertechnologie geht der CubeXX den nächsten Schritt in Richtung flexibler Automatisierung und wird zum interaktiven Roboter, da er seine direkte Umgebung nun auswerten und auf Hindernisse und unerwartete Ereignisse reagieren kann. Mit einem Laserscanner ist das Fahrzeug in der Lage, nicht nur seine Position aufgrund vorgegebener Orientierungspunkte selbst zu bestimmen, sondern auch seine direkte Umgebung in 3D zu analysieren. Auch räumliche Konturen und Regale, Paletten oder Hindernisse erkennt es während der Fahrt.

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Der CubeXX erfasst räumliche Konturen und erkennt Regale, Paletten oder Hindernisse auch während der Fahrt. (Foto: Still)

Zwischen den Lastgabeln hat Still einen detektierenden Laserscanner installiert. Damit erfasst der CubeXX auch dynamische Hindernisse und kann entsprechend navigieren, indem er zum Beispiel die Fahrtrichtung ändert oder die Geschwindigkeit reduziert. „Die Industrie 4.0 stellt Sensoren vor neue Herausforderungen. Damit Maschinen mit Maschinen kommunizieren können, müssen Sensoren vor allem eines sein: intelligent“, erklärt Vertriebsleiter Nicola Magrone vom Realisierungspartner Sick. Dabei sieht er die Sensoren aber nicht nur als Datenlieferant für die intelligente Fabrik, sondern sie sollen auch direkt mit anderen Bereichen der Maschine – zum Beispiel der Steuerung – aber auch mit Cloud-Strukturen kommunizieren.

Für den flexiblen Einsatz ganzer CubeXX-Flotten in größeren Lägern zeigte Still alternativ zum vollen Systemzugriff über das iPad auch die Steuerung über ein universelles Smart Device in der Größe eines Bierdeckels. Mit dem Einsatz des vom Fraunhofer IML entwickelten Coasters, der ersten mobilen industrietauglichen Mensch-Maschine-Schnittstelle für die Industrie 4.0, soll der CubeXX möglichst einfach und kostengünstig bedient werden. Die auf dem Coaster installierte App, die ebenfalls mit dem Fraunhofer IML entwickelt wurde, kommuniziert sowohl mit dem Lagerverwaltungssystem als auch mit dem Robotiksystem des CubeXX. So kann der Mitarbeiter Aufträge empfangen, während der Coaster den nächsten erreichbaren CubeXX herbeiruft und ihn dafür so konfiguriert, wie er für den Arbeitsauftrag gebraucht wird. Das auf wesentliche Funktionen reduzierte Gerät ist mit einer hochauflösenden Kamera ausgestattet und erkennt Barcodes, Maschinen und Menschen.     bw

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