Menschenähnlicher Roboter für die Pharmaforschung

Er kann auch anders !

Er kommt aus der Industrieautomation und landet nun im Labor: Der Dual-Arm-Roboter CSDA10F von Yaskawa ist eine Maschine mit menschenähnlicher Statur und zwei Händen. Er übernimmt komplexe Probenvorbereitungen und bedient Analysegeräte.

Mit der unerreichten Präzision und Wiederholgenauigkeit seiner Arbeitsergebnisse ist der Roboter nun auch in der Life-Science-Branche angekommen: Er übernimmt selbständig Synthese- und Analytikaufgaben in der Pharmaforschung und Entwicklung - dort, wo eine klassische Automation bisher viel zu unflexibel und zu teuer war. Yaskawa, Hersteller von Industrierobotern mit Europa-Niederlassung in Allershausen bei München, hat diesen Markt entdeckt und stellte nun den Dual-Arm-Roboter CSDA10F vor. Dieser ist als industrielles Serienprodukt aus der Industrieautomation bekannt, wurde jedoch in dieser neuen Variante speziell für die Hygieneanforderungen im Laborbereich ausgelegt. Erste Installationen in der Biomedizin-Synthese und in der chemischen Analytik zeigen, dass dieser Roboter mit nahezu jeder vorhandenen Standard-Laborausrüstung und herkömmlichen Analysegeräten umgehen kann, wie sie von Handarbeitsplätzen her bekannt sind, also zum Beispiel mit Petrischalen, Handpipettierern, Inkubatoren oder Reaktionsgefäßen. Automatische Analytikgeräte mit spezialisierten Liquid-Handling-Systemen und teurem Verbrauchsmaterial sind dabei nicht notwendig.

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Der Roboter eignet sich für standardisierte Testabläufe, ist jedoch flexibel und kann schnell und einfach völlig neue Arbeitsabläufe hinzulernen. Auch in der Verfahrensentwicklung, etwa zur Definition, Absicherung und Optimierung von Prozessschritten vor dem Upscaling des Durchsatzes einer automatisierten Produktion, ist der Roboter eine interessante Lösung. Vergleichende Studien aus der japanischen Biomedizin sollen gezeigt haben, dass die Qualität und Reproduzierbarkeit der Arbeitsergebnisse eines Roboters im Vergleich mit Laborassistenten nicht nur deutlich besser sind, sondern sogar ganz neue Voraussetzungen für die Forschung an Ausgangssubstanzen schafft, deren Erzeugung bisher nicht ausreichend prozessicher oder reproduzierbar möglich war. Deshalb werden solche Roboter in Japan, im Mutterland der Robotik, bereits seit zwei Jahren in der Pharmaforschung eingesetzt.

Er kommt vom Handarbeitsplatz in der industriellen Fertigung, und nun haben die Labore den nützlichen Kollegen für sich entdeckt: der Dual-Arm-Roboter CSDA10F bei der Arbeit. (Foto: Yaskawa)

Der Roboter selbst ist nahezu wartungsfrei und einfach zu bedienen. Viele typische Bewegungen wurden mittlerweile typisiert und als Module in einer Bewegungs-Bibliothek hinterlegt. Der Bediener komponiert und parametriert mit Hilfe einer übergeordneten Scheduling-Software lediglich die einzelnen Prozessschritte seiner gewünschten Arbeitsfolge.    pb

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