Roboter-Entgratanlage

Alu braucht Erfahrung

Aluminium ist ein bewährter industrieller Werkstoff - er liegt im Trend, nicht zuletzt deshalb, weil er leicht ist. Seine Bearbeitung erfordert Kompetenz und Know-how. SHL stellt eine robotergestützte Schleif- und Entgratanlage vor.

Automatische, robotergestützte SHL-Schleif- und Entgratanlage für die Bearbeitung von Alustrukturteilen für Fahrzeugkarosserien der SHL Automatisierungstechnik. Der Roboter nimmt die Alu-Teile auf und führt sie präzise zur Bearbeitung an die jeweilige Station. (Foto: SHL)

Allein von Januar bis September 2013 wurden europaweit 324.693 Tonnen Aluminium-Druckguss produziert. Es gibt weiteres Potenzial: Druckguss wird überwiegend in der Fahrzeugindustrie eingesetzt, außerdem in der Elektronik, Medizintechnik und anderen Branchen. Besonders im Leichtbau spielt Aluminium seine Stärken aus. Die zuverlässige und qualitativ einwandfreie Verarbeitung dieses Werkstoffes erfordert allerdings viel Erfahrung und Know-how. Mit hohem Anspruch befasst sich auch die SHL Automatisierungstechnik mit dem Thema Aluminium-Bearbeitung und entwickelte eine automatische, robotergestützte Schleif- und Entgratanlage für die Bearbeitung von Alustrukturteilen für Fahrzeugkarosserien. SHL lieferte solche Anlagen bereits an mehrere namhafte Hersteller von Alu-Druckgussteilen im In- und Ausland.

Roboter arbeiten sich zu
Je nach eingesetztem Werkzeug reagiert das Material, und die Druckgussteile verändern sich. Es treten so genannte Brandrisse auf, die negative Auswirkungen auf die Geometrie haben. Die Oberfläche wird immer rauer, und dadurch wird eine saubere Weiterverarbeitung der Teile etwa durch Kleben oder Nieten unmöglich. Mit der Anlage von SHL wird das vermieden - durch das Schleifen, Entgraten und Polieren entsteht die gewünschte, durchgehend hohe Oberflächenqualität auch an Teilen mit komplexen Geometrien. In der jüngst ausgelieferten Anlage arbeiten zwei Sechs-Achs-Industrieroboter. Die Karosserie-Alustrukturteile werden sortenrein automatisch auf einem Palettenförderer an die Anlage geführt. Roboter 1 greift das Werkstück und führt es an die erste Bearbeitungsstation, eine SHL-Bürstmaschine vom Typ P 550 mit Drahtbürste. Hier werden die ersten fünf Zonen am Karosserieteil bearbeitet. Danach fährt der Knickarmroboter zur nächsten Station mit der SHL-Schleifmaschine Typ FKS 250/450. Ein 3,5 Meter langes Band schleift das Alu-Teil an zwei weiteren Zonen. Anschließend übergibt der erste Roboter die Komponente an seinen Kollegen Roboter 2.

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Kontinuierliche Bearbeitung
Maschine Nummer drei in der Anlage ist eine Doppelbürstmaschine vom Typ DP 550, die mit zwei Werkzeugen ausgestattet ist. Auf der rechten Seite kommt eine Drahtbürste zum Einsatz, die die vorbehandelten Zonen aus dem ersten Sektor weiterbearbeitet. Anschließend schwenkt der Roboter kurz nach links und führt das Teil präzise an ein Schleifrad, an dem ebenfalls die Weiterbearbeitung erfolgt. Aggregat Nummer vier ist eine Schleifmaschine vom Typ FKS 250/450 mit Schleifband. Auch hier werden vorgeschliffene Bereiche weiterbehandelt. Nach diesem Schritt werden die Karosserieteile auf einem Transportband abgelegt und automatisch aus der Zelle gefahren. Nachdem das Werkstück in der Anlage an Roboter 2 übergeben wurde, holt sich Roboter 1 bereits das nächste Teil. Damit ist für einen kontinuierlichen Bearbeitungsprozess gesorgt. Diese Lösung hat mehrere Alleinstellungsmerkmale, die dem Endkunden die entsprechende Prozesssicherheit, Stabilität und zukunftsweisende Technologie bieten. Die Anlagen sind so konzipiert, dass ein längerer autonomer Betrieb problemlos möglich sei, sagt SHL.

Je nach Geometrie und Größe - die Anlage bearbeitet Karosserieteile bis 1,50 Meter Länge - passieren bis zu 360 Werkstücke pro Schicht die Schleif- und Entgratanlage. In der Bearbeitungspraxis gibt es unterschiedliche Anforderungen an die Bearbeitung von Alu-Teilen, und das Unternehmen reagiert flexibel auf jeweilige Kundenwünsche. Der Spezialist für automatisiertes Schleifen, Entgraten und Polieren bietet seine Lösungen als modulares Baukastensystem an; die Zugänglichkeit, die Art der Bearbeitung und die Anzahl der Maschinenstationen werden angepasst.  pb

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