Modulare Roboter-Schweißsysteme

Zusammenspiel im Weld Package

Modular konzipierte robotergestützte Schweißsysteme von SKS Welding zeigen ihr Nutzenpotenzial: Der Anwender profitiert von mehr Flexibilität für unterschiedliche Anwendungen unter wechselnden Rahmenbedingungen - bei niedrigeren Kosten für Investition, Fertigung, Handling und Service.

Für das Roboterschweißen stehen anwendungsbezogen unterschiedliche Brennerhälse zur Wahl; das identische Bajonett-Schnellwechselsystem sorgt für reproduzierbare TCPGenauigkeiten von plus/minus 0,2 Millimeter. (Foto: SKS Welding)

Beim Fügen von Blechen kommt es auf einen geringen Wärmeeintrag in Leichtbaukonstruktionen an, auf hohe Schweißgeschwindigkeit und Produktivität, auf ein breites Anwendungsspektrum sowie auf die Anpassbarkeit des Verfahrens an fallspezifisch konkrete Vorgaben. Der Planungs- und Projektleitungsaufwand hingegen soll in möglichst eng definierten Grenzen niedrig und transparent bleiben. Das System soll sich zum thermischen Fügen für Bleche unterschiedlicher Werkstoffe, für mehrere Verfahren sowie veränderliche Messgrößen eignen - etwa Schweißparameter wie Schweißgeschwindigkeit, -stromstärke, -spannung, -zeit, und -zusatzwerkstoffe. Hohe Verfügbarkeit in unterbrechungsfreier, ausfallsicherer Funktion ist eine selbstverständliche Erwartung. In bestehende automatisierte Fertigungs- oder Transferlinien soll sich das Schweißsystem problemlos integrieren lassen. Gefragt sind weiterhin Erweiterbarkeit sowie datenmäßiges Vernetzen mit Folgeprozessen und anderen Ebenen. Unter diesen Bedingungen sind Speziallösungen ungeeignet; hingegen sind ausgereifte modulare Konzepte von vornherein mit ihren Hard- und Softwarekomponenten auf vielfältige, bedarfsgerecht optimierbare Lösungen zugeschnitten.

Anzeige

Bei SKS Welding Systems bestimmte das modulare Prinzip bereits bei der Gründung 1989 in Landstuhl die Unternehmensstrategie. Hard- und Software zum robotergestützten Schweißen waren schon vor über 25 Jahren nach dem Baukasten-Vorbild gestaltet; das erste Modul zum automatisierten Lichtbogenschweißen war eine digitale Schweißprozesssteuerung. Quasi "Denk- und Kraftzentrum" eines modernen Schweißsystems bilden Stromquelle und Prozesssteuerung. Alle Komponenten eines kompletten, mit einem Roboter verknüpften Schweißsystem fasst jeweils ein Weld Package zusammen. Das Brennersystem oder das kennzeichnende Verfahren findet sich im Namen oder der Typbezeichnung des Weld Package wieder. Zu einem solchen Package gehören außer den genannten Komponenten der Drahtvorschub, das Interface zum Roboter, Kabel, Leitungen, Montagesätze für die Befestigung am Roboter und die Software. Die unterschiedlichen Ausführungen einzelner Module sind miteinander kompatibel und lassen sich je nach Schweißaufgabe kombinieren oder austauschen. So wird bei Neu- oder Weiterentwicklungen unter Erhalten des systemischen Ganzen jeweils nur das neue gegen das vorherige Modul ausgetauscht. Besonders beim Wechseln des Schweißprozesses kommt der Nutzen der modularen Kompatibilität zum Tragen. Wenn der Anwender zum Beispiel das Verfahren vom üblichen Standardlichtbogen- zum Micro-MIG-Schweißprozess mit vor- und rückwärtsbewegter Drahtelektrode ändern will, tauscht er lediglich den Brenner aus. Die Investitionskosten für ein komplettes System entfallen. Ähnliches gilt beim Wechsel von luft- auf wassergekühlte Systeme oder vom Schweißen mit einem auf zwei Drähte. Leistungs- oder Funktionsänderungen realisiert bei Bedarf ein kostenfreies Software-Upgrade.

Geeignet sind die Brennersysteme für MSG(Metallschutzgas)-Schweiß- und Lötprozesse und für die üblichen Schweißzusatzwerkstoffe. Sie sind mit den Robotern der führenden Hersteller kompatibel. Charakteristisch für die hohe Präzision und Funktionalität des jeweiligen Brennersystems ist die Genauigkeit, mit der sie den TCP (Tool Center Point) einhalten: Die Toleranz beträgt lediglich plus/minus 0,2 Millimeter bei allen Eindrahtprozessen. Diese Genauigkeit wird sowohl beim Wechsel eines Brennerhalses als auch beim Austausch der modular konzipierten Verschleißteile gewährleistet.

Der endlos, auch über 360 Grad hinaus drehbare Brenner Power Joint nutzt alle Möglichkeiten, die die Roboter mit innen geführten Kabeln bieten. Er perfektioniert das Zusammenspiel von Schweißsystem und Roboter beim Übertragen des Stromes, der gasförmigen Medien und beim Fördern der Drahtelektrode.   pb

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Meinung

Der Kampf um die Fachkräfte

Das Angebot an Mitarbeitern bleibt eng im Robotermarkt. Die stählernen Arbeitstiere boomen weltweit. Da reißen sich Roboterhersteller, Integratoren und Anwender um die rar gesäten, qualifizierten Jobsuchenden.

mehr...

Sicherheitszuhaltungen

Sicher verschlossen

Schmersal bietet eine neue Generation von Sicherheitszuhaltungen und -sensoren auf RFID-Basis an, die auch nichtsichere Informationen wie Statusdaten oder Fehlermeldungen weitergeben können. So können RFID-Sicherheitssensoren, die die Stellung von...

mehr...
Anzeige

Greifer

Ohne Ecken – aber mit Kanten

GMP Basisgreifer von Gimatic für medizintechnische Anwendungen. Die Medizintechnik wird in den nächsten Jahren aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und zunehmenden Globalisierung mehr und mehr automatisiert werden.

mehr...

Meinung

Roboter der Zukunft,

liebe Leserinnen und Leser, haben neue Sicherheitseinrichtungen in Hard- und Software, mehr Tragkraft, größere Reichweiten und entwickeln sich zu „Cobots“ – also mit dem Werker kollaborierende Maschinen.

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

Interessenten können ab sofort auf der Homepage der ACE Stoßdämpfer GmbH die für Ihre Anwendung maßgeschneiderte Gasfeder berechnen und auslegen. Unter ‚Berechnungen' ist das Gasfeder-Berechnungstool auf der Website ace-ace.de zu finden.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige
Anzeige

Highlight der Woche

MES macht Schluss mit Stillstand
Die MES-Software von PROXIA unterstützt die Kieselmann GmbH bei der Herstellung von komplexen Leitungs- und Ventilsystemen, den Überblick über eine äußerst komplexe Produktion zu behalten, die Fertigung wirtschaftlich zu planen und zu organisieren sowie mit sicheren Kennzahlen Effizienzpotentiale aufzudecken und zu nutzen.
Bericht lesen

Zum Highlight der Woche...